Wonach möchten Sie suchen?
Img 0146
2. Bundesliga Nord

Hurricanes zittern sich in die zweite Play-down-Runde

verfasst von AVIDES Hurricanes

Am Tag ihrer Verabschiedung überragt Pia Mankertz mit einem Triple-Double. Während Braunschweig runter muss, haben die Hurricanes weiter die Chance auf den Klassenerhalt.

Rotenburg – Um ein Haar hätten die Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes ihren Fünf-Punkte-Vorsprung aus dem Play-down-Hinspiel gegen Eintracht Braunschweig noch hergeschenkt. Doch erst Jenna Cotter und dann Nele Gleitsmann per Dreier zogen den direkten Vergleich wieder auf die Seite der Gastgeberinnen. „Gefühlt war die Zeit angehalten und das Spiel lief an einem vorbei. Ich wusste, der muss einfach rein“, beschrieb Gleitsmann den Moment ihres Wurfes, der zum 74:75 (66:71/35:35)-Endstand führte. Während zahlreiche Spielerinnen der Gäste angesichts des feststehenden Abstiegs sichtlich angefasst waren und die eine oder andere Träne verdrückten, freuten sich Heimcoach Christian Greve und sein Team, dass sie sich in die zweite und damit finale Runde der Abstiegsphase gezittert haben und dort nun am Freitag zunächst zu Hause auf den Verlierer des Duells Eimsbütteler TV gegen Bender Baskets Grünberg treffen.

Irgendwie passte es zum Verlauf der Partie. Nach einigen wechselnden Führungen schaffte es Braunschweig doch noch in die Verlängerung, weil Melody Haertle 0,9 Sekunden vor Schluss die Ruhe bewahrte und alle drei Freiwürfe verwandelte. „Wir haben uns zum Ende hin wieder doof angestellt. Wir sind nicht oft genug zum Korb gezogen, um die Fouls zu ziehen“, kritisierte Kapitänin Pia Mankertz. Hinzu kam, dass ihre Hurricanes zwei Einwürfe zu leicht herschenkten. So brauchte es die Verlängerung, um zu einer Entscheidung zu kommen. An dieser nahm Caroline Schwarz aufgrund ihres fünften Fouls nicht mehr teil. Die Gäste hingegen besaßen das Momentum und bauten ihren Vorsprung bis auf 75:67 aus. Dieser Zwischenstand hätte bedeutet, dass die Gastgeberinnen direkt abgestiegen wären. Doch die wehrten sich und verkürzten in den finalen Sekunden entscheidend. „Jenna und Nele machen den Sack zu, nachdem sie vorher nicht gut getroffen haben“, sagte Greve und hob zudem die Leistung von Mankertz hervor: „Pia hat ein Triple-Double erreicht – und das ausgerechnet am Tag ihrer Verabschiedung. Gerade die 13 Assists zeigen ihre Qualität. Sie trifft nicht nur, sondern findet auch ihre Mitspielerinnen und setzt sie in Szene.“ Neben den Vorlagen wies die 35-Jährige auch 15 Punkte sowie zwölf Rebounds vor.

Nach dem 21:11 folgt der Bruch

Das Einsammeln der Bälle gelang ihrem Team in der ersten Halbzeit zumindest in der Offensive noch nicht. Linke steuerte kurz vor der Pause den einzigen Rebound bei. Braunschweig war unter dem gegnerischen Korb erfolgreicher und kam auf zehn. Dadurch hatte die Mannschaft von Trainerin Julia Rösner auch mehr Abschlussmöglichkeiten, wenngleich die Quote bei den Zweiern (38 Prozent) und den Dreiern (29 Prozent) zu wünschen übrig ließ. Aus der Distanz brachten die Hurricanes sogar nur jeden vierten Versuch im Korb unter, dafür standen gute 73 Prozent bei den Zwei-Punkt-Würfen in der Statistik. Folgerichtig setzten sie sich nach dem ersten Viertel bis auf 19:11 ab. Mankertz machte es mit dem 21:11 sogar zweistellig. Statt darauf aufzubauen, folgte der Bruch. „In weiten Phasen des Spiels hatten wir die Kontrolle. Allerdings hatten wir auch Phasen, wo wir sie deutlich verloren haben. So konnten wir uns nie richtig absetzen“, beobachtete Greve.

Braunschweig kam heran und hielt die Verhältnisse nun ausgeglichen. Der weitere Verlauf war von Fehlern und wechselnden Führungen geprägt. Speziell im dritten Viertel wies die Verteidigung der Hurricanes deutliche Lücken auf, sodass Spielerinnen wie Haertle oder Brandy Huffhines frei durch die Mitte zum Korb zogen. „Manchmal hat es mit der Kommunikation nicht ganz geklappt und es wurde der entscheidende Schritt zu spät erkannt“, erklärte Gleitsmann. Weil die Gäste aber auch aus diesen Möglichkeiten zu wenig machten, blieb es bis zum Ende hin offen, wer direkt runtergeht und wer es in die zweite Runde der Play-downs schafft.

Nach dem Spiel folgt die Verabschiedung von Pia Mankertz (unten, 3.v.r.). © Neddermann

Tränen gab es nach der Schlusssirene auf beiden Seiten. Bei den Löwenstädterinnen flossen sie aufgrund des Abstiegs, bei den Gastgeberinnen wiederum, weil sie Mankertz verabschiedeten. Nach 16 Jahren im Hurricanes-Dress bekam die Routinierin Blumen, zwei Fotocollagen und viele warme Worte. Während ihre langjährige Teamkollegin Andrea Sievers ein Gedicht vortrug, hielt in Leonie Rosemeyer, eine weitere ehemalige Mitspielerin, eine Rede und verwies dabei auf Mankertz‘ „Nerven aus Stahl“. Genau diese waren an diesem Nachmittag für das Weiterkommen nötig.

(Neddermann, Rotenburger Kreiszeitung)

Unsere Partner

Logo Kurhotel Bad Staffelstein Rev Bballaid Logo Center Rgb 1c Auf Hell Oip Foil2sport Logo