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2. Bundesliga Nord

Durant und Mankertz liefern auch beim Play-off-Auftakt wieder

verfasst von AVIDES Hurricanes

Während Stuttgarts Chanell Williams ausrastet, erarbeiten sich die Hurricanes einen 18-Punkte-Vorsprung für das Rückspiel in der Fremde.

Vielleicht sollten Maren Durant und Pia Mankertz gemeinsam einen Lieferservice gründen. Das, was die amerikanische Centerin und die Kapitänin der Avides Hurricanes da an ungewohnter Heimspielstätte „auftischten“, war jedenfalls von bester Qualität! Zum Auftakt der Play-offs lieferten sie im Achtelfinal-Hinspiel gegen den Südstaffel-Fünften MTV Stuttgart in der Tat ab. Das 72:54 (36:31) in der mit 190 Fans gefüllten Bodo-Räke-Halle ist ein gutes Polster für das Rückspiel. Die Gäste haderten derweil mit einer frühen Disqualifikation von Chanell Williams. Der Point Guard aus den USA prügelte sich aus dem Spiel und muss weitere Konsequenzen befürchten.

Auch die letzte Aktion des Spiels wurde noch einmal diskutiert. War die Zeit beim Buzzerbeater von Luise Linke schon abgelaufen oder die Punkte zum 72:54 noch „just in time“? Letztlich entschieden die Unparteiischen Karsten Duphorn und Stanley Gettinger (Hamburg) für die Hurricanes – und lagen richtig. Der Pfiff ertönte erst, nachdem der Ball die Hand verlassen hatte. Wie viel dieser 18-Punkte-Vorsprung aber wert ist, wusste auch Coach Christian Greve noch nicht recht. „Das sehen wir dann“, verwies er aufs Rückspiel in Stuttgart. Die Ergebnisse werden aufaddiert, ein drittes Spiel gibt es nicht. Was Greve dabei zuversichtlich stimmt, ist der erste Play-off-Auftritt nach einem holprigen Start: „Ich denke schon, dass wir die Kontrolle über das Spiel hatten.“ Wenngleich Stuttgart es den Hurricanes mit einer engen und harten Pressverteidigung schwer machte.

Völlig offen war es noch beim 30:26, als Chanell Williams, Stuttgarts beste Punktesammlerin der Saison, in der 17. Minute ausrastete und nach einem harmlos scheinenden Zweikampf an der Seitenlinie Gegenspielerin Melda Tölle mehrfach (auch ins Gesicht) schlug und wegschubste. „Wenn die aggressiv verteidigen kann, kann ich es auch. Ich habe nur den Ball rausgeschlagen, nur den Ball! Da kam sie wohl nicht mit klar“, schilderte die Hurricanes-Aufbauspielerin ihre Sicht der Dinge. „Das ging alles so schnell, aber erst war es die Hand von ihr, dann der Ellenbogen und dann wurde ich von ihr weggeschubst. Wir sind doch hier, um Basketball zu spielen, nicht um uns zu prügeln.“ Das sahen die Referees wohl ähnlich und gaben ein disqualifizierendes Foul gegen Williams. Ob das noch Folgen in Form einer Sperre für das Rückspiel hat, muss die Spielleitung der Liga entscheiden. „Es ist eine Tätlichkeit, das kann schon sein“, vermutete Hurricanes-Vorstand Utz Bührmann. Coach Greve meinte: „Sie hatte sich nicht im Griff. Ich glaube, das nennt man einen Bärendienst.“

Zwar zogen die Hurricanes in der zweiten Hälfte nach einem von insgesamt drei Mankertz-Dreiern zunächst bis auf 53:34 weg (26.), verpassten es dann allerdings, das Team von Coach Cyril DaSilva endgültig in eine ausweglose Lage für das Rückspiel zu befördern. Greve wechselte durch und gab seinen Leistungsträgerinnen teils eine längere Pause, sodass sich die kampfstarken Schwäbinnen bis auf zwölf Punkte heranrobbten und auch in ihrer Zweikampfführung nicht nachließen. Insbesondere die kaum zu stoppende Mankertz (zog acht Fouls) hatte mehrfach eine Hand im Gesicht. „Das nennt man dann Play-off-Härte“, nahm es Greve gelassen.

Neben seiner 34-jährigen Kapitänin, die mit 22 Punkten und sieben Assists einmal mehr demonstrierte, warum sie bei der Wahl zur wertvollsten Spielerin in der Nordstaffel den dritten Platz belegt hatte, glänzte auch Maren Durant bei den Hurricanes. „Die ist angekommen. Die Mitspielerinnen finden sie auch mehr und mehr“, stellte Greve fest. Mit 19 Punkten und 16 Rebounds war die Centerin unterm Brett nie zu halten. Einzig ihre Quote von der Freiwurflinie (nur 33 Prozent) dürfte sie selbst ärgern.

(Freese, Rotenburger Kreiszeitung)

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