Avides Hurricanes gehen mit einem Sieg in die Festtage
Der Aufwärtstrend setzt sich fort: Die Avides Hurricanes gewinnen das dritte Spiel in Folge – 61:54 gegen Bielefeld – und formulieren neue Ziele.
Scheeßel – Vereinsvorstand Utz Bührmann kramte im Foyer in seinen Kartons und holte für Sam Deem noch zwei T-Shirts der Avides Hurricanes hervor. Die US-Amerikanerin sammelte damit noch zwei Weihnachtsgeschenke für die Familie kurz vor ihrem Rückflug in die Heimat ein. Zuvor hatte die 23-Jährige mit ihrem Basketball-Zweitligisten gegen den TSVE Bielefeld den dritten Sieg in Serie eingetütet und den Play-off-Rang gefestigt – 61:54 (40:29).
Deem hatte mit ihrem Double-Double durchaus großen Anteil am Erfolg. Mit 15 Punkten war die Flügelspielerin, die auch mal wieder als Centerin gebraucht wurde, Topscorerin. Und auch mit ihren zehn Rebounds strahlte sie Souveränität unter dem Korb aus. „Das Duell unter den Brettern haben wir deutlich gewonnen“, schaute Coach Christian Greve zufrieden auf die Statistiken. Bei den eingesammelten Bällen gewannen die Hurricanes auch dank der zwölf Rebounds von Luise Linke mit 45:37. „Da waren wir sehr konzentriert“, fand der Coach. Zumal Katharina Newton, die zum vierten Mal aus der Reserve hochgezogen wurde und in zwölf Minuten fünf Rebounds holte, beim Aufräumen kräftig mithalf. So kam es, dass Bielefelds Centerin Larissa Ellermann in der ersten Hälfte abtauchte und all ihre neun Zähler erst nach der Pause machte.
Folglich war es Emily Enochs, die den Hurricanes vor 170 Zuschauern mit ihren zwölf Punkten die meisten Probleme bereitete und mit drei Zählern kurz vor Ende dafür sorgte, dass sich Bielefeld noch den direkten Vergleich durch den 67:57-Sieg vor einigen Wochen sicherte. „Das war mir nicht egal. Aber Bielefeld hat am Ende viel dafür getan und wir haben es verpasst, vorher alles klar zu machen“, sagte Greve.
Der Coach konnte nahezu aus dem Vollen schöpfen und hatte Pia Mankertz, Anna Suckstorff, Michelle Schischkov, Luise Linke und Deem in die Startaufstellung berufen. Dabei musste der Trainer aber bis kurz vor Anpfiff um Kapitänin Mankertz bangen. Sie war unter der Woche krank und bekam etwas mehr Pausen als gewohnt. „Ich bin echt kaputt. Aber dieses Mal ging es auch so gut. Wir hatten es gut genug im Griff“, meinte sie.
Vor allem die von Greve erneut eingesetzte Zonenverteidigung zog Bielefeld früh den Zahn. „Ich hasse es ja eigentlich als Trainer, so zu verteidigen. Als Spieler fand ich es gut, weil man Kraft sparen kann, wenn man die richtigen Wege macht“, berichtete er. „Aber für uns haut es gerade am besten so hin.“ Zwar traf Bielefeld durch Larissa Ellermann nach nur acht Sekunden den ersten Dreier und ging direkt mit 3:0 in Führung. Doch es war die einzige der Gäste in dieser Partie. Direkt danach drehten Suckstorff, Mankertz und Suckstorff per Dreier noch in der ersten Minute auf 7:3. Erstmals zweistellig führten die Gastgeberinnen durch Newton im zweiten Abschnitt – 27:16 (13.).
Bielefeld kam kaum zu leichten Abschlüssen unter dem Korb, strahlte aber auch keine Gefahr aus der Distanz aus und war nur mit fünf Würfen von jenseits der Dreierlinie erfolgreich. Das führte dazu, dass die Hurricanes durch Suckstorff mit dem 58:42 im letzten Viertel die größte Führung der Partie herausspielten (34.). „Bielefeld hatte nie die Chance zu gewinnen“, fand Greve. Sein Team verlor in der Schlussphase aber etwas den Faden.
Kommt die Weihnachtsunterbrechung also zur falschen Zeit? „Die Pause tut uns trotzdem gut jetzt. Wir haben sehr viel investiert zuletzt. Und es ist auch gut, mit dem Gefühl mehrerer Erfolge zu pausieren“, meinte Greve. Durch den Schlussspurt hat der amtierende Meister die Play-off-Plätze mittlerweile fest in der Hand. „Wir sind schwach gestartet, aber jetzt wurde es immer besser“, fand auch Kapitänin Mankertz. Und Greve gab ein neues Saisonziel aus: „Wir wollen mit der neuen Centerin mindestens auf Rang vier.“
(Wuttke, Rotenburger Kreiszeitung)