Knackpunkt zweites Viertel
(cnf). Nichts zu holen zum Start in die neue Saison der 2. Basketball-Bundesliga (Nord) der Frauen gab es für die Bender Baskets Grünberg. Bei den Talents Bonn/Rhöndorf setzte es für das Team von Headcoach Patrick Unger eine klare 61:79 (23:41)-Niederlage. Dabei zeigte die junge Grünberger Truppe in ihrem ersten Ligaeinsatz unter Unger Licht und Schatten – vor allem ein verpatztes zweites Viertel erwies sich als spielentscheidend.
»Wir haben gut angefangen, selbst Bonn war, glaube ich, etwas überrascht von dem, was wir da gezeigt haben – ich nicht so«, sagte Unger hinterher. Defensiv wach und offensiv fokussiert, hielt sein Team in den ersten Minuten nicht nur mit, sondern setzte auch einige gelungene Akzente (12:11, 8.). Zur ersten Viertelpause hieß es 17:12 (10.) für die Talents. Was im zweiten Abschnitt folgte, bezeichnete der Grünberger Coach als »unterirdisch«. Die Gastgeberinnen dominierten diese Phase mit 24:11 Punkten, profitierten von Grünbergs Foulproblemen und erhielten 21 ihrer 34 Freiwürfe noch vor der Pause. »Das ist, denke ich, am Ende auch der Gamechanger gewesen«, analysierte Unger. Seine Mannschaft kam kaum noch in die defensiven Rotationen, verteidigte häufig zu spät oder unkonzentriert. »Wir waren einfach zu faul«, kritisierte der Coach mit Blick auf die Abwehrarbeit.
Zur Halbzeit stand es 23:41 (20.) aus Sicht der Mittelhessen – ein Rückstand, der zwar schmerzte, aber nicht uneinholbar war. Tatsächlich zeigte Grünberg im dritten Viertel ein ganz anderes Gesicht. Mit viel Energie, besseren Entscheidungen und verbessertem Rebounding kämpften sich die Baskets zurück und verkürzten den Rückstand zeitweise auf zehn Punkte (34:44, 24.). Sarah Lückenotte (14 Punkte) und Frieda Schlebusch (11 Punkte, 4 Assists, 4 Steals) trugen die Offensive, während Charlotte Kohl (9 Punkte, 13 Rebounds) unter dem Korb ackerte.
Doch immer, wenn die Gallusstädterinnen am Comeback schnupperten (54:61, 33.), wusste Bonn/Rhöndorf zu antworten. Die Talents trafen teils schwierige Würfe von außen und nutzten Fehler der Gäste geschickt aus. Topscorerin Johanna Huppertz (16 Punkte) sowie Lea Wolff (15 Punkte, 6 Assists, 6 Steals) glänzten aufseiten der Gastgeberinnen mit Effizienz und Spielkontrolle.
Im Schlussviertel wuchs der Rückstand im weiteren Verlauf wieder auf deutlich über zehn Punkte an (59:77, 38.), da Grünberg erneut zu viele Ballverluste produzierte – insgesamt 32 an der Zahl. Trotz dieser Schwäche erkannte Unger auch positive Ansätze: »Ich habe nach dem Spiel zu den Mädels gesagt: Das war eine unnötige Niederlage. Wir hatten ein paar weniger Turnover als gegen Heidelberg, mancher davon war vermeidbar, aber wir haben die Problematik, die wir im Spielvortrag hatten, als Gruppe oder individuell diesmal gut gelöst.« Mit Blick auf die Saison sieht Unger Fortschritte: »Wir müssen weiter stoisch daran arbeiten – langfristig gesehen war das, denke ich, ein sehr gutes Spiel für uns.« Seine Mannschaft sei auf dem richtigen Weg. Am Freitag (16.30 Uhr), am Tag der Deutschen Einheit, kommt mit den TusLi-Damen aus Berlin ein Aufsteiger aufs Grünberger Parkett. »Ich blicke weiterhin sehr positiv auf die nächsten Wochen«, bleibt Unger trotz der Auftaktniederlage optimistisch.
Grünberg: Lückenotte (14/2), Schlebusch (11/2), Kohl (9), Popp (7), Arnheiter (6/2), Seegräber (5/1), Gerber (4), Quapil (3), E. Kramer (2), P. Kramer, Drescher, Geisler.
Quelle: Gießener Allgemeine