Endlich wieder Feuerwerk: Spielmacherin ist zurück bei den ChemCats

Bericht aus der Freien Presse: 30.10.2023
Die Basketballerinnen aus Chemnitz konnten auch das dritte Heimspiel in der 2. Bundesliga gewinnen und freuen sich über ein wichtiges Comeback.

Es war nicht zu erkennen, wer mehr strahlte –ihre neongelben Schuhe oder ihr Gesicht. Die Durststrecke von 272 Tagen ohne Spiel hatte am Samstagabend in der Sporthalle am Schloßteich für Joy Baum ein Ende. Gegen die Talents Bonn-Rhöndorf konnte die Spielmacherin der ChemCats beim 71:63-Sieg der Chemnitzer Zweitliga-Basketballerinnen erstmals seit Januar wieder auf dem Feld mithelfen.

Nach langer Verletzungspause zurück auf dem Feld: Joy Baum. Bild: Alexander Trienitz

Beim Aufwärmen war die positive Energie der 21-Jährigen nicht zu übersehen. „Lets go“, rief sie ihren Mitspielerinnen bei ständig zu. Und das sei laut Trainer Thomas Seltner auch ein großer Vorteil für das Team. „Sie ist ein emotionaler Typ, der uns ganz sehr hilft. Sie kommt auf das Feld – und da ist Feuerwerk“, sagte er. Sportlich sei sie noch eine „ganze Ecke“ von ihrer Form weg, aber die positiven Emotionen gäben dem Team sehr viel.

Die Chemnitzerinnen hatten keinen herausragenden Start ins Spiel gegen Bonn-Rhöndorf. Die Dreierwürfe wollten nicht im Korb landen und auch die einen oder anderen sicher geglaubten zwei Punkte wurden doch nicht versenkt. Doch konnten sich die ChemCats sowohl in der Defensive als auch in der Offensive auf ihre Centerspielerin Emilia Dannebauer verlassen, die mit ihren Rebounds den Ballbesitz sicherte.

Nach achteinhalb Minuten Spielzeit durfte dann Joy Baum ihr Comeback feiern. Über ihre ersten Spielminuten sei sie „mega glücklich“ gewesen. Und sie hätte „nicht erwartet, dass es so gut läuft“, sagte sie. Sechs Punkte sollte sie am Ende machen. Der lange Genesungsprozess habe sich dafür auf jeden Fall gelohnt, sagte die Nationalspielerin Luxemburgs. Aus dem ersten Viertel kamen die Chemnitzerinnen mit einer schmalen Führung von 22:18.

Joy Baum fehlt noch einiges an Kondition, sodass sie insgesamt nur knapp acht Minuten auf dem Feld stand. Trotzdem sei sie überrascht gewesen, dass sie so viel Spielzeit bekam, sagte sie. Trainer Seltner: „Wenn wir es nicht gebraucht hätten, hätte sie heute nicht so viel gespielt.“ In Rückstand liegend brachte der Coach die Comeback-Spielerin in der letzten Minute des zweiten Viertels noch einmal aufs Feld und sie trug sich gleich auf dem Scoreboard ein. Vor Ablauf der Shotclock fiel Baums Zweierwurf in den Korb zum Halbzeitstand von 32:34.

Zu Beginn der zweiten Hälfte waren die Gäste überlegen, kurzzeitig lagen sie mit sechs Punkten vorn. Doch die Heimmannschaft fing sich in den letzten Minuten, auch durch Baums giftige Spielweise in der Defensive. Zur letzten Viertelpause stand das Spiel ausgeglichen 49:49. Zu Beginn des letzten Viertels gelingt der Chemnitzer Unterschiedsspielerin Myah Taylor dann alles. Insgesamt machte sie mit 24 Punkte. Auch Leann Rebentisch zeigte eine sehr starke Leistung und konnte mit 10 Punkten und starker Defense ihre positive Entwicklung einmal mehr zeigen.

Sie hatte großen Anteil am Chemnitzer Erfolg: Joy Baum. Bild: Alexander Trienitz

„Am Ende war es ein hart erkämpfter Sieg. Kein schöner, aber einer, den wir ganz dringend brauchen“, sagte Trainer Seltner . Und auch Joy Baum war glücklich. „Ich habe es vermisst, gegen andere Spielerinnen zu spielen und herausgefordert zu werden.“ Das war ihr nach dem Spiel anzusehen. Die neongelben Schuhe wirkten fast dezent neben ihrem Grinsen.

Statistik Chemcats: Taylor (24), Dannebauer (12), Rebentisch (10), Peroche (9), Baum (6), Schmieder (5), Kluge (5), Knorr, Beier, Küppers, Wahren