Die Avides Hurricanes erleben nach 15:2-Start ein sportliches Debakel
Die Avides Hurricanes verlieren das Kellerduell gegen Grünberg mit 41:55. Coach Christian Greve spricht von einem deutlichen Rückschritt.
Rotenburg – An den trommelnden Fans lag es nicht. Die schlugen bis zum Ende auf ihre Instrumente – auch dann noch, als längst klar war, dass die Avides Hurricanes ihre bitterste Saisonniederlage einstecken würden. Nach einem gelungenen Start inklusive einer 15:2-Führung erlebten die Zweitliga-Basketballerinnen um Kapitänin Pia Mankertz am Samstagabend den sportlichen Tiefpunkt des Jahres. Im Kellerduell gegen den Tabellenzwölften Bender Baskets Grünberg kassierten sie in der Pestalozzihalle eine 41:55 (22:24)-Pleite und bleiben damit in der stark abstiegsgefährdeten Region hängen. „Nach zwei kleinen Schritten vorwärts war das ein deutlicher Schritt zurück“, gestand Coach Christian Greve.
Für die rund 100 Zuschauer war das Spiel eine Qual, die einzelne Unmutsäußerungen von der Tribüne zur Folge hatte. Das hatte auch Greve vernommen. Enttäuscht war Vorstand Utz Bührmann, der es mit Galgenhumor versuchte: „Ich hatte immer gedacht, mit 55 Punkten kann man ein Spiel nicht gewinnen“, meinte er. Dass es möglich ist, zeigten die Grünbergerinnen. Bei den Hurricanes und ihrem Trainer war der Gesprächsbedarf hinterher dementsprechend groß, sodass sie deutlich länger als gewöhnlich in der Kabine blieben. „Wir haben da viel gesprochen und versucht, zusammenzufassen, woran es liegt, dass wir es nicht zusammen hinkriegen. Wir haben offen über alles gesprochen – ohne irgendwelche Vorwürfe“, berichtete Greve. Er stellte allerdings auch ein wenig ratlos fest: „Wir reden und reden – aber wir machen es nicht.“
Als die Partie in der 16. Minute wegen eines technischen Defekts am Bedienpult der Anzeigetafel für einige Zeit unterbrochen werden musste, da hatte Grünberg durch das 21:20 von Charlotte Kohl gerade die Führung übernommen und den Hurricanes längst den Stecker gezogen. Diese Entwicklung war nicht absehbar gewesen, als Luise Linke „Coast to Coast“ das 15:2 erzielt hatte (6.). Auch mit dem 19:11 nach dem ersten Viertel „konnte ich leben“, bemerkte Greve. Doch magere drei Punkte, die die Gastgeberinnen im zweiten Durchgang erzielten, offenbarten das plötzliche Problem. „Wie abgeschnitten“, so empfand es Bührmann. Greve erklärte wiederum: „Wir haben uns körperlich den Schneid abkaufen lassen – komplett unnötig.“ Grünberg sei mit einer „Leidenschaft und Energie auf dem Feld“ gewesen, bei der sein Team an diesem Tag nicht mithalten konnte.
Gleichzeitig scheiterten die Hurricanes viel zu oft am Brett und fanden aus der Distanz quasi nicht statt. Während Grünberg immer wieder mit Dreiern Nadelstiche setzte, war die Quote beim Heimteam mit elf Prozent unterirdisch. „Und mit 32 Prozent bei den Zweiern ist es dann auch schwierig, ein Spiel zu gewinnen“, ergänzte Greve. Ein paar schlampige Pässe sowie unnötige Ballverluste in der Vorwärtsbewegung kamen noch obendrauf. Für einen Moment sorgte Kendall Nead mit zwei Freiwürfen und einem Dreier zum 35:40 für Hoffnung auf eine Wende (35.). Doch nach drei vergebenen Distanzwürfen der Hurricanes zog Grünberg auch ohne die zu Hause gebliebene US-Amerikanerin Tonisha Baker wieder davon. „Wir haben nicht versucht, es als Team zu lösen“, kritisierte Greve.
(Freese, Rotenburger Kreiszeitung)
