Linke serviert ein Double-Double: Hurricanes sind im Achtelfinale
Das Duell der Linke-Zwillingsschwestern endet mit einem 103:28-Pokalsieg für die Hurricanes, die sich in starker Frühform befinden.
Rotenburg – Für Luise und Lotta Linke hatte dieses „Familientreffen unterm Korb“ einen ganz speziellen Charme. Jahrelang liefen die Zwillingsschwestern gemeinsam in einem Team auf, doch an diesem Samstagabend trugen sie in der Rotenburger Pestalozzihalle unterschiedliche Trikots. „Ganz witzig“, fand es Lotta Linke, die mit dem Eimsbütteler TV antrat. „Ein bisschen komisch“, nannte es Luise Linke, die sich im Duell der Basketball-Zweitligisten mit ihren Avides Hurricanes mehr als deutlich mit 103:28 (53:17) in der zweiten Runde des DBBL-Pokals behauptete und dabei sogar ein Double-Double mit 16 Punkten und zwölf Rebounds beisteuerte.
Lotta Linke ist gerade erst nach Eimsbüttel gewechselt und spielt mit einer Doppellizenz auch weiter für ihren Heimatclub SC Rist Wedel in der 1. Regionalliga. Und weil auch Luise Linke neben den Hurricanes noch ein „Zweitteam“ vorweisen kann und künftig für die Hamburg Towers aufläuft, wird es in dieser Saison noch mehrmals zum Aufeinandertreffen der 17-Jährigen kommen. „Zweimal so und zweimal mit Wedel gegen die Towers. Früher haben wir in einem Verein gespielt, jetzt in vier verschiedenen“, erklärte Lotta Linke lachend. Bisher gab es dieses Duell der Linke-Twins deshalb auch erst einmal – vor zwei Jahren, als die Hurricanes-Spielerin noch zusätzlich für den Ahrensburger TSV auflief.

Nun kamen die Schwestern jeweils auf rund 27 Einsatzminuten, wobei Lotta Linke einen Dreier für ihr personell gehandicaptes Team versenkte. „Bei uns haben vier Leistungsträgerinnen gefehlt, deshalb haben wir es eher wie ein Testspiel gesehen“, klärte sie auf. Unter anderem war auch die urlaubende Ex-Hurricanes-Spielerin Leonie Rosemeyer nicht dabei. „Ich dachte deshalb schon, dass wir klar gewinnen, vielleicht mit 20. Aber so hoch nicht“, gestand Luise Linke. Im Spiel selbst duellierten sich die beiden Linkes eher selten. Der eine oder andere Spruch oder eine kurze Geste gehörten auch dazu. „Aber nur nette Späßchen“, versicherte die Eimsbüttelerin.
Hurricanes-Coach Christian Greve hob wiederum Luise Linke aus seiner stark auftretenden Mannschaft hervor. „Richtig toll! Davon werden wir in dieser Saison noch viel von ihr bekommen. Sie ist ready“, stellte er fest. Aber auch sonst zeigte seine nur achtköpfige Crew einen souveränen Auftritt und ließ trotz des hohen Vorsprungs nie nach. „Was ich super finde, ist die Intensität und Energie, die wir aufs Feld schmeißen – und das ohne Abfall.“ Ob das Spiel, in dem mehr als ein Klassenunterschied zu erkennen war, aber tatsächlich als Maßstab für die Saison taugt, darf angesichts der Ausfälle bei den Gästen bezweifelt werden. „Das weiß man nicht“, meinte auch Greve. „Aber es ist trotzdem ein Zweitligist, den wir relativ deutlich geschlagen haben.“
Dabei half ohne Frage auch eine starke Dreierquote, denn allein elfmal trafen die Hurricanes aus der Distanz, sodass die US-Amerikanerin Kendall Nead, Nele Gleitsmann, erneut Nead und Anna Lena Skeib mit vier Dreiern in Serie schnell auf 14:4 stellten (4.). Insbesondere Skeib glänzte aus der Ferne. Von jenseits der 6,75-Meter-Linie netzte sie gleich fünfmal ein. Am Ende war sie mit 19 Punkten auch beste Scorerin. Aber auch Caroline Schwarz fiel neben Linke mit ihren sieben Rebounds, drei Steals und einigen Fastbreaks gerade nach der Pause auf. „Alle haben Bock, den Ball reinzuwerfen. Mit der Energie sind wir auf einem guten Weg“, stellte Greve fest und hat für die dritte Pokalrunde am 4. Dezember vor allem einen Wunsch: „Ich hoffe, dass es ein Erstligist ist, der zu uns kommen muss, damit wir am Mittwochabend nicht weit fahren müssen.“
(Freese, Rotenburger Kreiszeitung)
