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2. Bundesliga Nord

Nach 16 Jahren: Mankertz hört am Saisonende auf

verfasst von AVIDES Hurricanes

2010 kam Pia Mankertz aus Hamburg zu den Hurricanes. Sie gewann mehrere Titel, stieg in die erste Bundesliga auf und wieder ab. Nun ist Schluss.

Rotenburg – Als es im Spätsommer 2013 für das Team-Fotoshooting auf die Kuhweide an der Scheeßeler Mühle ging, da hatte Pia Mankertz null Berührungsängste. Während die behörnten Rinder sich der Mannschaft immer mehr näherten und schließlich auf den Bildern verewigt wurden, streckte Mankertz ihnen furchtlos ihre Hand entgegen, ließ sich ablecken und blieb so cool wie sonst auch auf dem Basketball-Court. 16 Jahre lang spielte die gebürtige Hamburgerin für die Avides Hurricanes in der ersten und der zweiten Liga eine entscheidende Rolle, war Kopf, Lenker und Kapitänin des Teams. Sie erlebte die größten Triumphe mit. Aber auch Abstiege. Jetzt ist Schluss. Die Grundschullehrerin und ehemalige Nationalspielerin beendet mit 35 Jahren ihre beeindruckende Karriere.

Keine Berührungsängste: Beim Fotoshooting 2013 geht Pia Mankertz mit den Rindern auf Tuchfühlung. © Freese

Von der Metropole aufs Dorf – ein Kulturschock?

„Nee, für mich tatsächlich gar nicht“, meint Mankertz. „Meine Mutter hat immer gesagt, ich bin mehr Dorfmensch als Stadtmensch – und das passt auch so.“ Sie sei gerne in der Stadt, vor allem in Hamburg bei ihrer Familie, aber das Leben auf dem Dorf gefalle ihr einfach besser. Hier fühle sie sich wohl.

Auch auf der Kartbahn gibt Pia Mankertz 2010 Vollgas. © Freese

Die größten Erfolge

Die größten Erfolge fingen für Mankertz bereits in der Jugend an. Überhaupt in die Nationalmannschaft berufen zu werden und dann noch als jüngerer Jahrgang, sei für sie unglaublich gewesen. Zudem gewann sie mit der U 16 des SC Alstertal-Langenhorn die Deutsche Meisterschaft. „Als ich hierhergekommen bin, war unser Ziel der Aufstieg in die erste Damen-Bundesliga“, erzählt die Rotenburgerin. Zwar verloren ihre Hurricanes das Play-off-Finale gegen Osnabrück. Weil Südmeister Bamberg aber auf die Erstklassigkeit verzichtete, rückten Mankertz & Co. nach. „Für mich persönlich war es damals schon ein Erfolg, überhaupt in der 2. Bundesliga zu spielen und dann direkt Zweiter zu werden“, gesteht die langjährige Kapitänin. 2014 gelang dank eines 83:82-Sieges in Braunschweig die Rückkehr ins Oberhaus – dieses Mal aus eigener Kraft. „Das war ein Erlebnis, das einfach im Kopf bleibt“, stellt Mankertz klar. Nur ein Jahr später sorgte ihr Aufsteiger mit dem Gewinn der Bronzemedaille für den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Als persönliches Highlight nennt sie ihre kurze Zeit an der Highschool.

Wie hier im Jahr 2011 klettert Pia Mankertz auch in der Tabelle gerne hoch hinaus. © Freese

Die bittersten Niederlagen

So merkwürdig es zunächst auch klingen mag: Obwohl es ein positives Ende gab, fällt Mankertz als eine der bittersten Pleiten direkt das verlorene Play-off-Finale in ihrem Debütjahr ein. „Es war so, dass wir erst nicht wussten, dass wir auch als Zweiter aufsteigen können“, erinnert sich die Routinierin und nennt den Moment „sehr bitter und traurig“. Ansonsten sind bei ihr derartige Erlebnisse nicht mehr präsent im Kopf – vor allem aus einem Grund: „Ich war immer ganz gut darin, so was schnell zu verarbeiten.“

Die liebsten Mitspielerinnen

Es dauert keine drei Sekunden, da fällt der Name Laura Rahn. Mit ihr lief Mankertz bereits in Hamburg und später auch bei den Hurricanes lange Zeit zusammen auf. „Sie ist natürlich eine Mitspielerin und auch eine richtig gute Freundin, die mir sofort in den Kopf schießt“, meint die gebürtige Hansestädterin.

Jahrelang spielen Laura Rahn (unten) und Pia Mankertz zusammen. © Freese

Drei Namen von Teamkolleginnen, mit denen sie bei den Hurricanes die größten Zweitliga-Erfolge der jüngeren Vergangenheit feierte, sind: Leonie Rosemeyer, Janina Schinkel und Anna Suckstorff. „Mit denen habe ich privat einfach viel zu tun“, berichtet Mankertz.

Freundinnen unter sich: Leonie Rosemeyer, Anna Suckstorff, Pia Mankertz und Janina Schinkel (v.l.). © Freese

In ihrer Auflistung tauchen zudem die Namen Andrea Sievers (ehemals: Baden) und Hanna Kirschstein (ehemals: Pakulat) auf, mit denen sie bis zum Ausstieg des Duos aus der ersten Damen nahezu ihre gesamte Hurricanes-Zeit verbrachte. „Wir haben uns fast jeden Tag im Training und dann am Wochenende zu den ganzen Auswärtsfahrten immer gesehen, bei denen auch teilweise in der ersten Liga zwei Tage draufgingen“, betont Mankertz die enge Bindung. Auch der Austausch mit den diversen ausländischen Profis wie Erika Bobo, Kata Takács oder Kama Griffitts sei prägend gewesen.

Die Zeit nach der Karriere

„Beruflich ist bei mir im letzten Jahr mit der Konrektorin-Stelle hier in der Schule am Grafel viel passiert“, sagt die Lehrerin. „Dadurch sind ein paar Aufgaben dazugekommen und ich bin mehr eingespannt.“ Sportlich hat sie sich hingegen noch keinen konkreten Plan überlegt. „Diese Basketball-Liebe kann durch einen anderen Sport nicht einfach ersetzt werden“, macht Mankertz deutlich. „Aber ich werde bestimmt etwas machen.“ Fitnessstudio, Tennis, Beachvolleyball, Laufen, Radfahren, Crossfit – Ideen gibt es zumindest einige. Und wie sieht es mit einem Engagement im Basketball aus? „Im Anschluss an diese Saison werde ich es bestimmt nicht machen“, verrät die Hurricanes-Legende. „Aber in Zukunft könnte ich mir schon vorstellen, dass ich vielleicht irgendwann mal wieder als Trainerin zum Basketball zurückkomme.“ Auch eine Rückkehr auf den Court als Spielerin der zweiten Damen schließt sie bei entsprechender körperlicher Fitness nicht gänzlich aus.

(Neddermann/Freese, Rotenburger Kreiszeitung)

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