Nead und Linke reißen es herum: Hurricanes gewinnen das Kellerduell
Im Nachholspiel gegen Braunschweig lagen die Hurricanes zeitweise mit bis zu zwölf Punkten zurück. Am Ende retteten sie sich aber in die Verlängerung.
Rotenburg – Als wollte die an den Metallrohren befestigte Uhr in der Pestalozzihalle den rund 80 Zuschauern und vor allem den Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes etwas mitteilen. Sie stand konstant auf kurz vor zwölf. Es war also höchste Zeit, endlich die sportliche Talfahrt zu stoppen. Und eben genau dies gelang der Mannschaft von Coach Christian Greve im nachgeholten Kellerduell gegen Eintracht Braunschweig. Sie entschied das Duell Elfter gegen Zwölfter und zugleich wohl wichtigste Niedersachsen-Derby der vergangenen Jahre mit 82:75 (71:71/35:38) nach Verlängerung für sich. „Ich bin ein bisschen erleichtert, weil wir uns über eine lange Zeit so schwer getan haben, aber der Glaube war immer da“, gestand Greve hinterher.
Früh lieferten sich beide Teams einen Dreier-Wettbewerb. Aufseiten der Braunschweigerinnen punkteten vor allem Ida Bikker und Brandy Huffhines aus der Distanz, für die Hurricanes steuerte Nele Gleitsmann bis zur Pause drei Dreier bei. Aber auch ihre Teamkollegin Anna Lena Skeib bewies ein gutes Händchen aus der Ferne und brachte ihre Gastgeberinnen nach einem ausgeglichenen ersten Viertel mit 22:20 in Führung (13.). Per Korbleger baute Caroline Schwarz diese bis auf 26:20 aus (14.). Auch nach einem Zwei-Punkt-Wurf von Pia Mankertz zum 31:26 hatten die Hurricanes die Nase zeitweise vorn (15.). Doch die Gäste, die bis dato nur zwei ihrer Spiele gewinnen konnten, fanden in Person von Melody Haertle die passende Antwort und drehten die Partie abermals. Der Point Guard erzielte einen Dreier sowie einen Korbleger zum 38:35-Pausenstand. „Phasenweise haben wir nicht das Energielevel gehabt, das wir brauchten“, monierte Greve.
Das galt auch bis weit in die zweite Halbzeit hinein. Die Hurricanes lagen nach einem Buzzerbeater von Harriet Swindells sogar mit zwölf Zählern in Rückstand (30.). Die Felle schienen den Gastgeberinnen davon zu schwimmen, und auch der direkte Vergleich geriet in Gefahr. Und doch entwickelte sich eines dieser besonderen Spiele, die es nur alle paar Jahre bei den Hurricanes gibt. Punkt für Punkt robbten sie sich heran und glichen tatsächlich noch 55 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit aus. Ausgerechnet die bis dato etwas unglücklich agierende Kendall Nead setzte den Dreier zum 71:71. „In den letzten drei, vier Minuten war die Energie wieder da und das Momentum, das wir da gekriegt haben, haben wir mit in die Verlängerung hineingenommen“, resümierte Greve.
In der Overtime legte Nead mit einem weiteren Distanztreffer nach. Eine Minute vor dem Ende erhöhte Linke ebenfalls per Dreier auf 79:73 – die Vorentscheidung. In der Schlussphase sicherte Mankertz mit drei von vier Freiwürfen den eminent wichtigen Sieg ab. Auch wenn ihr Coach hinterher gestand: „Das Ding hätten wir gerne in der regulären Spielzeit gewinnen können.“
(Freese, Rotenburger Kreiszeitung)