Entscheidung vertagt: Hurricanes verpassen den vorzeitigen Finaleinzug

In Bochum haben die Hurricanes auch aufgrund eines verpennten Starts verloren. Die Entscheidung, wer ins Finale einzieht, fällt somit erst am Samstag.

Scheeßel – So hatten sich die Avides Hurricanes das nicht vorgestellt. Die Zweitliga-Basketballerinnen verloren ihr Auswärtsspiel gegen die Astroladies des VfL Bochum mit 51:61 (31:40). Somit verpassten sie nach dem 71:52-Sieg am vergangenen Wochenende in eigener Halle den anvisierten vorzeitigen Finaleinzug. Stattdessen dreht das Team von Christian Greve nun die Extrarunde und empfängt am Samstag (18.30 Uhr) in Scheeßel erneut die Nordrhein-Westfälinnen zum entscheidenden dritten Match der Play-off-Halbfinal-Serie. Auch im Parallelspiel vertagte der TSV Wasserburg die Entscheidung, indem er seine Heimpartie gegen die Falcons Bad Homburg mit 65:63 gewann und damit die Serie ausglich.

„Es ist nichts passiert. Wir haben nur ein Spiel verloren, mehr nicht“, meinte Greve unmittelbar nach der ersten Play-off-Niederlage seit einem Jahr. Bereits in der vergangenen Saison 2022/2023 waren die Hurricanes im Halbfinale auf Bochum getroffen. Damals war es für sie nach zwei Siegen direkt ins Endspiel gegangen. In genau dieses wollen Greve und seine Spielerinnen erneut – nun eben erst nach drei Matches. „Ich denke, das Spiel in Bochum war eine Warnung, dass wir immer alles abrufen müssen, um zu gewinnen. Am Samstag haben wir wieder unseren Heimvorteil. Zu Hause sind wir in dieser Saison ungeschlagen. Deshalb bin ich guter Dinge“, gibt sich der Coach weiterhin optimistisch.

Am Maifeiertag erwischte Bochum die Gäste direkt kalt. „Wir haben den Start komplett verschlafen“, bestätigte Greve. Zwar verwandelte Leonie Rosemeyer zwei ihrer insgesamt drei Dreier (bei nur sechs Versuchen!) und brachte ihr Team erstmals mit 8:7 in Führung (4.). Zeitgleich war es jedoch auch das letzte Mal, dass die Hurricanes in dieser Begegnung vorne lagen. Stattdessen waren es die Gastgeberinnen, die, angefeuert von ihrem lautstarken Publikum, sich absetzten. Allein Keylyn Filewich erzielte in den ersten Minuten acht Punkte. Insgesamt kam die Kanadierin auf 13 Zähler sowie neun Rebounds und entschied dieses Mal das Centerinnen-Duell gegen Shannon Ryan (sechs Punkte/acht Rebounds) für sich. „An Shannon lag es aber nicht. Sie haben es ihr schwer gemacht, genauso wie allen anderen auch. Jeder Punkt war hart erkämpft“, betonte Greve.

Andererseits machten es seine Gäste den Bochumerinnen anfangs leicht, allein in den ersten zehn Minuten 26 Punkte zu erzielen und im zweiten Viertel bis auf 13 Zähler wegzuziehen – 31:18 (12.). Besser wurde es aus Sicht der Hurricanes nach der Pause. Nach und nach pirschten sie sich heran und verkürzten durch Janina Schinkels Dreier auf 45:48 (34.). „Zum Ende hin haben wir ,Stop-the-Clock‘ gespielt und immer wieder Freiwürfe gegen uns bekommen. Auf der anderen Seite haben wir die Bälle selbst nicht reingeschmissen“, erklärte Greve. „Es wäre noch möglich gewesen, das Spiel zu drehen – aber nicht in den letzten zwei Minuten, sondern vorher.“

(Denkmann, Rotenburger Kreiszeitung)