2. DBBL FINAL4: Drama, Defense, Double-Doubles: Das Finale in Göttingen steht
Tag 1
Foto: Sven Borchers, Göttingen
Samstag der 09.05.2026 in der Sporthalle am Felix-Klein-Gymnasium. Diese füllte sich im Laufe des Tages – und je länger gespielt wurde, desto lauter wurde es. Basketball pur, mit allem was dazugehört: Dreier in letzter Sekunde, Defense die Körbe verhindert, und Spielerinnen die zeigen, warum sie in diesem Wochenende stehen. Zwei Teams fahren morgen zum Finale. Zwei andere spielen um Platz drei.
Halbfinale 1: Leverkusen setzt sich durch
Das erste Halbfinale zwischen den WINGS Leverkusen und den BasCats USC Heidelberg war von Beginn an ein Kampf auf Augenhöhe. Leverkusen startete stärker, die Defense ließ Heidelberg kaum zu einfachen Abschlüssen kommen, und die wichtigen Dreier der BasCats wollten im ersten Viertel einfach nicht fallen. Nach zehn Minuten: 24:18 für Leverkusen.
Das zweite Viertel gehörte dann Heidelberg. Die BasCats zogen öfter zum Korb, kamen ran – Leverkusen konnte phasenweise nur mit Foul stoppen. Bei 6:19 noch zu spielen: 30:27. Dann schlug Julia Wroblewski mit einem Dreier zu – 35:33, Auszeit Heidelberg. Sekunden später glich Jayla Shanell Oden von der Freiwurflinie aus: 35:35. Jeder Ball hart umkämpft. Halbzeit: 42:38 – Leverkusen vorne, aber nichts entschieden.
| Team | Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | Total |
|---|---|---|---|---|---|
| WINGS Leverkusen | 24 | 18 | 16 | 15 | 73 |
| BasCats USC Heidelberg | 18 | 20 | 9 | 24 | 71 |
In der zweiten Halbzeit setzte sich dann der Platzhirsch aus der Toyota 2 DBBL Nord durch. Leverkusen fand wieder zur eigenen Stärke – einer Verteidigung, die Heidelberg in insgesamt 20 Ballverluste zwang, und einer Freiwurflinie, an der 80 % der Versuche verwandelt wurden. Tessa Brugler war kaum zu stoppen: 24 Punkte, 13 Rebounds – ein Double-Double der Sonderklasse von einer Spielerin, die weiß, wann es darauf ankommt. Kendra Parra steuerte 20 Punkte hinzu, traf 42,9 % ihrer Dreier und war auf beiden Seiten des Feldes präsent. Für Heidelberg hatten Jayla Oden (24 Punkte) und Kelly Moten (22 Punkte) – ein starker Auftritt beider, aber am Ende nicht genug gegen eine geschlossene Leverkusener Mannschaft.
Die Spielerinnen des ersten Halbfinals
Halbfinale 2: Bochum schlägt Göttingen – trotz lautstarker Heimkurve
Das zweite Halbfinale hatte eine besondere Komponente: Göttingen spielte zuhause – und die Halle, die sich bis zum Abend zunehmend füllte, machte diesen Vorteil spürbar. Die BG74 Veilchen Ladies hatten den Rückenwind ihrer Fans, ein eingespieltes Team und die Energie eines Abends, der für sie mehr bedeutete als für jeden anderen. Auf der Gegenseite kamen die VfL VIACTIV-AstroLadies Bochum mit ihren eigenen mitgereisten Fans – laut, präsent und entsprechend gut zu hören.
Das Spiel war eng, intensiv und bis zur letzten Minute offen. Bochum startete verhalten ins erste Viertel, fand aber immer besser ins Spiel und übernahm im dritten Viertel mit einem starken Abschnitt die Führung – nach drei Vierteln lagen die Gastgeberinnen mit 55:48 vorne. Göttingen antwortete im Schlussviertel mit einem starken Abschnitt: 14:19. Zum Leidwesen der Heimfans, war dies nicht genug. Bochum brachte das Spiel mit 69:67 nach Hause. Bitter für Göttingen, verdient für Bochum.
| Team | Q1 | Q2 | Q3 | Q4 | Total |
|---|---|---|---|---|---|
| AstroLadies Bochum | 9 | 18 | 28 | 14 | 69 |
| BG74 Veilchen Göttingen | 15 | 15 | 18 | 19 | 67 |
Ein Highlight des Abends kam ausgerechnet aus dem unterlegenen Team: Ana Teresa Faustino von Göttingen lieferte eine der eindrucksvollsten Einzelleistungen des gesamten Tages. 26 Punkte, 56,3 % aus dem Feld, fünf Assists, vier Steals – und von der Dreierlinie eine Quote von 57,1 %, die schlicht atemberaubend war. Eine Spielerin, die in Drucksituationen besser wird statt schlechter. Göttingen scheidet aus – aber Leal Faustino verlässt die Halle mit erhobenem Kopf.
Für Bochum war es eine Mannschaftsleistung. Cecelia Collins war mal wieder in allen Belangen präsent: 14 Punkte, 13 Rebounds, drei Assists – ein Double-Double wie aus dem Lehrbuch. Faith Dut steuerte 19 Punkte bei und bewies einmal mehr, warum sie eine der gefährlichsten Innen-Spielerinnen dieser Liga ist. Und Laura Knaup traf fünf von sieben Dreiern – 71,4 % – und zeigte, warum Bochums Außenpräsenz für das morgige Finale eine echte Waffe ist.
Die Spielerinnen des zweiten Halbfinals
Sonntag, 10. Mai 2026 – Sporthalle Felix-Klein-Gymnasium, Göttingen
Eine ganze Saison verdichtet sich auf zwei Spiele. Die Halle wird brennen.
vs. BG74 Veilchen Ladies Göttingen
vs. VfL VIACTIV-AstroLadies Bochum
Das Finale: Leverkusen gegen Bochum – was erwartet uns?
WINGS Leverkusen gegen VfL VIACTIV-AstroLadies Bochum. Tabellenerster gegen Tabellenvierter der Nord-Staffel – aber zwischen diesen beiden Teams war das nie eine einfache Rechnung.
Die Geschichte der Saison: zwei Duelle, zwei Leverkusener Siege. In Spieltag 9 gewann Leverkusen auswärts in Bochum mit 72:56. Im Rückspiel an Spieltag 25 dasselbe Bild: Bochum führte zur Pause mit zehn Punkten – und verlor am Ende trotzdem, 58:69. Leverkusen drehte die Partie im Schlussviertel mit einem furiosen Lauf. Das zeigt: Bochum kann Leverkusen über weite Strecken herausfordern. Den Sieg holen – das ist noch nicht gelungen. Morgen ist die Chance.
Leverkusen – der freiwillige Erstliga-Absteiger der vergangenen Saison – ist mit 23 Siegen aus 24 Spielen durch die Nordstaffel marschiert. Nur Göttingen konnte sie stoppen. Brugler, Villaflor und Parra bilden eine Offensiv-Maschinerie, die in dieser Liga ihresgleichen sucht. Bochum dagegen hat Cecelia Collins – und wenn Collins läuft, läuft Bochum. 489 Saisonpunkte, 308 Rebounds, 15 Double-Doubles. Dazu Dut mit 47 Blocks in der Saison. Das ist keine Zahl, das ist eine Ansage.
Morgen, 16:00 Uhr. Zwei Teams, die sich kennen – und Bochum weiß: Sie waren nah dran, aber noch nie nah genug. Morgen ist die Chance, das zu ändern.
Tickets gibt es noch an der Tageskasse – ab 9 Euro. Wer da sein kann, sollte da sein.