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1. Bundesliga

Spielmacherin führt TKH Luchse eiskalt zum Krimi-Sieg gegen Halle

verfasst von hannover@dbbl.de
Hannover. Die Halle an der Birkenstraße bebte, als Lashae Dwyer eiskalt ihren ersten und dann ihren zweiten Freiwurf im Korb versenkte. Die Punkte bedeuteten das 70:70 und das 71:70. Ganze 1,1 Sekunden vor dem Ende. MBC Halle hatte zwar noch mal den Ball. Der Verzweiflungswurf segelte aber unterm Korb durch. Das Zittern war vorbei. Die TKH-Luchse feierten ausgelassen und erleichtert den Krimi-Sieg, begleitet vom Applaus der Fans in der ausverkauften Halle.
„Ich war so nervös. Ich habe mir einfach vorgestellt, dass niemand in der Halle ist, als ich die Freiwürfe werfen musste“, gestand Dwyer. „Es war so ein harter Kampf, ein dreckiges Spiel.“ Egal. Die Luchse sicherten sich zwei Punkte im letzten Spiel des Jahres und festigten ihren Platz in der Spitzengruppe der DBBL.
Der TKH war nur mit acht gesunden Spielerinnen angetreten. Am Ende standen nur noch sechs zur Verfügung. „Wir haben aber immer eng zusammengehalten. Wir sind einfach alle glücklich, dass es gut ausgegangen ist“, sagte Dwyer, mit 22 Punkten beste Schützin.
Den 0:5-Fehlstart steckte das Team von Trainer Jesper Sundberg locker weg. Zur Pause hieß es 32:30. „Das gibt keinen Schönheitspreis, das Spiel lebt von der Spannung“, sagte Finja Straube (ehemals Schaake) in der Halbzeit. Die Ex-Spielerin und Ex-Co-Trainerin des TKH hatte wieder ihre gerade mal vier Monate alten Zwillinge Josephine und Mathilda dabei.
Auch wenn der breite Doppel-Kinderwagen gerade so durch die Eingangstür des „Birkendome“ passt: „Ich schleppe die zu fast jedem Spiel mit. Wir haben in dieser Saison erst ein Spiel verpasst. Man muss sie ja so früh wie möglich an Basketball gewöhnen“, witzelte Straube und sagte mit Blick auf Svenja Brunckhorst, die gerade eines der beiden Babys auf dem Schoß hatte: „’Tante` Svenja macht einen guten Job.“
Wer kann schon von sich behaupten, in den Armen einer Olympiasiegerin gelegen zu haben und dabei ein Basketballspiel zu schauen? Nun, die Zwillinge sind in den Genuss gekommen. Brunckhorst, 3×3-Goldmedaillengewinnerin von Paris, ehemalige TKH-Spielerin und aktuelle Alba-Berlin-Managerin, war zu Besuch in Hannover. Die Basketball-Familie ist eng verknüpft.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es zäh und holprig. Coach Sundberg musste in seiner Auszeit nach einem 0:8-Lauf zum 37:41 sehr laut werden. Seine Ansage half. Den Luchsen gelang zum Ende des dritten Viertels der Ausgleich.
Wie in der gesamten Partie wechselte auch im Schlussabschnitt die Führung hin und her. Ex-Nationalspielerin Romy Bär besorgte für Halle mit einem Dreier das 48:49, musste kurz darauf aber wegen ihres fünften Foulspiels von der Platte. Der MBC musste also in der heißen Endphase ohne seine beste Spielerin auskommen.
Wenige Minuten später kassierten auch Alyssa Brown und Serena Manala ihr jeweils fünftes Foul. Hannover war also nur noch zu sechst in den letzten Minuten.
Spielmacherin Dwyer hatte es in die Hand genommen und Hannover fast im Alleingang die plötzlich deutliche 61:53-Führung besorgt. Aber Halle schlug zurück und drehte 11,3 Sekunden vor Schluss die Angelegenheit auf 69:70. Das Spiel schien schon verloren. Bis Dwyer alles ausblendete – und doppelt traf.
Unterdessen haben die Verantwortlichen der Luchse auf die Personalnot reagiert. Hannah Simental wechselt sofort aus Zypern (Enad Nicosia) nach Hannover. Die US-Amerikanerin zog eine Klausel, die ihr den Ausstieg zum 31. Dezember erlaubt. Die Luchse schlugen zu und freuen sich über die Aufbauspielerin, die den TKH-Kader entlasten soll. Simental sollte zur nächsten Partie am 11. Januar in beim Top-Spiel in Keltern schon spielberechtigt sein.
TKH-Punkte: Dwyer 22, Hjern 14, Jongeling 13, Manala 12, Brown 6, Armansdottir 4.
Text: Simon Lange

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