Mankertz geht über die volle Distanz: Hurricanes verkaufen sich gut
Die Hurricanes trotzen den zahlreichen Widrigkeiten, finden zu alter Wurfstärke zurück und verlieren mit 69:90 gegen den Spitzenreiter Göttingen.
Rotenburg – Eine ungewohnte Heimspielstätte, ein übermächtiger Gegner und ein viel zu kleiner, nur sechsköpfiger Kader – die Avides Hurricanes haben diesen Widrigkeiten bis zum Ende getrotzt und sich gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter BG 74 Veilchen Ladies Göttingen überraschend gut verkauft. „Für uns ist das heute okay, wir nehmen das so mit“, stellte auch Pia Mankertz nach der 69:90 (34:52)-Niederlage fest. In der Bodo-Räke-Halle, in die der Basketball-Zweitligist ausweichen musste, waren die Kapitänin mit ihren 22 sowie Nele Gleitsmann mit 18 Punkten die besten Scorerinnen des Teams. Ohnehin fanden die Hurricanes aus der Nah- und Mitteldistanz zu alter Wurfstärke zurück.
„Das fühlte sich wie ein Auswärtsspiel an“, gestand Hurricanes-Coach Christian Greve mit Verweis darauf, dass sein Team sonst nie auf die Körbe in der Bodo-Räke-Halle wirft. „Aber irgendwie liegt uns die Halle.“ Keiner habe die realistische Erwartungshaltung gehabt, „dass wir das Spiel gewinnen. Aber ich habe wirklich sehr gute Ansätze gesehen“, bemerkte er und konstatierte: „Es ist ein achtbares Ergebnis.“
Die Gäste aus Göttingen waren vor knapp 150 Zuschauern freilich mit ihrer vorhandenen Qualität überlegen. Mit Sophia Phillips, Lillian Phillips und Centerin Katherine Peneueta stellten sie gleich drei US-Amerikanerinnen, wenngleich die Belgierin Alice Bremer mit 19 Punkten am Ende ihre treffsicherste Werferin sein sollte. Vor allem mit seinen Dreiern setzte der freiwillige Erstliga-Absteiger den Hurricanes immer wieder zu. Allein 13 Distanzwürfe fanden ihr Ziel. Zudem besaßen die Veilchen bei den Rebounds (42:30) ein klares Übergewicht. „Wir haben phasenweise aber sehr gute spielerische Lösungen abgeliefert“, bemerkte Greve. „Wir haben Paroli geboten, jede hat sich aufgeopfert und gescort.“
Ein einziges Mal lagen die Hurricanes sogar vorne – als Nele Gleitsmann nach 39 Sekunden einen Dreier zum 3:0 versenkte. Doch dann bahnte sich ein kleines Debakel an, weil Göttingen auf 24:10 wegzog und den Vorsprung im zweiten Viertel zwischenzeitlich auf 23 Punkte ausbaute. Zwei Körbe von Katharina Newton und zwei von Mankertz ließen es beim 34:52 zur Halbzeit aber freundlicher aussehen. Im dritten Viertel kamen Jenna Cotter und Mankertz zu einem 9:0-Run, sodass die Hurricanes in der 24. Minute bis auf elf Punkte dran waren – 45:56. Zwar baute Göttingen den Vorsprung wieder bis auf 86:54 durch einen Dreier von Sophia Phillips aus (36.), doch die Gastgeberinnen verkürzten in der Schlussphase erneut, wobei sich Gleitsmann und Mankertz quasi ein teaminternes Duell um die Scoring-Krone lieferten, das die Mannschaftsführerin für sich entschied. Zudem gelangen ihr noch vier Assists, sechs Steals und sechs Rebounds. „Wir wollten die Differenz noch unter 20 Punkte kriegen“, verriet Mankertz, war jedoch alles andere als enttäuscht: „69 Punkte – das ist für uns schon gut. Und das gegen den Tabellenführer.“
(Freese, Rotenburger Kreiszeitung)
