54 Punkte reichen den Hurricanes zum Sieg gegen Göttingen

Es war ein absolutes Low-Scoring-Game zwischen den Hurricanes und Göttingen. Herausstach dabei wieder einmal Shannon Ryan mit einem Double-Double.

Scheeßel – Als Ay´Anna Bey die ersten zwei Punkte des Spiels warf, holten die U  11-Fußballer des ortsansässigen SV RW Scheeßel ihre selbst gestalteten Plakate auf der Tribüne der Großen Sporthalle heraus. Zwar gelangen sowohl den Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes als auch der BG 74 Göttingen im weiteren Verlauf der Partie nur wenig Punkte. Die Herzen der jungen Fans gewann das Team von Christian Greve dennoch genauso wie das letzte Heimspiel des Jahres in der Liga. Mit 54:43 (23:19) fiel das Ergebnis niedrig aus, gleichwohl bescherte es den Hurricanes den vierten Erfolg in Serie und Play-off-Platz vier in der Tabelle.
Nach dem Spiel nahmen sich etwa Andrea Baden und Shannon Ryan Zeit und unterschrieben auf dem Boden hockend die Plakate der Jungen und Mädchen. Auch Leonie Rosemeyer machte mit den Kindern gemeinsam Bilder. Zuvor hatte sie in dem Low-Scoring-Game noch elf Punkte beigesteuert. Nur die beiden US-Amerikanerinnen Bey (14) und Shannon Ryan (19) warfen an diesem Abend mehr Bälle in den Korb, während der restliche Kader – teils aufgrund geringer Spielzeit – bei maximal fünf Zählern blieb. Ryan gelangen zudem 20 Rebounds und damit ihr achtes Double-Double im elften Anlauf. „Shannon hat wieder ein überragendes Spiel gemacht. Sie hat ein paar schwere Würfe genommen, die sie aber auch kann. Das kam mit den Rebounds in der zweiten Hälfte. Da hat sie die Aggressivität mehr angenommen“, lobte Greve.
Goldig war aber auch bei den Hurricanes längst nicht alles. Lediglich 32 Prozent der Zwei-Punkte-Würfe verwandelten sie. Göttingen brachte es sogar nur auf 26 Prozent. Von 21 Distanzwürfen vergaben die Gäste zudem alle! Aufseiten der Gastgeberinnen steuerte Rosemeyer wiederum drei Dreier bei. „Göttingen hatte viel Wurfpech. Die haben viele 1:0-Würfe vergeben. Wir haben stattdessen versucht, uns auf die einfachen Dinge zu konzentrieren, haben gut zusammengespielt und Shannon oft unter dem Korb gefunden“, erklärte der Small Forward. Im ersten Viertel war es noch Bey, die die Greve-Crew mit sechs Punkten mit 8:2 (5.) in Führung brachte.
In den zweiten zehn Minuten zeigten die Göttingerinnen ihre beste Phase und kamen bis zur Pause auf vier Punkte heran – 23:19. Auffällig war jedoch auch die Anzahl der Würfe, die sich zwischen Korbring und Brett verfingen. Gleich dreimal passierte es in dieser Begegnung. „Da haben wir auch drüber gelacht. Das kommt nicht so oft vor – eher in Jugendspielen, wo noch nicht so gut gezielt wird“, gestand Greve.
Den Weg in den Korb fand der Ball auch in der zweiten Hälfte nur selten. So reichte unter anderem ein 9:0-Lauf, wodurch sich die Hurricanes wieder absetzten – 38:22 (26.). Dieser 16-Punkte-Vorsprung schmolz letztlich erst in der Schlussminute auf elf Zähler, als Lena Wenke für Göttingen fünf Punkten in Folge warf. Dass es im Rückspiel am 8. Januar 2023 nicht noch mal so ablaufen könnte, dessen sind sie sich bewusst. Rosemeyer sagt: „Das wird auswärts sicher härter.“ Und auch ihr Coach weiß um die Heimstärke der Erstliga-Absteigers und die große Unterstützung der Fans.

(Denkmann, Rotenburger Kreiszeitung)