Toyota DBBL Season Awards 2025/26: Coach of the Year – 2. DBBL Nord
Foto: Gero Müller-Laschet
Coach of the Year 2. DBBL Nord (41 Stimmen): Ružica Džankić – Zwischen Doppelbelastung und Dominanz
Die Saison 2025/26 der BG74 Veilchen Ladies Göttingen ist untrennbar mit dem Namen Ružica Džankić verbunden, die ihr Team trotz außergewöhnlicher Herausforderungen konstant auf Kurs hielt. Die 31-jährige Kroatin, die erst vor wenigen Jahren ihre aktive Karriere beenden musste, hat sich in kürzester Zeit als eine der besten Trainerinnen der Liga etabliert – und das unter außergewöhnlichen Voraussetzungen.
Džankić, geboren in Zagreb und früher selbst auf professionellem Niveau aktiv, bringt nicht nur internationale Spielerfahrung mit, sondern auch einen bemerkenswerten Karriereweg: Nach ihrem verletzungsbedingten Karriereende übernahm sie früh Verantwortung im Coaching und entwickelte sich seit 2022 Schritt für Schritt zur Führungspersönlichkeit in Göttingen. Mittlerweile geht sie bereits in ihre vierte Saison als Trainerin der Veilchen Ladies.
Was ihre Leistung in dieser Spielzeit besonders macht, ist ihre Doppelrolle: Parallel zu ihrer Tätigkeit als Headcoach im Frauenbereich arbeitet sie auch als Assistenztrainerin im ProA-Team der BG Göttingen. Ein enormer Aufwand, der höchste Disziplin und Organisation verlangt – und den sie Woche für Woche meistert. Trotz enger Spielpläne, intensiver Reisetätigkeit und kaum vorhandener Pausen gelingt es ihr, beide Teams auf hohem Niveau zu betreuen.
Diese Mischung aus Belastbarkeit, Spielverständnis und Führungsqualität spiegelt sich auch auf dem Feld wider. Unter Džankić präsentieren sich die Veilchen Ladies als geschlossenes Team mit klarer Struktur und großer Variabilität im Spiel. Besonders auffällig ist die offensive Balance: Mehrere Spielerinnen übernehmen Verantwortung und sorgen für konstanten Druck auf den Gegner.
So stark sind die Veilchen Ladies unter Džankić:
Die Mannschaft überzeugt vor allem durch ihre Ausgeglichenheit und Tiefe im Kader. Gleich drei Spielerinnen erzielen im Schnitt über 14 Punkte pro Spiel, angeführt von Ana Teresa Faustino (14,8 Punkte, 5,4 Rebounds, 4,4 Assists, 2,7 Steals), die als zentrale Spielmacherin das Tempo bestimmt und in allen Bereichen Akzente setzt. Unterstützung erhält sie von Sophia Phillips (14,5 Punkte), die vor allem aus der Distanz gefährlich ist, sowie von Alice Bremer (14,2 Punkte, 8,6 Rebounds), die unter dem Korb für Stabilität sorgt.
Auch darüber hinaus zeigt das Team große Qualität: Spielerinnen wie Lillian Phillips und Thalia Kretschmar bringen wichtige Minuten und sorgen für zusätzliche Flexibilität, während die Tiefe des Kaders es ermöglicht, das Tempo hochzuhalten und auf unterschiedliche Spielsituationen zu reagieren. Genau diese Mischung aus individueller Klasse und mannschaftlicher Geschlossenheit macht Göttingen zu einem knallharten Gegner. Dies bestätigt auch der Blick auf die Tabelle: Mit 21 Siegen aus 22 Spielen führen die Veilchen Ladies die Liga souverän an, überzeugen mit einer starken Bilanz zuhause wie auswärts und untermauern ihre Dominanz zusätzlich durch eine deutliche Korbdifferenz von +522.
Platz 2 (20 Stimmen): Bea Waffenschmied – Entwicklung statt Imports als Erfolgsmodell

Mit Bea Waffenschmied an der Seitenlinie haben die Talents BonnRhöndorf in der Saison 2025/26 ihren eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgt – und dabei ein klares Ausrufezeichen gesetzt. Die für ihre intensive und nachhaltige Arbeit im Nachwuchsbereich bekannte Trainerin formte ein Team, das vollständig auf Importspielerinnen verzichtete und dennoch über die gesamte Saison hinweg konkurrenzfähig auftrat.
Waffenschmied steht für Entwicklung, Energie und ein klares Werteverständnis. Vom Einstieg im Jugendbereich bis hin zur Verantwortung im Leistungsbasketball hat sie sich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet und dabei zahlreiche Teams nachhaltig geprägt. Mit ihrer positiven, aktiven Präsenz an der Seitenlinie und einem klaren Fokus auf Teamchemie gelingt es ihr, Spielerinnen nicht nur sportlich, sondern auch in ihrer Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Sie fordert, fördert und vermittelt dabei eine klare Haltung, die über den Basketball hinaus Wirkung entfaltet.
Gleichzeitig treibt sie auch ihre eigene Entwicklung konsequent voran: Durch kontinuierliche Weiterbildung – unter anderem mit dem Erwerb der B-Lizenz und darüber hinausgehenden Ambitionen – unterstreicht sie ihren Anspruch, sich stetig zu verbessern und neue Impulse aufzunehmen. Ein entscheidender Faktor war auch in dieser Saison ihre besondere Strahlkraft: Viele Spielerinnen entschieden sich ganz bewusst für Bonn, um unter ihrer Leitung zu spielen und Teil dieses Entwicklungsansatzes zu sein. Unterstützt durch ein starkes, gewachsenes Netzwerk im Rheinland sowie enge Kooperationen entstand so ein Kader, der Entwicklung und Leistungsfähigkeit auf überzeugende Weise miteinander verbindet – und sinnbildlich für den eingeschlagenen Weg des Standorts steht.
So stark sind die Talents unter Waffenschmied:
Die Talents BonnRhöndorf stehen bei einer Bilanz von 13 Siegen und 9 Niederlagen (26 : 18 Punkte). Mit einem positiven Korbverhältnis von 1554 : 1476 (+78) unterstreicht das Team seine durchgehend konkurrenzfähigen Leistungen. Sowohl zuhause (7 : 4) als auch auswärts (6 : 5) präsentierte sich die Mannschaft stabil und konnte sich damit im oberen Tabellenmittelfeld festsetzen.
Die Stärke des Teams liegt vor allem in seiner Ausgeglichenheit – gleich mehrere Spielerinnen tragen konstant zum Scoring bei. Angeführt wird das Team von Martha Middeler, die mit 12,7 Punkten und 9,7 Rebounds pro Spiel vor allem unter dem Korb eine feste Größe ist. Dahinter sorgen Lisanne Räwer-Tanguep (10,0 Punkte, 5,8 Rebounds) und Lia Hilgenfeld (7,8 Punkte bei 57,7% Zweierquote) für zusätzliche Effizienz im Abschluss.
Im Aufbau gibt Lea Wolff den Ton an: Mit 9,4 Punkten, 4,1 Assists und 2,6 Steals pro Spiel prägt sie das Spiel auf beiden Seiten des Feldes. Unterstützung erhält sie von Nicola Happel (8,0 Punkte, 3,4 Assists), während Zoe Perlick mit 7,8 Punkten und 3,4 Assists ihre Vielseitigkeit einbringt. Auch aus der Distanz bleibt das Team durch Julijana Blazic (4,9 Punkte) eine Gefahr. Diese Mischung aus Breite, Variabilität und klar verteilten Rollen macht die Talents zu einem schwer auszurechnenden Gegner.
Platz 2, die Zweite (20 Stimmen): Mario Zurkowski – Doppelrolle auf hohem Niveau gemeistert

Mit Mario Zurkowski steht bei den VfL VIACTIV-AstroLadies Bochum ein Trainer an der Seitenlinie, der in der Saison 2025/26 vor allem durch eines überzeugt: seine außergewöhnliche Vielseitigkeit. Denn während er in Bochum als Headcoach arbeitet, trägt er parallel als Sportlicher Leiter beim SYNTAINICS MBC Verantwortung im Erstligabasketball – eine Kombination, die es in sich hat.
Zurkowski steht für Kontinuität, Klarheit und Entwicklung. Seine Laufbahn führte ihn über den Nachwuchsbereich bis hin zu erfolgreichen Stationen im Leistungsbereich, unter anderem in Osnabrück, wo er Aufstiege und Finalteilnahmen verantwortete. Diese Erfahrung bringt er heute gezielt ein – nicht laut oder spektakulär, sondern strukturiert, reflektiert und mit einem klaren Plan.
Gerade diese Arbeitsweise prägt auch seine tägliche Arbeit: Zurkowski versteht es, Prozesse zu steuern, Entwicklungen anzustoßen und gleichzeitig die Kontrolle über Details zu behalten. Dabei agiert er als klassischer Entwickler, der nicht nur auf kurzfristige Ergebnisse schaut, sondern nachhaltig Strukturen aufbaut – sowohl im Training als auch im Spiel.
So stark sind die AstroLadies unter Zurkowski:
Dass sich dieser Ansatz auszahlt, lässt sich klar an den Zahlen ablesen: 16 Siege aus 22 Spielen entsprechen einer Quote von rund 73 Prozent und unterstreichen die Konstanz, die Mario Zurkowski seinem Team gegeben hat. Ein Korbverhältnis von 1.655 zu 1.401 (+254) verdeutlicht dabei die Balance zwischen Offensive und Defensive.
Auffällig ist dabei vor allem die Struktur innerhalb des Teams. Zwar wird das Spiel von Cecelia Collins (21,7 Punkte, 13,4 Rebounds) und Faith Dut (15,9 Punkte, 8,7 Rebounds) geprägt, doch dahinter greift ein System, das auf mehrere funktionierende Bausteine setzt. Spielerinnen wie Ramona Tews bringen mit über acht Punkten und solider Allround-Produktion zusätzliche Stabilität ein.
Ergänzt wird dieses Gerüst durch eine Rotation, in der auch Rollen- und Bankspielerinnen zuverlässig Minuten und Energie liefern – ein Faktor, der sich nicht immer direkt in hohen Punktzahlen ausdrückt, aber wesentlich zur Konstanz beiträgt.
Was sind die Toyota DBBL Season Awards?
Die Toyota Damen Basketball Bundesligen ehren in der Saison 2025/26 die besten Spielerinnen und Coaches mit den Toyota DBBL Season Awards.
Die Preisträger*innen wurden durch eine exklusive Abstimmung ermittelt. Stimmberechtigt waren die Coaches, Teamkapitäninnen sowie ein jeweils Vereinsverantwortlicher jedes DBBL-Teams. In der Toyota 2. DBBL durfte zusätzlich die Spielerinnenvertretung (eine gewählte Spielerin pro Team) ihre Stimme abgeben.