Mit Coolness und Miriam Diala zum Sieg

Leichte Gegner gibt es in der 2. Damen-Basketball-Bundesliga Süd offenbar kaum noch. Selbst der Tabellenvorletzte Eisvögel Freiburg II forderte die BasCats USC Heidelberg im ersten Heimspiel des Jahres bis zum Schluss, ehe sich die Heidelbergerinnen mit 63:58 durchsetzten.

„Alle Neune!“ – Das ist eigentlich ein Begriff aus dem Kegelsport, er passt aber gut zur eindrucksvollen Serie der BasCats. Der Erfolg gegen Freiburg war der neunte in Folge. Und wie schon gegen München und in Stuttgart mussten die BasCats wieder hart kämpfen, um den Sieg zu sichern. Sie bewiesen dabei, dass sie in engen Spielsituationen die Nerven behalten und in ihr Spiel zurückfinden können.

Das Freiburger Team war personell und von der Leistung her nicht mehr mit dem Hinspiel (81:39) vergleichbar. Das hatten schon die letzten Spiele der Freiburgerinnen gezeigt. Diesmal waren mit Pauline Mayer, Luisa Nufer und Joanna Scheu drei Spielerinnen dabei, die tags zuvor mit dem Bundesliga-Team der Eisvögel in Saarlouis gewonnen hatten. Dazu kam mit Stephanie Wagner eine ganz erfahrene ehemalige A-Nationalspielerin, die im Hinspiel noch gefehlt hatte.

Die BasCats starteten gut und lagen schnell 15:6 in Führung. Defensiv ließen sie wenig zu, zudem warf Freiburg im ersten Viertel bis auf Wagner (acht Punkte) recht schwach. Pauline Mayer erzielte keinen einzigen Punkt. Die Führung der Gastgeberinnen war zur Viertelpause mit 16:13 eher zu niedrig.

Ein 12:3-Lauf im zweiten Viertel sorgte für die erste 12-Punkte-Führung, in der Verteidigung arbeiteten die BasCats weiterhin gut, auch wenn die Eisvögel im Rebound leicht überlegen waren. Mit elf Punkten Vorsprung ging es in die Halbzeitpause.

Mit Beginn des dritten Viertels wurden die Gäste stärker. Pauline Mayer begann zu treffen, sie hielt ihr Team fast alleine im Spiel. Dass es für die BasCats trotzdem zwischenzeitlich zu einer weiteren 12-Punkte-Führung reichte, lag an der überragenden Miriam Diala (acht Punkte) und Sanata-Lea Ouedraogo (fünf), die bis zum 46:41 von Julia Wroblewski neun Sekunden vor Viertelende als einzige Heidelbergerinnen scorten. Zu viele einfache Wurfchancen wurden vergeben, dadurch wurde eine frühzeitige Entscheidung verpasst.

Und Freiburg hatte nun endgültig Lunte gerochen. Ilka Hoffmann und Mayer mit fünf Punkten in Folge sorgte beim 46:48 für die erste Gäste-Führung überhaupt. Es war Miriam Diala, die das Heft in die Hand nahm und immer wieder dynamisch zum Korb zog. Sie war nur durch Fouls zu bremsen. Binnen einer Minute stand sie dreimal an der Freiwurflinie, konnte die ersten beiden Versuche jedoch gar nicht, beim zweiten nur einen und erst beim dritten Mal beide Freiwürfe zum 49:48 verwandeln. Mit einem 12:0-Lauf kämpften die Heidelbergerinnen sich ins Spiel zurück. Doch die Eisvögel waren aus der Distanz einfach stark. Mayer mit einem ganz weiten Dreier und Nufer verkürzten noch einmal auf 58:61 aus Freiburger Sicht, ehe Diala mit der Schlusssirene den Schlusspunkt setzte.

Am kommenden Samstag kommt es zum Topspiel bei Tabellenführer TSV Wasserburg, der am Sonntagabend das Spitzenspiel bei den Falcons Bad Homburg 64:56 für sich entschied.

Statistik (Stuttgart/BasCats)

Dreierquote: 14:34% (3/21:10/29)

Zweierquote: 43:26%

Freiwurfquote: 63:71%

Rebounds: 44:50 (Diala 12, Nägele 8, Palenickova 7 – Wagner 9, Nufer 8, Hoffmann 6)

Assists 15:16 (Nägele 6)

Turnover 16:28

Stenogramm: 15:6 (5.), 16:13 (10.), 31:20 (Halbzeit), 44:32 (27.) 46:41 (30.), 46:48 (32.), 58:48 (36.), 60:55 (39.), 63:58 (Endstand).

BasCats: Diala 19, Ouedraogo 13/3, Wroblewski 8, Palenickova 6, Linder 6, Nägele 4, Salazar 3, Simon 2, Steins 2.

Freiburg: Mayer 19/4, Nufer 11/2, Wagner 11/2, Hoffmann 9/1, Scheu 8/1, Tritschler, Entenmann, Kälble, Baumann.

Stimmen zum Spiel:

Trainer Sebastian Nörber: „Wir haben wegen Verletzungen und Krankheiten nur sporadisch trainieren können, seit Jahresbeginn nicht einmal Fünf gegen Fünf. Freiburg hat physisch dagegengehalten und war viel besser als im Hinspiel. In der ersten Halbzeit haben wir nur 20 Punkte zugelassen, am Ende wurden wir auch müde. Wir hatten eine Phase mit zu vielen vergebenen Korblegern, dann sind die in ihren Rhythmus gekommen. Ich hatte aber auch beim Rückstand Vertrauen in die Mannschaft, dass sie das herumreißt. Zum Glück sieht es für diese Woche so aus, dass wir voll trainieren können. Durch die Niederlage von Rhein-Main Baskets haben wir nun einen Puffer auf Platz drei.“

Sanata-Lea Ouedraogo: „Wir haben sie in der ersten Halbzeit bei 20 Punkten gehalten, es war aber erwartbar, dass sie dann besser treffen. Natürlich hätte wir noch besser verteidigen können. Aber wir hatten viele Ausfälle im Training und konnten nie Fünf gegen Fünf trainieren. Dass wir beim 46:48 nicht nervös geworden sind, zeigt die Verbesserun gegenüber dem Vorjahr. Wir bleiben cool, weil wir alle selbstbewusster geworden sind. Bei uns kann jede Spielerin punkten, da ist es mir egal, wie viele Punkte ich machen. Ich hätte aber gerne noch ein paar Korbleger reingemacht. Ohne Miri wären wir nicht das Team, das wir sind.“

Eleah Steins: „Wir haben Freiburgs Shooter ins Spiel kommen lassen, aber wir sind beim Rückstand nicht hektisch geworden. Wir vertrauen mittlerweile auf uns, dass wir das können. Freiburg hat ein starkes Team, einige Spielerinnen der ersten Mannschaft waren dabei. Nun geht es nach Wasserburg, wo wir das Hinspiel verloren haben. Ich denke, beide Teams haben seitdem einen Schritt nach vorne gemacht. Es wird bestimmt knapp und eng.“

Michael Rappe

Beitragsbild: Miriam Diala war einfach kaum zu halten. Da hat auch Ex-Nationalspielerin Stephanie Wagner (rechts) das Nachsehen. Foto: Andreas Gieser