Hurricanes verspielen Neun-Punkte-Führung

Statt auf Platz zwei zu klettern, sind die Avides Hurricanes auf Rang vier zurückgefallen. Schuld daran ist die 59:63-Niederlage in Chemnitz.

Scheeßel – Auch das noch! „Ich muss erst mal das Auto freikratzen“, stöhnte Christian Greve, bevor er sich im Schnee mit seinen Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes auf den Heimweg aus Sachsen machen konnte. Mit auf die Rückreise nahmen sie den Frust aus einer 59:63 (27:26)-Niederlage im Verfolgerduell bei den ChemCats Chemnitz, wodurch der Sprung auf Platz zwei verpasst wurde. Eine Neun-Punkte-Führung aus der 33. Minute hatten die Hurricanes damit nicht ins Ziel retten können. „Sehr ärgerlich, aber das wirft uns nicht um“, bemerkte Greve, dessen Crew auf Platz vier zurückfiel.

„Vielleicht wollten wir da zu viel. Chemnitz hat es in dem Moment aber auch gut gemacht“, meinte der Coach. Verhängnisvoll sollte dabei eine Szene 38 Sekunden vor Schluss sein. Kurz zuvor hatte Pia Mankertz mit einem Freiwurf noch die letzte Hurricanes-Führung zum 54:53 erzielt, dann kassierte Hannah Pakulat ihr fünftes Foul, weil sie zu vehement gegen Joy Baum nachgesetzt hatte. Zu allem Überfluss gab es für Greve obendrein ein technisches Foul, „weil ich auf die Bande geschlagen habe“, klärt er auf. Es war bereits das zweite in diesem Spiel, nachdem Kapitänin Pia Mankertz in der 26. Minute eines bekommen hatte, „weil sie zu sehr mit ihrem Team gemeckert hat“, wunderte sich Greve.

Chemnitz nutzte jedenfalls die drei Freiwürfe kurz vor Schluss zum 58:54, auch ein Mankertz-Dreier zehn Sekunden vor dem Ende zum 59:62 half den Gästen nicht mehr. Für den Guard der Hurricanes war es bereits der vierte Treffer aus der Distanz – und das bei nur sieben Versuchen. Mankertz war auch für ihren Coach die beste Akteurin im Team: „Das ist schon eine gute Quote. Sie war die einzige, die von außen getroffen hat“, haderte Greve gleichzeitig.

Für sein Team war es die erste Niederlage nach sechs Siegen am Stück. Und die war durchaus vermeidbar. „Wir haben offensiv unsere Stärken nicht ausgespielt. Chemnitz hat viel Zone gespielt, da muss man sehr am Offense-Set bleiben und kann nicht ausbrechen. Und wir sind zu wenig zum Korb gezogen. Das ist ein Schwachpunkt gewesen“, meinte Greve, dessen Team zu oft den Abschluss aus der Distanz suchte und trotz körperlicher Vorteile auch den Reboundvergleich verlor (33:35). „Defensiv war es auch nicht optimal. Wenn alle Fünf bereit waren, war es schwierig für Chemnitz, aber wir hatten immer wieder kurze Momente, in denen wir zu nachlässig waren.“ Das nutzte vor allem Myah Taylor (21 Punkte). „Sie hat aber auch gut getroffen, wenn wir ihr auf den Füßen standen“, betonte Greve anerkennend.  

(Freese, Rotenburger Kreiszeitung)