ChemCats vor dem Neustart: Vertraute Gesichter gehen, neue Verantwortung entsteht
Die ChemCats Chemnitz stehen vor einer richtungsweisenden Saison. Nach den Abschieden von Trainer Mika Scheidemann sowie mehreren langjährigen Spielerinnen setzt der Verein auf Kontinuität an der Seitenlinie, junge Talente im Kader und gezielte Verstärkungen. Mit Thomas Seltner als Headcoach, Leni Knorr als künftiger Führungsspielerin und Neuzugang Lena Dziuba beginnt ein neues Kapitel im Chemnitzer Frauenbasketball.
Die ChemCats Chemnitz stehen vor einer der spannendsten und zugleich herausforderndsten Spielzeiten der vergangenen Jahre. Nach mehreren personellen Veränderungen auf und neben dem Spielfeld richtet sich der Blick des Vereins bereits auf die Saison 2026/27. Abschiede prägender Persönlichkeiten, die Rückkehr eines vertrauten Trainers sowie erste wichtige Personalentscheidungen markieren den Beginn eines Umbruchs.
Abschied von Mika Scheidemann
Mit dem Ende der Saison verabschieden sich die ChemCats Chemnitz von Mika Scheidemann. Insgesamt war er drei Jahre Teil des Trainerteams, zunächst eineinhalb Spielzeiten als Co-Trainer, anschließend als Headcoach des Bundesliga-Teams.
Während seiner Zeit in Chemnitz brachte er sich mit großem Engagement in die sportliche Entwicklung des Vereins ein und war eine wichtige Bezugsperson innerhalb des Teams. Nun möchten sich beide Seiten neu orientieren und gehen künftig getrennte Wege.
Thomas Seltner übernimmt erneut die Verantwortung
Die Suche nach einem Nachfolger führte die ChemCats zu einem bekannten Gesicht. Thomas Seltner übernimmt zur kommenden Saison erneut die Verantwortung für das Bundesliga-Team.
Bereits zwischen 2019 und 2024 betreute er die ChemCats erfolgreich in der 2. DBBL. Nach der Übergabe des Teams an Mika Scheidemann im November 2024 konzentrierte sich Seltner wieder verstärkt auf den Nachwuchsbereich, blieb dem Bundesliga-Team jedoch als Co-Trainer erhalten.
Seit fast zwei Jahrzehnten ist Seltner eng mit dem Chemnitzer Basketball verbunden. Seine besondere Stärke liegt in der Ausbildung und Entwicklung junger Spielerinnen. Genau diese Erfahrung soll nun eine zentrale Rolle spielen, denn die ChemCats wollen den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und jungen Talenten künftig noch mehr Verantwortung übertragen.
Schmerzhafte Abschiede prägender Persönlichkeiten
Der personelle Umbruch wird auch durch mehrere Abgänge sichtbar.
Mit Erin Stroberg verabschiedet sich eine Spielerin, die in den vergangenen beiden Spielzeiten mit Einsatzbereitschaft, Kampfgeist und ihrer positiven Art wichtige Impulse für das Team setzte.
Besonders emotional fällt der Abschied von Jessica Kluge aus. Nach 15 Jahren im Trikot der ChemCats endet eine außergewöhnliche Verbindung zwischen Spielerin und Verein. Über viele Jahre hinweg prägte sie die Entwicklung des Vereins auf und neben dem Spielfeld und wurde zu einer festen Größe innerhalb der ChemCats-Familie. Der Verein hofft jedoch, Jessica Kluge auch künftig in anderer Rolle im Vereinsumfeld halten zu können.
Auch Lilly Küppers wird künftig nicht mehr für Chemnitz auflaufen. Die heute 21-Jährige wechselte 2021 als 16-jährige Nachwuchsspielerin nach Chemnitz und entwickelte sich in den vergangenen fünf Jahren zu einer der auffälligsten jungen Spielerinnen Deutschlands.
Nach einem Kreuzbandriss im Jahr 2022 kämpfte sie sich eindrucksvoll zurück und entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer Leistungsträgerin. Ihre Auszeichnung als „Young Player of the Year“ der 2. DBBL Nord sowie Einsätze für die deutschen U20- und U23-Nationalteams unterstreichen ihren sportlichen Weg. Mit ihrem Abschied verliert der Verein nicht nur eine starke Spielerin, sondern auch eine Persönlichkeit, die beispielhaft für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit der ChemCats steht.
Leni Knorr soll eine Führungsrolle übernehmen
Trotz der Abgänge gibt es auch wichtige Signale der Kontinuität. Leni Knorr wird weiterhin das Trikot der ChemCats tragen und soll im neuen Team eine noch größere Rolle übernehmen.
Die 21-Jährige wechselte zur Saison 2022/23 aus Halle nach Chemnitz und entwickelte sich seitdem kontinuierlich zu einer der wichtigsten Spielerinnen im Kader. Mit dem anstehenden Umbruch wird sie künftig noch mehr Verantwortung übernehmen – sowohl auf dem Spielfeld als auch innerhalb der Mannschaft.
Für die ChemCats ist ihre Zusage ein wichtiger Baustein für die kommende Saison. Knorr selbst betont, dass sie sich in Chemnitz sehr wohlfühlt und sich auf die neue Herausforderung mit dem veränderten Team freut.
Lena Dziuba bringt Erfahrung nach Chemnitz
Mit Lena Dziuba präsentieren die ChemCats zudem einen wichtigen Neuzugang für die Saison 2026/27.
Die 23-Jährige wechselt vom Herner TC nach Chemnitz und bringt Erfahrungen aus der 1. DBBL, ihrer Zeit beim BC Pharmaserv Marburg sowie aus den deutschen U18- und U20-Nationalmannschaften mit.
Für Thomas Seltner ist die Verpflichtung ein wichtiger Schritt im Neuaufbau der Mannschaft. Bereits in der Mitteldeutschen Auswahl arbeitete er mit Dziuba zusammen und verfolgte ihre Entwicklung über viele Jahre hinweg.
In Chemnitz soll sie nicht nur sportlich Akzente setzen, sondern auch als Führungsspielerin Verantwortung übernehmen und ihre Erfahrungen an die zahlreichen jungen Spielerinnen im Kader weitergeben. Mit ihrer Variabilität auf mehreren Positionen erweitert sie zudem die taktischen Möglichkeiten des Teams.
Der Blick nach vorn
Die ChemCats stehen vor einer Saison des Wandels. Mehrere langjährige und prägende Persönlichkeiten verlassen den Verein, gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen für die nächste Generation.
Mit Thomas Seltner kehrt ein Trainer zurück, der wie kaum ein anderer für die Entwicklung junger Spielerinnen steht. Mit Leni Knorr bleibt eine wichtige Identifikationsfigur an Bord, während Lena Dziuba zusätzliche Qualität und Erfahrung in das Team bringt.
Die kommende Saison wird geprägt sein von neuen Rollen, neuen Verantwortlichkeiten und der Entwicklung eines jungen Teams. Die ChemCats setzen dabei bewusst auf Kontinuität in der Vereinsphilosophie, die Förderung eigener Talente und gezielte Verstärkungen. Der Umbruch ist groß – die Chancen, die daraus entstehen, aber ebenso.
Die Planungen für die Saison 2026/27 sind damit noch nicht abgeschlossen. Weitere Informationen zu personellen Entscheidungen und zur Kaderzusammensetzung werden die ChemCats in den kommenden Wochen bekanntgeben.