Gute Jugendarbeit – Was ist das eigentlich?

GUTE JUGENDARBEIT – Was ist das eigentlich?

Da die „Basketball-Experten“ in den sozialen Medien und Foren sich nach der TOP4-Vergabe nach Keltern wieder einmal sehr negativ über die angeblich nicht gute Jugendarbeit der Rutronik Stars ausgelassen haben, wollen wir in diesem Bericht einmal erörtern, was überhaupt unter einer guten Jugendarbeit in einem Verein zu verstehen ist. Und dies ist vollkommen unabhängig von der Sportart welche im jeweiligen Verein angeboten wird.

Ist eine gute Jugendarbeit die absolute Förderung der Spitze? Oder auch zum Beispiel die nachhaltige Förderung einer breiten Basis sport-begeisterter Jugendlichen. Eine wirklich sehr spannende Frage.

Der FC Nöttingen in welcher die Basketball-Abteilung der Rutronik Stars eingegliedert ist, hat in seiner Fußball-Abteilung bereits vor vielen Jahren den Weg der Förderung der Spitze gewählt. Als Ergebnis dieser Ausrichtung ist es gelungen, eine sportlich sehr erfolgreiche Jugendarbeit zu installieren. Alle Teams spielen in den höchsten Jugendklassen des Badischen Fußballverbandes, teilweise auch in den höchsten Jugend-klassen in Baden-Württemberg, was im Fußball eine tolle Leistung ist. Auch haben wir dort eine sehr engagierte Elternschaft, die viel Herzblut und Opferbereitschaft für ihre Kinder einbringen. Oftmals werden pro Woche viele Kilometer für die Ausbildung der Kinder zurückgelegt. Eine tolle Sache – auch für unseren Verein. Der Preis den hierfür ein ländlich strukturierter Verein bezahlen muss, kann jedoch relativ hoch sein. Denn es gibt oftmals keinen Platz für sportbegeisterte Jugendliche aus dem eigenen Dorf, da diese mit der auserwählten „Elite“ aus dem weiten Umfeld nicht mithalten können und deshalb auf der Strecke bleiben. Und genau dies sind später diejenigen Personen, welche ein Verein dringend benötigt um eine nachhaltige Vereinsarbeit über Jahre gewährleisten zu können.

Und genau deshalb verfolgt die Basketball-Abteilung der Rutronik Stars eine andere Strategie. Denn in einem Basketball-Verein ist es noch viel schwieriger ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden, als in einem Fußball-Verein. Aber ist es in Basketball-Deutschland so verwerflich, wenn ein kleines Dorf, ohne jegliche gute Verkehrsanbindungen eher die Breite als die Spitze fördert?

Das Jugendprogramm der Sterne beginnt bereits im Vorschulalter mit dem Kinderturnen. Hier wurden noch bis zum letzten Sommer mehr als 60 Kinder wöchentlich betreut. Im Minibereich ist es einer sehr engagierten Juliane Höhne gelungen, durch ihr großes Engagement, viele Kinder für den Basketball-Sport zu begeistern. Auch die Basketball-Camps der Rutronik Stars werden immer beliebter und begeistern auf dem „Land“ jedes Mal zahlreiche Kinder. In den Bereichen U14/U16 engagiert sich seit einigen Jahren Head-Coach Christian Hergenröther mit großem Erfolg. Erfolg deshalb, da es ihm wie auch Juliane Höhne gelungen ist, neben der sportlichen Entwicklung der Mädchen auch deren Eltern in den Verein zu integrieren. Wie das funktioniert kann man bei den Heimspielen der Rutronik Stars hautnah erleben. Mittlerweile hat sich eine Fan-Base in Keltern entwickelt, welche mittlerweile zu den TOP3 der DBBL gehört. Und auch beim Auswärtsspiel in Heidelberg sind über 50 Personen mitgereist um die Sterne lautstark zu unterstützen. Und genau diese Fan-Base hat sich weitestgehend aus der Jugendabteilung entwickelt. Kann dieser Trend auch in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden, brauchen sich die Rutronik Stars für die Zukunft Ihres Vereins keine Sorgen machen. Und genau das ist das Ziel.

Was ist daran so verwerflich, wenn das kleinste Dorf der Liga einen anderen Weg geht. Andere Vereine wie Heidelberg, Freiburg, Marburg, Hannover, Göttingen, Berlin…..haben da bedingt durch ihre Verkehrs-anbindungen, Schulen und Universitäten ganz andere Möglichkeiten. Auch ist es dort möglich sowohl die Spitze als auch die Breite zu fördern. Was in Keltern auch schon aufgrund fehlender Hallenkapazitäten leider nicht möglich ist.

Und aufgrund dieser Fakten, macht Keltern alles andere als eine schlechte Jugendarbeit. Im Gegenteil: Wir sind sehr Stolz auf unsere Jugend und deren Eltern. Generell sehen wir uns aufgrund unserer Möglichkeiten auf einem sehr guten „Kelterner“ Weg.

Let´s go Rutronik Stars