Thriller, Overtime, FINALE!
Was für eine Halbfinalserie, was für ein Entscheidungsspiel! Mit 67:75 setzen sich die Saarlouis Royals im Do or die-Spiel am 15. April gegen die amtierenden Deutschen Meisterinnen von ALBA Berlin durch und haben nun selbst Chancen, den Meistertitel an die Saar zu holen. Gegner im Finale werden die Rutronik Stars Keltern sein, die sich ebenfalls in einem Entscheidungsspiel mit 77:53 gegen die GiroLive Panthers Osnabrück durchsetzten.
Fotos: Tilo Wiedensohler
Das erste Viertel schien mit dem inzwischen beinahe schon üblichen Schlagabtausch zwischen ALBA und den Royals auf Augenhöhe zu beginnen. Doch nach drei Minuten lag Saarlouis dank eines Dreiers von Jessika Schiffer 4:8 vorne. Bei knapp der Hälfte des Viertels stand es nach einem Korbleger von Erika Davenport bereits 6:12 für die Saarlouis Royals. Auffällig wurde aber bereits, dass die Gastgeberinnen insbesondere bei den Offensiv-Rebounds dominierte und sich so immer wieder zweite Chancen herausspielen konnte. So kam Berlin dann auf 10:12 an die Royals heran. Mit einem Dreier markierte Gabija Meškonytė den Viertelendstand von 10:17.
Nach einer knappen Minute im zweiten Viertel traf ALBA Berlin durch Marie Bertholdt für drei und nach einem Fastbreak kam Tessa Stammberger mit einem Korbleger auf ein 15:19 heran. Die Royals rissen das Ruder jedoch wieder an sich zurück und konnten ihren Vorsprung wieder in einem 10:0 Lauf auf 17:31 ausbauen. Mit einem Dreier der luxemburgischen Nationalspielerin Magaly Meynadier stand es 24:36. Mit diesem Spielstand ging es in die Halbzeitpause.

ALBA Berlin kam wie ausgewechselt aus der Kabine. Hatten die Berlinerinnen in der ersten Hälfte zahlreiche Fehlwürfe, trafen sie nun ungleich besser: Steffi Grigoleit und Deeshyra Thomas punkteten sich in einem 9:0-Lauf an Saarlouis heran auf ein 33:36. Die Royals drangen ihrerseits kaum durch die Berliner Defense durch. Würfe gingen daneben, Bälle gingen verloren oder landeten als Rebounds bei ALBA. Roosa Lehtoranta erzielte mit einem Dreier die einzigen Punkte in diesem Viertel. Das Momentum war klar bei ALBA Berlin. Erinnerungen an Spiel 4 wurden wach, in dem ALBA in der zweiten Hälfte aufholten, ausglichen sowie die Führung übernahmen und am Ende den Sieg für sich verbuchten. Und so glich Leoni Kreyenfeld für Berlin bei 36 Sekunden Restspielzeit auf 36:36 aus, bevor Emily Kiser kurz darauf mit zwei Freiwürfen die Führung zum 41:39 übernahm.
Der vierte Spielabschnitt begann mit dem üblichen Schlagabtausch auf Augenhöhe: Erika Davenport glich aus, Marie Bertholdt brachte mit einem Korbleger die Deutschen Meisterinnen wieder in Führung. Long Story short: so ging es weiter. Die Crunchtime wurde so zum wahren Thriller. Als Martha Burse 19 Sekunden vor dem Viertelende gefoult wurde, schritt sie an die Freiwurflinie und verwandelte beide Würfe zum 56:58. ALBA griff an und mit einer Sekunde Restspielzeit nahm Deeshyra Thomas einen Wurf für Berlin, der den Korb verfehlte – doch die Schiedsrichter pfiffen ein Foul, so dass Thomas an der Freiwurflinie den Ausgleich erzielte. Mit 0,7 Sekunden Restspielzeit nahm Royals-Head Coach Matīss Rožlapa eine Auszeit. Mit 0,7 Sekunden hat man keinen großen Raum für Spielzüge, doch gab Rožlapa eine brillante Idee vor: Roosa Lehtoranta machte einen weiten Einwurf in Richtung Hayley Frank auf Korbhöhe, die den Ball mit einem Alley Oop durch die Reuse schicken sollte. Leider kam der Pass nicht auf der richtigen Höhe an, so dass die Sirene ertönte und es in die Verlängerung ging.

Und wieder ging es typisch los: Führung für Berlin, Ausgleich durch Gabija Meškonytė, Führung für Saarlouis durch Hayley Frank, Ausgleich ALBA durch Deeshyra Thomas. Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Jumpshot von Martha Burse zum 62:64, dasselbe nochmal zum 62:66 und schließlich ein Dreier von Hayley Frank zum 64:69. Nach einem Korbleger von Erika Davenport stand es mit Beginn der letzten Minute 65:71. Berlin musste versuchen durch Fouls und Freiwürfe der Royals wieder in Ballbesitz zu kommen. Gabija Meškonytė traf einen von zwei Freiwürfen zum 65:72. Dann ein Foul der Royals und Freiwürfe für ALBA, die Deeshyra Thomas beide verwandelte. 67:72 und 30 Sekunden übrig. Dann wurde Roosa Lehtoranta gefoult, die beide Freiwürfe für Saarlouis versenkte! 67:74 und noch lange 28 Sekunden – jedoch bei einem guten Vorsprung! Berlin setze wieder zum Angriff an und verfehlte einen Dreier, Rebound bei Maruša Seničar, die auch gleich wieder gefoult wurde. Seničar verwandelte nur einen Freiwurf, was bei einem Stand von 67:75 und 10 Sekunden Restspielzeit jedoch nicht mehr weiter tragisch war. ALBA gab nicht auf und setzte nochmals zum Angriff auf den royalen Korb an. Zwei Dreierversuche der Gastgeberinnen in den letzten fünf Sekunden blieben Versuche – Schluss-Sirene! Was für ein Spiel!
Viertelergebnisse: 10:17 | 14:19 | 17:3 | 17:19 | OT 9:17
Teamvergleich Berlin-Saarlouis: Feldwurf-Quote 30.1%-40.9% | 2 Punkte-Quote 36.5%-44.7% | 3 Punkte-Quote 14.3%-35.7% | Freiwurf-Quote 83.3%-78.6% | Rebounds 51-37 (Offensiv 23:11) | Assists 16:17 | Steals 6-10 | Blocks 4-2 | Turnover 16-15 | Fouls 16-27
Die komplette Spielstatistik ist hier zu finden. Das Spiel ist als Re-Live bei Sporttotal.tv kostenlos abrufbar.
Über- und Rückblick auf das Halbfinale zwischen ALBA Berlin und den Saarlouis Royals mit Links zu den Aufzeichnungen der Livestreams der Spiele bei Sporttotal:
Spiel 1: Samstag, 05.04.2025 – Sieg für ALBA Berlin mit 66:57 >>> Re-Live
Spiel 2: Montag, 07.04.2025 – Sieg für die Saarlouis Royals mit 67:70 >>> Re-Live
Spiel 3: Freitag, 11.04.2025 – Sieg für die Saarlouis Royals mit 66:52 >>> Re-Live
Spiel 4: Sonntag, 13.04.2025 – Sieg für ALBA Berlin mit 52:55 >>> Re-Live
Spiel 5: Dienstag, 15.04.2025 – Sieg für die Saarlouis Royals mit 67:75 >>> Re-Live
Viel Zeit zum Ausruhen bleibt den Saarlouis Royals nicht, denn bereits am Samstag geht es weiter mit dem Finale. Die Generinnen, die Rutronik Stars Keltern, mussten gleichfalls die gesamte Serie gegen die GiroLive Panthers Osnabrück spielen. Aufgrund des Heimvorteils fand das Entscheidungsspiel jedoch in der heimischen Speiterlinghalle statt, während die Royals noch eine lange Heimreise von Berlin nach Saarlouis auf sich nehmen müssen. Auch das Finale wird im Modus „best of five“ ausgespielt und beginnt in Keltern. Die Termine der Finalserie lauten:
Spiel 1: Samstag, 19.04.2025 um 18:00 Uhr in der Speiterlinghalle Dietlingen
Spiel 2: Montag, 21.04.2025 um 16:00 Uhr in der Speiterlinghalle Dietlingen
Spiel 3: Freitag, 25.04.2025 um 19:00 Uhr in der Stadtgartenhalle Saarlouis
Spiel 4: Sonntag, 27.04.2025 um 15:00 Uhr in der Stadtgartenhalle Saarlouis (falls erforderlich)
Spiel 5: Donnerstag, 01.05.2025 um 19:00 Uhr in der Speiterlinghalle Dietlingen (falls erforderlich)