„David“ ETV schlägt sich gegen „Goliath“ Bochum wacker
Sie brachten den Favoriten zumindest leicht ins Wanken: Aufsteiger Eimsbütteler TV hat in der Toyota 2. Damen Basketball Bundesliga (DBBL) gegen Tabellenführer AstroLadies Bochum beim 57:65 (27:37) über weite Strecken gut mitgehalten.
Sie ließen sich im letzten Heimspiel des Jahres die gute Laune nicht verderben und stimmten am Ende mit ihren Fans bei Glühwein Weihnachtslieder an. Zwar war das vorweihnachtliche Wunder im Spiel David gegen Goliath ausgeblieben, und doch waren irgendwie alle froh und munter in Reihen der Hamburgerinnen, die nicht nur nach Meinung ihres Trainers „Charakter bewiesen“ hatten.
„Beim Blick aufs Scouting stellt man schnell fest, dass wir es ein klein wenig selbst in der Hand hatten, da die Bochumerinnen nicht zwingend besser waren. Sie haben lediglich mehr Würfe erspielt und konnten mit einer deutlich höheren Trefferquote ihre Chancen besser verwerten“, fasste Fredrick Kleemichen die 40 effektiven Spielminuten perfekt zusammen.
Nach einer staubedingten Verspätung des halben Teams erwischten die AstroLadies einen holprigen Start – oder andersherum die ETV-Ladies einen sehr guten (18:10 nach neun Minuten). „Da haben wir gemerkt, dass Bochum auch nur mit Wasser kocht“, so Kleemichen. Im zweiten Viertel indes konnte Bochum seine individuelle Klasse vermehrt zeigen – vor allem in Person der überragenden Centerin Keylyn Filewich (24 Punkte, 16 Rebounds), die durchspielte, und Forward Tegan Graham (12/8). In dieser Phase entstand auch die Bochumer Führung, der die Korbjägerinnen aus dem Herzen Hamburgs bis zum Schluss vergeblich hinterherliefen.
Immerhin durfte der ETV am Ende zwei gewonnene Viertel für sich verbuchen, bei etwas mehr Wurfglück von außen wäre vielleicht sogar mehr drin gewesen. Dennoch war Coach Kleemichen schlussendlich „stolz auf das gesamte Team und die Moral. Vor dem Spiel haben wir wenig über ein Ergebnis gesprochen, sondern eher mit welcher Einstellung wir ins Spiel gehen wollen. Wenn es danach geht, ist der Plan super aufgegangen“, sagte er mit einem Lächeln. Beste ETV-Scorerin war diesmal Point Guard Paula Alvarez, die auch dank drei verwandelter Dreipunktewürfe in Abschnitt drei auf 13 Punkte kam.
Zu Ende ist das Basketballjahr für ihn und sein Team allerdings noch nicht – im Gegenteil. Am kommenden Wochenende wartet gegen Tabellenzweiten ChemCats Chemnitz das nächste David-gegen-Goliath-Duell, und das auch noch auswärts. Und auch eine Woche später geht es noch einmal auf Reisen, und zwar ins hessische Grünberg.