Toyota DBBL Season Awards 2025/26: Most Valuable Player – 2. DBBL Süd
Foto: Michael Rhein
Most Valuable Player 2. DBBL Süd (38 Stimmen): Isabel Gregor – Die Dirigentin mit Übersicht und Einfluss
Wenn es in dieser Saison eine Spielerin gibt, die dem Spiel ihres Teams unverkennbar ihren Stempel aufdrückt, dann ist es Isabel Gregor. Die Aufbauspielerin der Falcons Bad Homburg lenkt, ordnet, entscheidet – und verleiht dem Spiel des Tabellenführers immer wieder die entscheidenden Impulse.
Schon früh entschied sich Gregor für den Basketball und entwickelte sich in Bad Homburg zu einer echten Führungspersönlichkeit. Nach ihrem Wechsel aus Nördlingen in den Taunus sammelte sie über Jahre hinweg wertvolle Erfahrung und gehört inzwischen zu den dienstältesten Spielerinnen ihres Teams. Trotz ihrer erst 24 Jahre bringt sie eine bemerkenswerte Routine mit, die im Kader deutlich hervorsticht.
In bislang 17 von 20 Saisonspielen stand Gregor jedes Mal in der Starting Five und erhielt über 30 Minuten Einsatzzeit pro Partie. Mit durchschnittlich 14,9 Punkten zählt sie zu den wichtigsten Scorerinnen ihres Teams, fällt dabei aber vor allem durch ihre Effizienz auf (50,3 % aus dem Feld; 67,4 % aus dem Zweipunktebereich). Ihr Spiel zeichnet sich durch kluge Entscheidungen und einen sicheren Abschluss aus.
Ligaweit gehört Gregor zu den auffälligsten Akteurinnen – und das nicht nur im eigenen Teamkontext. Mit 6,5 Assists pro Spiel führt sie die Liga an und ist damit die beste Vorlagengeberin der 2. DBBL Süd. Auch defensiv setzt sie Maßstäbe: 4,5 Steals pro Partie bedeuten ebenfalls Platz eins im ligaweiten Vergleich. Ergänzt wird dieses Profil durch 4,9 Rebounds pro Spiel.
Innerhalb der Falcons nimmt Gregor eine zentrale Rolle ein. Sie führt die Bad Homburger in wichtigen Statistiken an und weist mit einem Plus-Minus-Wert von +15,2 den größten Einfluss auf das Spielgeschehen auf. Als Taktgeberin strukturiert sie die Offensive, kontrolliert das Tempo und übernimmt Verantwortung, wenn es darauf ankommt.
Wie entscheidend sie in engen Momenten ist, zeigte sich eindrucksvoll am 4. Spieltag: Beim 75:67-Erfolg gegen Bamberg (Sonntag, 19.10.2025) übernahm Gregor in der Schlussphase Verantwortung, zog entschlossen zum Korb und leitete damit den Ausgleich durch Elza Bierina ein. In der Verlängerung setzte sie anschließend selbst die prägenden Aktionen und führte ihr Team zum Sieg. Szenen wie diese stehen sinnbildlich für ihre Spielkontrolle und ihre Fähigkeit, Spiele zu entscheiden.
Auch abseits des Feldes zeigt sich Gregors Wert für den Verein. Trotz Angeboten aus höheren Ligen entschied sie sich bewusst für einen Verbleib in Bad Homburg und unterstreicht damit ihre Identifikation mit Team und Standort. Ihre Kombination aus Erfahrung, Spielintelligenz und Führungsqualität macht sie zu einer der bestimmenden Spielerinnen der Liga.
Platz 2 (28 Stimmen): Taylor Golembiewski – Taktgeberin im Spiel der Mainzerinnen

Taylor Golembiewski, die 2025 ihr Studium an der Colgate University abschloss, brachte bereits aus ihrer College-Zeit wertvolle Erfahrung und spielerische Qualität mit nach Deutschland. Schon in der NCAA überzeugte die Guard mit konstanten Leistungen und verlässlichen Wurfquoten, bevor sie beim ASC Theresianum Mainz den nächsten Schritt ihrer Karriere ging.
In der Saison 2025/26 entwickelte sich die 1,73 m große Aufbauspielerin schnell zu einer zentralen Figur in der 2. DBBL Süd. Von Beginn an übernahm sie Verantwortung und prägte das Spiel der Mainzerinnen auf beiden Seiten des Feldes. In 20 Saisonspielen stand Golembiewski 19-mal in der Starting Five und gehörte mit durchschnittlich über 35 Minuten Einsatzzeit zu den konstantesten Spielerinnen ihres Teams. Mit 22,2 Punkten pro Partie zählt sie zu den Topscorerinnen der Liga und ist eine wichtige Option in der Offensive. Dabei überzeugt sie nicht nur durch ihr Scoringvolumen, sondern auch durch Effizienz: Über 42 % Trefferquote aus dem Feld und mehr als 43 % von der Dreierlinie unterstreichen ihre Qualität als Distanzschützin.
Auch abseits des Scorings hat sie großen Einfluss auf das Spielgeschehen. Mit 7,3 Rebounds pro Spiel zeigt sie für ihre Position bemerkenswerte Präsenz unter dem Korb. Ergänzt wird ihr Profil durch 2,5 Assists sowie 3 Ballgewinne pro Partie, die ihre Vielseitigkeit und ihr gutes Spielverständnis verdeutlichen.
Defensiv setzt sie gegnerische Guards mit hoher Intensität und starkem Stellungsspiel unter Druck. Durch gutes Timing und Antizipation erzwingt sie immer wieder Ballverluste und initiiert so schnelle Umschaltmomente. Entsprechend bereiten sich viele Teams gezielt auf sie vor – dennoch findet sie regelmäßig Wege, Einfluss auf das Spiel zu nehmen.
Im Saisonverlauf gelangen ihr mehrere herausragende Leistungen mit über 25 Punkten. Besonders in Erinnerung bleibt ihr Auftritt Anfang November 2025 gegen Würzburg, als sie mit 27 Punkten, 10 Rebounds und 10 Steals eine außergewöhnlich vielseitige Leistung zeigte und das Spiel maßgeblich prägte.
Mit ihrem gelungenen Übergang vom College-Basketball in den europäischen Wettbewerb hat Golembiewski eindrucksvoll bewiesen, dass sie auch auf professionellem Niveau eine tragende Rolle einnehmen kann.
Platz 3 (18 Stimmen): Marta Miscenko – Dominanz, die sich nicht wegdiskutieren lässt

Marta Miscenko spielte eine Saison, die sich vor allem durch eines auszeichnet: Kontrolle. Kontrolle über den Rebound, über die Zone und über den Rhythmus des Spiels. Bei den VIMODROM Baskets Jena war sie nicht nur eine feste Größe – sie war der entscheidende Faktor, der Spiele strukturierte und stabilisierte.
Der Weg dorthin ist kein Zufall. Die lettische Center-Spielerin wurde früh ausgebildet, sammelte am College in den USA wertvolle Erfahrung und etablierte sich anschließend im europäischen Profibasketball mit Stationen in mehreren Ligen. Diese Vielfalt zeigt sich heute in ihrem Spiel: ruhig in Entscheidungen, klar in der Ausführung und konstant über vier Viertel.
In der aktuellen Saison kam all das in einer Form zusammen, die ligaweit heraussticht. Miscenko stand in 19 von 20 Spielen in der Startformation und spielte im Schnitt über 34 Minuten – ein klares Zeichen für ihre Bedeutung im System. Ihre 17,3 Punkte pro Partie (Platz 4 ligaweit) machen sie zu einer der produktivsten Offensivspielerinnen, vor allem gemessen an ihrer Position.
Den größten Unterschied macht sie jedoch am Brett. Mit 13,2 Rebounds pro Spiel ist sie die beste Rebounderin der Liga – mit Abstand der wichtigste Wert in ihrem Profil. Kaum eine Spielerin kontrolliert zweite Chancen so konsequent oder beendet gegnerische Angriffe so zuverlässig.
Dazu kommt ihre Effizienz: Mit einem Wert von 26,2 führt sie die gesamte Liga an. Dieser Wert ist kein Nebenprodukt, sondern Ausdruck ihres Spiels – wenige Fehler, gute Entscheidungen und eine hohe Erfolgsquote in den entscheidenden Aktionen. Ergänzt wird das durch 3,7 Assists und 1,4 Blocks, was zeigt, dass ihr Einfluss weit über klassische Center-Aufgaben hinausgeht.
Was ihre Saison zusätzlich auszeichnet, ist die Konstanz. Miscenko liefert nicht nur einfach gute Spiele, sie liefert sie regelmäßig. Gleichzeitig ist sie jederzeit in der Lage, Partien klar an sich zu ziehen – wie beispielsweise Auftritte mit 23 Punkten und 20 Rebounds gegen Dillingen oder 22 Punkten und 18 Rebounds gegen Wasserburg im Saisonverlauf gezeigt haben.
Unterm Strich steht also eine Spielerin, die in mehreren Schlüsselstatistiken ganz oben steht, deren Einfluss sich direkt im Spielverlauf widerspiegelt und die über die gesamte Saison hinweg auf höchstem Niveau produziert hat.
Was sind die Toyota DBBL Season Awards?
Die Toyota Damen Basketball Bundesligen ehren in der Saison 2025/26 die besten Spielerinnen und Coaches mit den Toyota DBBL Season Awards.
Die Preisträger*innen wurden durch eine exklusive Abstimmung ermittelt. Stimmberechtigt waren die Coaches, Teamkapitäninnen sowie ein jeweils Vereinsverantwortlicher jedes DBBL-Teams. In der Toyota 2. DBBL durfte zusätzlich die Spielerinnenvertretung (eine gewählte Spielerin pro Team) ihre Stimme abgeben.