Upset-Sieg gegen Eisvögel in Bestbesetzung
Wer hätte das gedacht? Die Diamonds bestätigen einmal mehr den Positivtrend der letzten Wochen. Diesmal mit einem nervenaufreibenden 66:64 Sieg.
Verlor man das Hinspiel in Freiburg noch mit sage und schreibe 46 Punkten Differenz, behielt man in heimischer Halle knapp die Oberhand und konnte den vierten Saisonsieg feiern.
Freiburg, das sich mit einem Sieg gegen die Diamonds die Chance auf den Playoffeinzug wahren wollte, reiste ohne ihre sehr jungen WNBL-Spielerinnen an. Sie wurden für das WNBL-Viertelfinale gegen ALBA Berlin am darauf folgenden Tag geschont. Anstatt dessen brachte man das Erstligaaufgebot mit nach Dillingen. Vorzeichen, die nicht gerade für einen ausgeglichenen Schlagabtausch standen. Doch es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe.
Während Freiburg zunächst noch seine deutlichen Größenvorteile ausspielen konnte und schnell mit 9:2 in Führung ging, konnten die Diamonds den Rhythmus der Gäste mit einer wechselnden Verteidigung brechen. Mit dem Resultat des offenen Spiels. Zum Ende des Viertels lag man knapp mit 19:20 im Hintertreffen. In Durchgang Nummer zwei gelang es den Diamonds auch offensiv einige Akzente zu setzen. Allen voran Kapitänin Myrielle Platte-Behnke glänzte in diesem Viertel mit drei erfolgreichen Dreipunktwürfen. Das Halbzeitergebnis ließ die Zuschauenden irritiert optimistisch zurück, die Diamanten in Außenseiterrolle führten mit zehn Punkten.
Dass Freiburg das Tempo im zweiten Durchgang zu erhöhen versucht, war ein offenes Geheimnis. Durch druckvollere Defensivaktionen machten sie es den Diamonds im dritten Viertel sehr schwer zu punkten. Die Offensive Leichtigkeit der ersten Halbzeit ging verloren. Auch die Treffsicherheit erinnerte wieder mehr an vergangene Spiele. Lediglich ein weiterer Dreipunktwurf konnte von Dillingen in der zweiten Halbzeit verwandelt werden. Alle weiteren verfehlten ihr Ziel. Zum Ende des dritten Viertels waren die Eisvögel wieder auf 50:46 dran.
Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Diamonds blieben abgezockt und defensiv stabil. Auf Freiburger Druckphasen fand man immer wieder eine entsprechende Antwort. Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit war das Spiel mit 64:64 ausgeglichen. Leichtfertig vergebene Chancen auf beiden Seiten ließen das Spiel bis zum Schluss ausgeglichen. Dann war es die bis dato überragende Myrielle Platte-Behnke, die hervorragend freigespielt wurde, mutig zum Korb attackierte und von einer Freiburger Spielerin gefoult wurde. Die zwei folgenden Freiwurfe verwandelte sie nervenstark zum 66:64. Die darauf folgende Taktik- und Nervenschlacht gestalteten die Diamonds zu ihren Gunsten. 3,9 Sekunden vor Schluss hatte man eine zwei Punkten Führung bei eigenem Ballbesitz im eigenen Vorfeld. Die Instruktionen von Coach Behnke wurden hervorragend umgesetzt. Doch bei der Ausführung der Laufwege wurden die Topspielerinnen Platte-Behnke und Perea klar von Freiburger Spielerinnen festgehalten. Was folgt war kein Foulpfiff, sondern ein 5-Sekunden Pfiff des Schiedsrichters und der damit resultierende Ballbesitz der Gäste. Fassungslosigkeit und eine Auszeit von Freiburg. Sie hatten also die letzte Chance auf den Sieg – und nutzten ihn nicht. Endergebnis 66:64 für die Dillingen Diamonds. Spannender hätte ein Spiel nicht sein können. Ein Ergebnis, dass an der Tabellensituation nichts ändern wird, jedoch einen großen Motivationspush in Richtung Playdowns gibt.