Linke glänzt bei der höchsten Hurricanes-Pleite der vergangenen Jahre
Nach den Ausfällen von Kendall Nead und Pia Mankertz gibt Nele Meyer ihr Zweitliga-Debüt. Mit dem dünnen Kader kassieren die Hurricanes in Bonn ein 54:111.
Rotenburg – So wird das nichts mit dem Klassenerhalt! Ohne Kendall Nead (Gehirnerschütterung) und Pia Mankertz (krank) waren die Basketballerinnen der Avides Hurricanes bei den Talents Bonn/Rhöndorf nicht konkurrenzfähig und kassierten ihre höchste Zweitliga-Niederlage der vergangenen Jahre. Beim 54:111 (25:66) hätte der Tabellenelfte in Abwesenheit der beiden Top-Scorerinnen keine Wechselmöglichkeit besessen, wenn nicht Nele Meyer aus der Reserve mitgereist wäre. Sie erhielt ihre ersten Minuten in dieser hohen Spielklasse.
Einen Tag vor der Partie hatte Coach Christian Greve die 19-jährige Nele Meyer darüber informiert. Hinterher sprach er von einem gelungenen Debüt und betonte: „Sie hat grundsolide ihre Aufgabe erledigt und sich sogar in die Stats eingetragen.“ Meyer erhielt 19 Minuten Einsatzzeit, kam auf vier Rebounds und einen Assist. Ein gutes Spiel attestierte der Coach auch Caroline Schwarz, die mit 19 Punkten ihr persönliches Season-High erzielte. Noch glänzender war die Bilanz von Luise Linke, die wie die Amerikanerin Jenna Cotter komplett durchspielen musste. Der 18-Jährigen gelang bereits ihr siebtes Double-Double, zudem erzielte sie durch ihre 20 Punkte und 17 Rebounds einen Effektivitätswert von 26. „Sie hat sich ganz schön aufgerieben, sich reingeschmissen, gute Rebounds geholt und war auch am Brett beim Finish gut“, urteilte ihr Trainer.
Letztlich waren die Hurricanes in Summe aber komplett unterlegen. Dem geschwächten Mini-Kader unterliefen so auch unfassbare 44 Turnover. Und auch bei den 18 Versuchen aus der Distanz fiel nicht ein Ball durch den Korb. Bonn traf hingegen zwölf Dreier (bei 29 Versuchen). „Bis zum 8:9 sah es noch gut aus, dann gab es mehr Druck und Tempo, da war es schwer, da mitzugehen. Gegen ein Team, das sehr intensiv spielt, konnten wir in der schmalen Besetzung nicht mehr mithalten“, resümierte Greve. Schon zur Halbzeit bahnte sich beim 25:66-Rückstand das Debakel an. Zumal Centerin Cotter zu selten eingebunden wurde. „Es hätte mehr geholfen, wenn sie den Ball häufiger in den Händen gehalten hätte. Da fehlten Pia und Kendall schon, die den Ball zu ihr bringen können. Das frustriert natürlich, Jenna war aber ein Vocal Leader“, betonte der Coach und ergänzte: „Auch für mich ist es nicht leicht, solch eine Niederlage zu kassieren, ich bin aber stolz auf die Mannschaft, wie sie damit umgegangen ist.“
(Freese, Rotenburger Kreiszeitung)