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TOP4 2026 in Berlin: Ein Pokalwochenende mit vielen Extras

verfasst von Toyota DBBL - Ramona Neohoridis

Dieses Pokalwochenende in der Toyota Damen Basketball Bundesligen hatte alles – und die Teams lieferten noch ein kleines bisschen mehr.

Insgesamt über 4500 Zuschauer:innen strömten am vergangenen Wochenende in eine bis auf den letzten Platz vibrierende Sömmeringhalle, in Berlin-Charlottenburg. In dieser wurde Basketball nicht nur gespielt, sondern zelebriert. Vier Mannschaften, ein Ziel: das Finale. Schon im ersten Halbfinale wurde klar – hier schenkt niemand auch nur einen Zentimeter Parkett her.

Halbfinale 1: ALBA BERLIN – Saarlouis Royals 71:67 n. OT

Ab der ersten Sekunde war es zu spüren: Dieses Spiel würde keines werden, das man nebenbei verfolgt. Beide Teams begegneten sich mit hoher Intensität, viel Tempo und maximaler Entschlossenheit. Die Neuauflage des Halbfinales von 2025 ähnelte auch 2026 stark dem Spielverlauf aus dem letzten Jahr.

ALBA erwischte den konzentrierteren Start. Vor allem Alina Hartmann übernahm offensiv Verantwortung, legte früh den Rhythmus fest und steuerte bereits im ersten Viertel 7 Punkte bei. Mit 18 Punkten war sie am Ende Topscorerin ihres Teams. Auch defensiv agierten die Berlinerinnen aufmerksam, sicherten insgesamt 45 Rebounds und bewegten den Ball geduldig – 21 Assists unterstreichen die mannschaftliche Geschlossenheit.

Über ein 20 – 11 nach den ersten zehn Minuten hatte sich das Heimteam eine zweistellige Führung erspielt (38:27). Was dann folgte, kam den meisten der über 2100 ZuschauerInnen bekannt vor: Saarlouis blieb stabil, ruhig – und kämpfte sich Schritt für Schritt zurück in die Partie.

Angeführt von Martha Ann Burse (20 Punkte, 5 Assists, 5 Steals) übernahmen die Royals im Schlussviertel zunehmend die Kontrolle. Jordyn Jenkins (11 Punkte, 8 Rebounds), Emma Eichmeyer (10 Punkte, 8 Rebounds) und Egle Zabotkaite (10 Punkte) sorgten für wichtige Akzente in der Offense. In der Crunchtime belohnten sich die Saarländerinnen für ihre Moral – nach zwei eiskalt verwandelten Freiwürfen der letztjährigen Pokal MVP Burse ging es mit einem 58:58 in die Verlängerung.

In den fünf Extra-Minuten war es schließlich die etwas klarere Entscheidungsfindung der Gastgeberinnen, die den Ausschlag gab. Ein 3-Punktewurf von Deeshyra Thomas nach Assist von Alina Hartmann brachte ALBA auf die Siegerstraße. Berlin verteidigte konsequent, blieb an der Freiwurflinie stabil und sicherte sich mit 71:67 den Finaleinzug.

Viertelergebnisse: 20:11 | 18:16 | 11:12 | 9:19 | 13:9
Rebounds: 45:39 | Assists: 21:17

Halbfinale 2: BC Marburg – Rutronik Stars Keltern 74:79

Was danach folgte, war ein Spiel, das in Erinnerung bleibt.

Keltern startete dominant, physisch stark und treffsicher. Marburg fand zunächst keinen Rhythmus, lag deutlich mit 0 – 13 zurück. Es dauerte knapp 7 Minuten, bis Caitlyn Jones die ersten Marburger Punkte auf das Scoreboard bringen konnte. Keltern ließ den Ball gut laufen und verteilte offensiv die Last auf mehreren Schultern. Das Ergebnis war eine deutliche 48 – 30 Pausenführung. Doch im dritten Viertel verwandelte sich das Spiel komplett. Die Hessinnen stellten defensiv auf eine 1-3-1 Zonenverteidigung um, verteidigten leidenschaftlich, spielten mutig nach vorne – und drehten einen 21-Punkte-Rückstand binnen weniger Minuten beinahe vollständig.

Caitlyn Jones war mit 23 Punkten und 4 verwandelten 3ern die treffsicherste Marburgerin, Lea Debeljak steuerte 10 Punkte bei und auch Sara Guerreiro setzte wichtige Distanztreffer. Auf der Gegenseite hielten unter anderem Alex Kiss-Rusk (15) und Karina Konstantinova (13) dagegen.

In der Schlussphase bewies der Favorit aus Keltern jedoch seine Klasse und Coolness. Beim Stand von 74 – 74 war es der schön herausgespielte 3er von Konstantinova, der die Partie zugunsten der Rutronik Stars Keltern entschied. Am Ende 79:74 – und Standing Ovations für beide Teams nach einem leidenschaftlichen Fight.

Spiel um Platz 3: Saarlouis Royals – BC Marburg

Am Vortrag: Overtime-Thriller für Saarlouis, Aufholjagd von Marburg, doch von Müdigkeit war bei beiden Teams am Sonntag nichts zu spüren, keines gab die Bronze-Medaille freiwillig her. Marburg präsentierte sich offensiv variabler (37,5 % Dreierquote), insgesamt effizienter aus dem Feld (41,7 %) und konnte jeden Spielabschnitt für sich entscheiden.

Dabei setzte Marburg erneute auf die am Vortrag erfolgreich erprobte 1-3-1 Zonenverteidigung, mit der die Saarländerinnen zwar ihre Probleme hatten, jedoch immer wieder Lösungen finden konnten. Lea Debeljak (18 Punkte), Allyson Fertig (14 Punkte, 11 Rebounds) und Sara Guerreiro (11) führten den BC an. Saarlouis stemmte sich mit Jordyn Jenkins (19 Punkte, 10 Rebounds) und Magaly Meynadier (12) dagegen.

Am Ende waren es Kleinigkeiten – bessere Wurfauswahl, weniger Ballverluste, mehr defensive Stabilität in den entscheidenden Sequenzen – die den Ausschlag gaben. Beide Mannschaften verabschiedeten sich mit erhobenem Kopf aus einem intensiven Wochenende.

Finale: ALBA BERLIN – Rutronik Stars Keltern 67:62 n. OT

2.365 Zuschauerinnen und Zuschauer bildeten den klangvollen Rahmen für ein Finale, das diesem Wochenende die Krone aufsetzte.

Kein Team konnte sich entscheidend auf Abstand kämpfen. Führungswechsel, intensive Defense, harte Duelle unter dem Korb – es war ein Spiel auf Augenhöhe. DBB-Nationalspielerin Alex Wilke kam gut in die Partie und war offensiv die prägende Spielerin der ersten 20 Minuten. Beim Stand von 28-28 hatte sie bereits 12 Punkte gesammelt.

Bis in die Schlussphase hinein stand das Spiel auf Messersschneide, beide Teams versuchten den letzten Punch zu setzen und an Dramaturgie konnten die letzten Sekunden nicht überboten werden. 1:27 vor Ende der Spielzeit verwandelte Karina Konstantinova souverän zwei Freiwürfe zur 56-55 Führung für Keltern. ALBA hatte die Chance in Führung zu gehen, vergibt jedoch 30 Sekunden vor Schluss. Nach einer Auszeit von Matea Tavic erspielt sich Keltern einen freien Dreier für eben jene Konstantinova, die am Vortrag eiskalt den Sieg gegen Marburg klar gemacht hatte. Doch dieses Mal vergibt sie und so bekam Berlin in den letzten 9 Sekunden die Möglichkeit, den Sieg zu holen. Der Spielzug baut auf DBB-Nationalspielerin Alina Hartmann, diese zieht zum Korb und wird dabei von Alex Kiss-Rusk gefoult. Das Resultat: zwei Freiwürfe. Die knapp 2400 Zuschauer:innen hielt es spätestens jetzt nicht mehr auf ihren Sitzen: Freiwurf Nummer eins ging daneben, doch beim zweiten Freiwurf behielt Hartmann die Nerven und trifft – wieder Verlängerung. Eine willkommene Zugabe für die tobenden Fans. Wieder war die Spannung fast mit Händen zu greifen und diesmal schrieb ALBA BERLIN Geschichte: Mit klugen Entscheidungen, starker Defensive und sicherer Hand von der Freiwurflinie sicherten sich die Berlinerinnen ihren ersten Pokaltitel der Vereinsgeschichte.

Lena Gohlisch, später als MVP ausgezeichnet, übernahm hierbei Verantwortung in den entscheidenden Momenten. Unterstützung kam von Marie Bertholdt (12 Punkte, 8/8 Freiwürfe), Alina Hartmann (12) und Tessa Stammberger (11). Auf Seiten Kelterns stemmte sich Alexandra Wilke mit 21 Punkten gegen die Niederlage.

Neben dem Pokal konnten sich unsere Siegerinnen über weitere Preise freuen. Der offizielle Wellnesspartner der DBBL, das Best Western Plus Kurhotel an der Obermaintherme, überreichte MVP Gohlisch einen Gutschein für ein Wellness-Wochenende in Bad Staffelstein. Kein Wochenende, sondern gleich ein ganzes Jahr darf sich das gesamte Team über einen E-Bus von Toyota freuen. Bereits im letzten Jahr begründete der Haupt- und Namenssponsor der Liga die Tradition, dass die Pokalsiegerinnen ein Fahrzeug von Toyota erhalten und führt diese somit fort.

Ein Wochenende, das bleibt

Was dieses TOP4 ausgezeichnet hat, war mehr als Statistik. Es war die Atmosphäre – eine Halle, die bei jedem Lauf aufbrandete wie eine Welle, die jede gelungene Defense feierte und in engen Schlussphasen kollektiv den Atem anhielt. Basketball in seiner emotionalsten Form.

Unser besonderer Dank gilt dem Ausrichter ALBA BERLIN, der dieses Event mit großer Professionalität und Hingabe organisiert hat.

Ebenso danken wir allen vier Teams – ALBA BERLIN, den Rutronik Stars Keltern, dem BC Marburg und den Saarlouis Royals – für hochklassigen Sport, Fairness und Leidenschaft.

Unser Dank geht auch an die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, an die Ehrengäste, Partner und Sponsoren, die diesem Wochenende einen würdigen Rahmen verliehen haben.

Und nicht zuletzt an die Fans: für Begeisterung, Respekt und eine Stimmung, die dieses Pokal TOP4 zu etwas ganz Besonderem gemacht hat.

Berlin hat geliefert. Der Pokal hat neue Geschichte geschrieben. Außerdem darf die gesamte Liga stolz sein auf ein Wochenende, das gezeigt hat, wie stark und mitreißend der Frauenbasketball in Deutschland ist.

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