Sterne stellen auf 2:0
Die Kelterner Basketballerinnen gewinnen das zweite Halbfinalspiel gegen Alba Berlin deutlich mit 68:48. Noch ein Sieg fehlt für den Finaleinzug.
JOHANNES ROSE | PFORZHEIMER ZEITUNG
Mitten im zweiten Viertel klatschte Matea Tavic an der Seitenlinie in die Hände – und sah, wie ihr Team Punkt für Punkt davonzog. In diesen Minuten kippte das Spiel endgültig in Richtung der Kelterner Basketballerinnen. Am Ende gewinnen die Rutronik Stars mit 68:48 (36:18) auch das zweite Halbfinalspiel der Damen-Basketballbundesliga gegen Alba Berlin und führen in der Best-of-five-Serie nun mit 2:0.
Dabei begann die Partie alles andere als nach einem klaren Abend für die Gastgeberinnen. Alba trat deutlich stabiler auf als noch im ersten Spiel, suchte den Kontakt, spielte physisch – und lag am Ende des ersten Viertels sogar mit 15:12 vorne. Keltern wirkte in dieser Phase fahrig, leistete sich zu viele Ballverluste. Doch dann kam das zweite Viertel. Und mit ihm ein komplett anderes Gesicht der Sterne.
Keltern verteidigte bissiger, hatte immer wieder die Hände am Ball, zwang Alba zu schwierigen Würfen – und schaltete nach Ballgewinnen gnadenlos schnell um. Punkt für Punkt setzte sich das Team ab. 24:3 in zehn Minuten. Berlin gelang in diesem Abschnitt kein einziger Korb aus dem Feld, die einzigen Punkte kamen von der Freiwurflinie. Ein Steal direkt nach Einwurf, der einfache Abschluss zum 34:16 durch Ana Mandic – die Szene stand exemplarisch für eine Phase, in der Keltern das Spiel an sich riss. Zur Pause war beim Stand von 36:18 bereits eine klare Richtung vorgegeben. „Ich bin wie nach dem ersten Spiel glücklich damit, wie wir gespielt haben“, sagte Tavic. „Die Spielerinnen haben den Matchplan gut umgesetzt. Alle waren wichtig.“
Nach der Pause stemmte sich Alba gegen die drohende Niederlage, spielte wieder strukturierter und hielt dagegen. Doch näher als ein kleiner Hoffnungsschimmer kamen die Gäste nicht. Keltern kontrollierte das Geschehen, fand immer wieder Antworten – etwa, als eine kurzzeitige Berliner Zonenverteidigung prompt mit einem Dreier von Makenna Marisa aus der Ecke bestraft wurde.
Dass der Sieg am Ende so deutlich ausfiel, lag auch an der Breite im Kelterner Kader. Kapitänin Alexandra Wilke war mit 13 Punkten beste Werferin – und stand gerade einmal 21 Minuten auf dem Parkett. Insgesamt kamen 39 Zähler von der Bank. Unter dem Korb dominierten die Sterne (44:35 Rebounds), während Alba große Probleme im Abschluss hatte (27 Prozent Trefferquote).
„Wir haben eine bessere Mentalität gezeigt als im ersten Spiel“, sagte der Berliner Trainer Cristo Cabrera – und nahm das schwache zweite Viertel auf seine Kappe: „Ich habe keinen Weg gefunden, dem Team beim Scoren zu helfen.“
Ein Makel blieb aus Kelterner Sicht trotz des deutlichen Erfolgs: 20 Ballverluste. „Das ist zu viel“, sagte Tavic. Am souveränen Auftritt änderte das allerdings wenig. Zwei Siege sind eingefahren – der dritte fehlt noch. „Die Serie ist nicht vorbei. Es gibt noch ein Spiel, das wir gewinnen müssen“, betonte Tavic. Diese Gelegenheit bietet sich bereits am Mittwoch (19 Uhr) in Berlin.