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2. Bundesliga Nord

Das Aufbäumen kommt zu spät: Hurricanes verlieren zu Hause

verfasst von AVIDES Hurricanes

Zwei schwache Viertel führen zur fünften Hurricanes-Niederlage in Folge. Nach dem Spiel gegen Chemnitz steht am Mittwoch schon die nächste Aufgabe an.

Rotenburg – Beim Weg in die Kabine zog sich Nele Gleitsmann ihr Aufwärmshirt über den Kopf und nahm es erst wieder ab, als sie in den „Katakomben“ der Pestalozzihalle verschwunden war. Die Enttäuschung war nicht nur dem Guard, sondern auch den Mitspielerinnen der Avides Hurricanes anzumerken. Schließlich hatte der abstiegsgefährdete Zweitligist von Coach Christian Greve gerade aufgrund eines schwachen zweiten und dritten Viertels sein Heimspiel mit 56:66 (23:34) gegen die Chemcats Chemnitz verloren.

„Mit 56 Punkten kannst du nicht gewinnen“, stellte Kapitänin Pia Mankertz nüchtern fest und nannte einen der wesentlichen Unterschiede zwischen ihren Hurricanes und den Chemnitzerinnen: „Das, was sie zu einem Top-Vier-Team macht, ist der Fakt, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen, wenn es eng wird.“ Speziell auf zwei Spielerinnen traf dies zu: Leni Knorr (13 Punkte) und Lilly Küppers (14). Ihrer Mannschaft hingegen gelinge dies zu selten. Stattdessen leiste sie sich in den entscheidenden Momenten zu viele Fehler. Oftmals bleibe es dann nicht nur bei dem einen. „Bei uns ist es so, dass wir fünf, sechs am Stück machen“, kritisierte Mankertz.

Enttäuscht: Mit dem Aufwärmshirt über dem Kopf verlässt Nele Gleitsmann das Feld. © Neddermann

Besonders ausgeprägt sei dies im zweiten und dritten Viertel gewesen, haderte Greve und ergänzte: „Da hatten wir ein viel zu großes Down.“ Innerhalb dieser 20 Minuten warfen seine Hurricanes lediglich 26 Punkte. Ein Grund für diese magere Ausbeute war die Vielzahl der ungenauen und teils unüberlegten Pässe. „Wir müssen unsere Sets endlich mal so spielen, dass jemand frei wird“, ergänzte Mankertz. Dazu zähle, die Blocks zu stellen und mit Willen zum Korb zu ziehen. Beides ließen die Gastgeberinnen in dieser langen Phase vermissen, sodass sie sich wesentlich weniger Chancen erarbeiteten. Zum Vergleich: Während die Hurricanes bis zur Pause lediglich 23-mal auf den Korb warfen, taten dies die Chemnitzerinnen zumindest 31-mal. Zudem hatten die Gäste die um wenige Prozentpunkte bessere Abschlussquote. Folglich führten sie nach der ersten Halbzeit mit 34:23.

Dabei hatten die Hurricanes noch einen besseren Start hingelegt und dank einer anfänglich gut aufgelegten Kendall Nead mit 10:7 geführt (7.). Im ersten Viertel erzielte die US-Amerikanerin neun ihrer insgesamt 15 Punkte. Aber auch sie konnte nicht verhindern, dass ihr Team den Schwung nicht mitnahm und die Gäste aus dem Freistaat Sachsen noch vor der Viertelpause vorbeizogen.

Im dritten Abschnitt baute die Mannschaft von Trainer Mika Scheidemann ihren Vorsprung zeitweise bis auf über 20 Punkte aus. Auch beim Stand von 62:38 lag sie komfortabel vorne (33.). „Das war einfach zu viel und zu schwer, um es noch aufzuholen“, gestand Mankertz. Zumal es alles andere als optimal war, dass sich Caroline Schwarz eine Minute zuvor ihr viertes Foul eingeheimst hatte. Und das ausgerechnet für eine Aktion, die nach Ansicht der Hurricanes andersherum hätte gewertet werden müssen. So aber nahm der Small Forward auf der Bank Platz und verfolgte von dort aus, wie das Team sich aufbäumte.

Auf einmal fielen drei Distanzwürfe am Stück durch den Chemnitzer Korb. Gleitsmann, Anna Lena Skeib und Mankertz waren dafür verantwortlich. Als dann noch Luise Linke nach einem Nead-Pass per Korbleger zum 54:66 traf, stieg der Druck der Hurricanes. In den verbleibenden 90 Sekunden versuchten sie es mit einem hohen Pressing. „Wir mussten noch mal alles probieren. Ich bin niemand, der gerne aufgibt“, erklärte Greve. Da jedoch nur noch Jenna Cotter zwei Punkte beisteuerte, räumte der Coach hinterher ein: „Wenn wir nicht diese Phasen gehabt hätten, gerade die im dritten Viertel, hätten wir hinten heraus mehr Zeit gehabt und es wäre mehr drin gewesen“.

Statt eines Erfolgs gegen die an diesem Abend durchaus schlagbaren Chemnitzerinnen setzte es die fünfte Niederlage am Stück. Viel Zeit zum Grübeln bleibt nicht. Bereits an diesem Mittwoch (20 Uhr) empfangen die elftplatzierten Hurricanes den Tabellenzwölften Eintracht Braunschweig zum Nachholspiel in der Pestalozzihalle. „Das wird extrem wichtig“, warnte Mankertz schon mal vorab.

(Neddermann, Rotenburger Kreiszeitung)

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