Starker Schlussspurt beschert einen klaren Erfolg
Spitzenreiter Keltern bezwingt in der Basketball-Bundesliga Nördlingen zu Hause mit 82:60.
ANDREAS WAGNER | KELTERN (Pforzheimer Zeitung)
Verständlich wirkte Gäste-Trainer Niko Kuusi nach der Partie niedergeschlagen. 30 Minuten lang hatte das Team des Tabellenachten, das seit Wochen wegen Verletzungen nur aus sieben einsatzfähigen Spielerinnen besteht, dem Favoriten Paroli geboten und sogar an einer Überraschung geschnuppert – um dann am Ende noch unterzugehen. Keltern drehte im letzten Viertel auf und entschied es mit 32:8 für sich. „Wir waren gut in den ersten drei Vierteln, haben den Ball gut bewegt, hatten eine solide Defensive und uns Vorteile erarbeitet“, sagte Kuusi. Dann habe man einfache Körbe des Gegners zugelassen, sich einfache Ballverluste erlaubt. Auch eine Folge des kleinen Kaders: „Wir waren müde“, so Kuusi über das letzte Viertel.
Müdigkeit war aber auch ein Thema bei den Gastgeberinnen, die überdies auf Trinity Baptiste verzichten mussten – die US-Amerikanerin hatte sich im Training einen Bruch im Fuß zugezogen und wird einige Wochen ausfallen. „Drei Viertel lang haben wir miserabel gespielt“, sagte Sterne-Chefcoach Matea Tavic, die dafür aber auch eine Erklärung hatte: die Belastungen derzeit im Training. Schon jetzt richtet sich Tavic‘ Blick auf die Saisonhöhepunkte mit dem Pokal-Final-Four in vier Wochen und die Bundesliga-Play-offs im April. Parallel zu den letzten Spielen der DBBL-Hauptrunde läuft somit die Vorbereitung auf die späteren Aufgaben, wenn es dann um Titel geht.
Gleichwohl sah die Trainerin gegen Nördlingen auch „viele Fehler, die nicht verständlich sind“, so Tavic. Und sie sah vor allem lange Zeit ungewöhnlich viele Fehlwürfe ihres Teams. Die Gäste legten nach Spielbeginn rasch vor und behaupteten ihre Führung lange – auch weil Keltern aus dem Spiel heraus erst nach fünfeinhalb Minuten traf: Ana Mandic verkürzte auf 4:8. Ein Zwischenspurt brachte den Rutronik Stars beim 10:8 und dann beim 13:10 die ersten Führungen, doch nach zehn Minuten lag Nördlingen vorn (15:17).
Im zweiten Abschnitt schien sich der Wind zu drehen – mit einem 7:0-Lauf legte Keltern auf 30:24 vor. In den letzten drei Minuten vor der Halbzeit traf für die Sterne aber nur Maud Huijbens noch einmal, während die Angels die Lücke fast schlossen (32:31).
Nach der Pause waren die Sterne ihre knappe Führung rasch wieder los: Nördlingen hatte erst vier Punkte Vorsprung (32:36) und wenig später sieben (40:47). Kurz vor Ende des dritten Viertels waren es sechs Zähler (46:52), ehe Mandic und Alexandra Wilke noch auf 50:52 verkürzten.
Die Gäste hatten bis dahin eine bessere Trefferquote aus dem Feld, vor allem aus der Distanz: Sechs Dreier hatte Nördlingen verwandelt, Keltern bei ebenfalls 13 Versuchen in den ersten 30 Minuten nur zwei. Aus der Nahdistanz war die Quote fast ausgeglichen. Die Sterne profitierten von der höheren Zahl an Offensivrebounds und den sich dadurch bietenden zweiten Wurfchancen sowie etlichen Ballverlusten der Gäste.
Im letzten Abschnitt fanden die Distanzwürfe dann reihenweise ihr Ziel: Huijbens, Wilke und Nevena Rosic verwandelten je zwei Dreier. Alexandria Kiss-Rusk, neben Wilke Topscorerin ihres Teams, steuerte weitere Punkte bei, während den Gästen nur noch wenig glückte. Kelterns Vorsprung wuchs – von 55:52 auf 60:53 und 73:58. Nördlingen punktete dreieinhalb Minuten letztmals, von der Freiwurflinie zum 73:60. Danach trafen nur noch die Sterne.