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2. Bundesliga Nord
ChemCats verabschieden Spielerinnen: „Für mein Leben ist es ein riesengroßes Ding gewesen“
verfasst von chemnitz@dbbl.de
Nach 15 Spielzeiten im Trikot der Chemnitzerinnen beendete Jessica Kluge am Samstag beim 87:75-Erfolge in der 2. Bundesliga gegen den Hürther BC ihre Basketballkarriere. Mit Erin Stroberg geht zudem eine Top-Scorerin der Liga.
Sie haben nochmals gezeigt, was den Chemcats zukünftig an ihnen fehlen wird: Im letzten Saisonspiel der 2. Basketball-Bundesliga Nord gehörten Erin Stroberg (21 Punkte/15 Rebounds) und Jessica Kluge (18 Punkte/2 Rebounds) am Samstagabend beim 87:75-Heimsieg der Chemnitzerinnen gegen das Schlusslicht Hürther BC zu den absoluten Leistungsträgerinnen ihres Teams.
Erin Stroberg (am Ball) legte bei ihrem letzten Auftritt für die Chemcats ein Double-Double (zweistellig bei den Punkten und Rebounds) aufs Parkett. Foto: Lisa Hoppe
Doch für beide war es auch das letzte Spiel im Trikot der Chemcats. Sie wurden in der Partie vor rund 350 Zuschauern emotional verabschiedet. „Auf beiden Seiten – sowohl sportlich als auch menschlich – wiegt das sehr, sehr schwer. Sie sind zwei ganz, ganz wichtige Spielerinnen gewesen. Da müssen wir mal sehen, wie wir das als Team, vielleicht auch mit Neuverpflichtungen, auffangen können“, sagte Trainer Mika Scheidemann.
Jessi Kluge (am Ball) wude nach ihrem letzten Auftritt für die Chemcats von den jüngsten Fans der ChemCats umringt . Foto: Lisa Hoppe
Die US-Amerikanerin Erin Stroberg schloss sich den Chemcats im Sommer 2024 an. In der kurzen Zeit habe sie sportlich sehr viel getragen, so Scheidemann. In der jüngst abgelaufenen Saison führt die 26-Jährige die Teamstatistiken bei den Punkten (408) und Rebounds (273) an und liegt damit ligaweit in der Nordstaffel jeweils auf Rang drei. „Bei Erin sieht es so aus, dass sie wahrscheinlich ins Ausland gehen wird, um dort den nächsten Schritt zu machen. Ganz fest ist das aber noch nicht“, erklärte der Coach. Jessica Kluge wird ihre Karriere dagegen beenden. Mit der 28-Jährigen verliert der Verein auch eine Identifikationsfigur.
Mit zwölf Jahren trat sie in den Verein ein und blieb den Chemcats seitdem treu. „Der Abschied wird sehr, sehr emotional für mich. Jetzt gerade geht es noch, obwohl es jetzt das letzte Training ist, und ein bisschen Emotionen aufkommen. Aber wenn ich dann realisiere: das war das letzte Mal mit dem Team, das letzte Mal so richtig in der Halle, das letzte Mal vor dem Publikum – da wird schon die ein oder andere Träne fließen“, sagte sie beim Abschlusstraining am Freitagabend. In ihren 15 Spielzeiten hat sie einiges erlebt, Verantwortung übernommen und führte das Team auch einige Jahre als Kapitänin aufs Feld. Trotz dieser Leistungen blickt sie mit einer Portion Bescheidenheit auf ihre Karriere zurück. „Um ehrlich zu sein, haben wir, habe ich nie wirklich etwas Großes wie einen Meistertitel erreicht. Der Abstieg in die 2. Liga, der erstmal schlecht klingt, war aber am Ende ein schöner Neuanfang. Das war das Beste, was uns hier und mir persönlich passieren konnte, um einfach wieder Teil des Bundesligateams zu sein und mithalten zu können“, sagte sie.
Und fügte an: „Ich bin wahnsinnig dankbar, ein Teil der Chemcats gewesen zu sein und hoffe, dass es lange hier weitergeht und viele Kinder die Chance haben, eine Leidenschaft zu finden. Für mein Leben ist es ein riesengroßes Ding gewesen.“Für sie persönlich geht es auch erstmal ins Ausland. „Ich werde auf jeden Fall – von wo auch immer – weiter ein Auge auf die Chemcats haben.“
Im letzten Saisonspiel gegen den Hüther BC standen aber nicht nur die beiden Abgänge im Mittelpunkt, sondern das ganze Team. Tabellenplatz sechs als Endplatzierung stand bei den Chemnitzerinnen bereits vor der Partie fest. Alle einsatzfähigen Akteurinnen bekamen zum Abschluss noch Spielzeit und durften sich auf dem Parkett präsentieren. „Das hat gut geklappt und wir haben gewonnen, wie wir es uns vorgenommen hatten“, so Scheidemann. Spielerisch war aber noch etwas Luft nach oben. „Wir hatten viele Ballverluste. Das lag aber vielleicht auch an den vielen Wechseln und das wir dadurch Formationen hatten, in denen wir sonst so nur wenig zusammengespielt haben“, erklärte der Coach. Die Spielerinnen haben nun mindestens eine Woche frei, ehe das individuelle Training wieder beginnt. Die direkte Saisonvorbereitung startet dann Mitte August.