Luise Linkes 86:84 in Neuss hat Bestand
Am Ende hatten die nur zu siebt angereisten Avides Hurricanes doch die besseren Nerven: Allen voran Luise Linke führte ihr Team zum 86:84 in Neuss.
Rotenburg – Den zweiten kleinen Reisebus brauchten die Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes für das Auswärtsspiel bei der TG Neuss erst gar nicht. Bei nur sieben mitreisenden Spielerinnen reichte einer und das Auto von Coach Christian Greve. Arg dezimiert behielt der amtierende Meister aber beim Schlusslicht mit 86:84 (38:48) die Oberhand und hat im Rennen um die Play-off-Plätze einen wichtigen Schritt gemacht. „Es ist schon auch ein Signal an uns selbst, dass wir uns von den ganzen Rückschlägen dieses Mal überhaupt nicht aus dem Takt bringen lassen haben“, analysierte Greve.
Dabei hatte der Tag für ihn schlecht begonnen. Die Ausfälle von Anna Suckstorff, Melda Tölle (beide krank) und Jilian Schwarz (Rückenprobleme) standen ohnehin fest. Dann meldete sich auch Michelle Schischkov krank ab. „Damit haben drei Spieler der Starting Five gefehlt“, hob er hervor. Schon unter der Woche war an ein reguläres Training kaum zu denken gewesen. „Wir haben 20 Minuten lang Fünf-gegen-fünf gegen die Herren gespielt. Aber offenbar haben wir trotzdem die richtigen Sachen gemacht“, meinte Greve. Er beorderte neben Pia Mankertz und Sam Deem – die komplett durchspielten – noch Luise Linke, Anna Gerken und Anna-Lena Skeib in die Startformation. Auf der Bank nahmen Janina Schinkel und Caroline Schwarz Platz. „Es waren alle gefordert, ich habe in viele echt kaputte Gesichter geschaut. Ich kann sagen, dass alle ready waren. Wir mussten niemanden durchschleppen, keiner hat sich nach kleinen Fehlern zurückgezogen“, fand Greve.
Neben Anführerin Mankertz, die mit 16 Punkten, zwölf Rebounds und acht Assists nur knapp am Triple-Double vorbeischrammte und gleich zehn Fouls zog, stach vor allem Linke heraus. Die 17-Jährige war beste Korbjägerin mit 24 Punkten und räumte mit elf Rebounds ab. „Es war klar, dass es hinter Pia und Sam einen Ausreißer nach oben geben muss. Das war recht klar Luise. Über dieses Spiel darf sie sich richtig freuen“, schwärmte Greve. Auch Deem (15 Punkte), Schinkel (13) und Schwarz (8) punkteten gut. Vor allem war aber Linke in der zweiten Hälfte dafür verantwortlich, dass die Hurricanes das Ruder herumrissen.
Zur Pause lagen die Gäste mit 38:48 zurück. Kurz vorm Seitenwechsel war Neuss beim 48:34 sogar drauf und dran zu enteilen (18.). Greves Auszeit zeigte bis zur Halbzeitsirene Wirkung. Danach kam Linkes großer Auftritt. Mit zwölf Punkten allein im dritten Viertel läutete sie die Aufholjagd ein. Erstmals führten die Hurricanes nach einem Dreier von Schinkel – 56:53 (28.). Als Schinkel und Skeib im Schlussabschnitt aus der Distanz die kurzzeitig eingeführte Zone von Neuss bestraften, lagen die Hurricanes mit 72:64 vorne (34.). Doch auf einmal traf auch Neuss die Dreier und führte nach erfolgreichen Würfen von Johanna Huppertz, Linda Brückner und Claire Sutherland-Caise 1:54 Minute vor Schluss mit 82:81. Schinkel per Dreier und Linke 22 Sekunden vorm Ende mit dem 86:84 brachten den Sieg jedoch nach Hause, weil anschließend weder Huppertz noch Marija Ilic trafen.
(Wuttke, Rotenburger Kreiszeitung)