Hurricanes mit 72:80-Niederlage zum Jahresende gegen Chemnitz

Scheeßel – Aufgrund „vieler leichter Fehler“, so Trainer Christian Greve, schien die Partie in der 2. Basketball-Bundesliga rund sieben Minuten vor Schluss beim Stand von 50:62 entschieden zu sein. Doch ein 9:0-Lauf seiner Avides Hurricanes brachte das Team noch einmal auf drei Punkte ran und letztlich auch in die Overtime. Dort allerdings setzten sich die ChemCats Chemnitz ab, gewannen 80:72 (68:68, 36:38) und überholten die Gäste, die dadurch ihren Play-off-Platz an die Gastgeberinnen abgaben.

Entscheidend könnte diese Niederlage auch noch einmal zum Saisonende werden, wenn es um die endgültige Vergabe der Play-off-Plätze geht. Zwar hatten die Hurricanes noch ihr Hinspiel mit sechs Punkten Unterschied gewonnen. Am Samstagnachmittag lag die Differenz nun aber bei acht Zählern für die Chemnitzerinnen, weshalb der direkte Vergleich auch an sie geht.

Ein Grund für die Niederlage: Greve musste gleich auf drei seiner Spielerinnen verzichten. Neben Muska Saidi und Sophie von Ass fehlte auch Hannah Pakulat. Sie verfolgte die Partie im Livestream: „Ich habe zu Hause doll mitgefiebert und meine Mädels angefeuert, aber das ist natürlich nicht das gleiche, wie dabei zu sein. Es sah zwischenzeitlich wirklich danach aus, als könnten wir noch gewinnen, aber leider hat’s dann doch nicht gereicht.“ Nachdem sie zuletzt auch im Pokal gegen die GiroLive-Panters Osnabrück aufgrund ihres Referendariats ausgefallen war, verbreitete sie nun Hoffnungen auf ein baldiges Comeback: „Ich hoffe, dass ich nach Weihnachten wieder die Zeit habe und mein Team unterstützen kann.“

Dies dürfte beim Zweitligisten durchaus für gute Laune sorgen. Denn: Die Leistung seiner Basketballerinnen fand der Hurricanes-Coach beim Jahresabschluss „nicht so schlecht. Wir haben uns schon angestrengt, das Spiel zu gewinnen“, aber wie auch schon in den Matches zuvor fehlten unter anderem die Rebound-Qualitäten von Pakulat. Hinzukam ein zu geringes Tempo in der Ballbewegung und dass wir „nie die Kontrolle gehabt“ haben.

Zu schaffen machte noch eine andere Thematik: „Wegen Foulproblemen mussten wir in der Verlängerung zurückziehen“, erklärte Greve. Während die Gastgeberinnen nahezu ohne Foul in der Partie auskamen – insgesamt neun –, waren es bei seinem Team 20. Zwar hatte keine der Damen das Feld nach fünf Vergehen vorzeitig verlassen, Anacia Wilkinson (vier), Toshua Leavitt, Michelle Schischkov und Janina Schinkel (alle drei) waren jedoch nah dran.

So hatte Chemnitz in der Overtime, die sie mit 12:4 für sich entschieden, zumeist leichtes Spiel. Zuvor war die Partie zwischen dem Vierten und Fünften über weite Strecken eng verlaufen. Nach dem 38:36 zur Halbzeit hatten die Hurricanes im dritten Viertel zunächst die Spielkontrolle verloren, sie dann im vierten zurückerobert. Den zwischenzeitlich zweistelligen Rückstand hatte Andrea Baden per Dreier egalisiert und die Hurricanes in die Verlängerung gerettet.

(Rotenburger Kreiszeitung)