57:63 in Eimsbüttel: Greve kündigt Veränderungen an
Zum sechsten Mal sind die Hurricanes in dieser Saison als Verliererinnen vom Court gegangen. Diverse schwache Quoten führten zur erneuten Pleite.
Rotenburg – Die vier jungen Fans, die mit ihren Melda-Tölle-Trikots in der ersten Reihe saßen, gaben alles und feuerten ihre Lieblingsspielerin der Avides Hurricanes bis zum Ende an. Doch ihr Engagement sollte sich nicht auszahlen. Nach der sechsten Niederlage im achten Spiel müssen die Zweitliga-Basketballerinnen von der Wümme ihren Blick nach unten richten. „Da will keiner so richtig hin. Die Ziele sind sicher vorher andere gewesen. Jetzt sind wir ein bisschen in der Realität angekommen“, stellte Coach Christian Greve nach der 57:63 (23:28)-Niederlage beim Eimsbütteler TV fest. Den Hamburgerinnen gelang damit die Revanche für die Pokalpleite bei den Hurricanes vor zwei Monaten.
Ein erneuter Fehlstart, eine unterirdisch schwache Wurfquote und eine deutliche Unterlegenheit bei den defensiven Rebounds führten letztlich zur Niederlage. „Wir haben mal wieder nicht gut gespielt. Wir kommen nicht in den Schwung, den wir brauchen und sind nicht smart genug, was die Abschlüsse angeht“, monierte Greve und beobachtete: „Wenn wir handlungsschneller sind, kommen wir auch zu Erfolgserlebnissen, aber wir nehmen uns manchmal selbst das Tempo.“
Gegen das Team von Ex-Hurricanes-Spielerin Leonie Rosemeyer, die gegen ihre alten Kolleginnen ein Double-Double erzielte (16 Punkte, zwölf Rebounds), lagen die Gäste schnell mit 1:8 zurück (4.). Anschließend ließen sie den Rückstand auf 6:17 anwachsen (8.). Erst 80 Sekunden vor der Halbzeit führte Anna Lena Skeib die Hurricanes auf 23:26 wieder heran. Mit drei von vier erfolgreichen Freiwürfen verkürzte Jenna Cotter auf 26:28 (21.), dann enteilte Eimsbüttel bis auf 46:33 (30.).
Nach dem 45:48 von Kendall Nead (36.) besaß die US-Amerikanerin noch die Chance, mit einem offenen Dreier auszugleichen, doch der Ball sprang wieder heraus. Noch einmal brachte Nele Gleitsmann per Dreier ihr Team auf 54:57 heran (38.), mehr war jedoch nicht drin. „Gerade in der Schlussphase haben wir uns nicht clever genug angestellt, da müssen wir noch dazulernen“, meinte Greve. „Vielleicht müssen wir auch prinzipiell was an unserer Offense ändern, um besser zu Abschlüssen zu kommen“, überlegte der Coach, der zudem selbstkritisch anmerkte: „Ich muss mich hinterfragen, was ich mache. Irgendwas müssen wir ändern. Es sind ja keine schlechten Spielerinnen, es funktioniert nur noch nicht zusammen.“
Cotter scheidet vorzeitig aus
Eine Bilanz von 24:36 bei den Defensivrebounds wirft ebenfalls Fragen auf – ganz abgesehen von den Quoten bei den Dreiern (16 Prozent) und Zweiern (31 Prozent). Beste Scorerin war Gleitsmann mit 19 Punkten, doch auch sie reihte sich bei den verbesserungswürdigen Quoten ein. Für Cotter war nach dem fünften Foul vorzeitig Schluss (38.).
(Freese, Rotenburger Kreiszeitung)