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2. Bundesliga Nord

Erst Fehlalarm, dann Fehlstart beim 55:77 gegen Titelfavorit Leverkusen

verfasst von AVIDES Hurricanes

Kurz vor dem Spiel müssen die Avides Hurricanes wegen eines Feueralarms die Pestalozzihalle räumen. Anschließend unterliegen sie Leverkusen mit 55:77.

Rotenburg – Wassereinbruch vom Dach, Lichtausfall während eines Spiels – alles schon passiert in der Sporthalle der Rotenburger Pestalozzischule. Doch einen Feuerwehreinsatz gab es bisher noch nicht. Unmittelbar vor dem Heim- und Auftaktspiel der Avides Hurricanes in der 2. Basketball-Bundesliga der Damen gegen die Wings Leverkusen mussten Zuschauer und die sich aufwärmenden Teams die Sportstätte am Samstagabend kurzfristig räumen, nachdem die Brandmelder losgegangen waren. Die Feuerwehr rückte an und gab einige Minuten später Entwarnung: „Fehlalarm!“ Diesem folgte ein Fehlstart der Hurricanes, die dem Erstliga-Rückzieher und Titelanwärter aus Nordrhein-Westfalen hoffnungslos unterlegen waren und mit 55:77 (22:43) verloren.

„Das hatte ich auch noch nicht“, meinte der erfahrene Hurricanes-Coach Christian Greve. Ähnlich erging es den Schiedsrichtern. „Das habe ich in elf Jahren noch nicht erlebt“, erklärte Jan-Willem van Zütphen, der wegen des gesperrten Elbtunnels ohnehin schon eine etwas komplizierte Anreise aus Hamburg hatte, aber gelassen blieb: „Ich habe heute nichts mehr vor.“ Letztlich begann die Partie vor 140 Zuschauern nur mit 13-minütiger Verspätung. Und in die starteten die Leverkusenerinnen wie die Feuerwehr. Das Schwergewicht der Liga hatte allein drei US-Amerikanerinnen aufgeboten – erlaubt ist das im „Unterhaus“ erstmals seit dieser Saison. „Das steht in der neuen Spielordnung, die kam am Freitag um 16.04 Uhr von der Liga. Aber es war auch vorher in den Videokonferenzen nie ein Thema“, berichtete Hurricanes-Vorstand Utz Bührmann.

Vor allem Kandra Parra setzte den Hurricanes mächtig zu, wurde durch enorm schnelle und druckvolle Pässe immer wieder freigespielt und kam gleich mit ihren ersten vier Versuchen zu vier Dreiern, die zum 14:7 führten (7.). Am Ende standen für die Profispielerin sechs Dreier auf dem Statistikbogen. Die Gastgeberinnen fanden kein Mittel gegen die Wings, die immer wieder mit einer körpernahen Defense den Ball „erpressten“ und die Hurricanes zu Fehlern zwangen. Auch die Quote in Halbzeit eins bei Zweiern (18 Prozent) und Dreiern (13) waren ein Zeichen dafür, wie sehr Pia Mankertz und Co. die Abschlüsse unter Druck nehmen mussten. Lücken taten sich ebenfalls kaum auf. „Wir haben am Anfang aber auch gar nicht so sehr die Chancen gesucht“, monierte Greve. Gleichwohl wusste auch der Coach: „Das ist schon ein sehr gutes Team, das muss man anerkennen. Und wir sind in Gänze vielleicht noch nicht so weit wie die.“

Wer bekommt den Einwurf? Nele Gleitsmann (l.) und Leverkusens Leonie Kampes sind unterschiedlicher Meinung. © Freese

Sorgen mache er sich aktuell nicht, betonte Greve. Sein nur achtköpfiger Kader (nächste Woche soll Melda Tölle wieder hinzustoßen) geriet allerdings auch früh in Foultrouble. Kendall Nead schied bereits zum Ende des dritten Viertels mit ihrem fünften Foul aus. Und Mankertz musste sogar die vollen 40 Minuten durchackern. Beim 22:43 zur Pause war die Partie längst entschieden. Bis auf 35 Punkte wuchs der Rückstand zwischenzeitlich an, ehe die Hurricanes im letzten Durchgang noch einmal durchstarteten und diesen vor den Augen von Nachwuchsbundestrainerin Constanze Wegner auch mit 19:9 für sich entschieden. Insbesondere Luise Linke, Mankertz und Jenna Cotter punkteten hier. Bei Leverkusen verabschiedeten sich derweil Lisa Arz und Parra vorzeitig mit dem fünften Foul.

(Freese, Rotenburger Kreiszeitung)

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