Wonach möchten Sie suchen?
20260131 Asc Mainz Ulm Stephan Hahne 17
2. Bundesliga Süd

Ruhige Hände entscheiden nervöses Spiel

verfasst von mainz@dbbl.de

Viele Ballverluste, Fehlwürfe und zwei defensive Ausrichtungen prägen das Zweitligaspiel des ASC Mainz gegen die BBU 01 Ulm. Am Ende sorgen drei Akteurinnen von der Freiwurflinie für den 58:54-Erfolg der Gastgeberinnen.

Mainz. In den letzten 40 Sekunden bewiesen die Basketballerinnen des ASC Mainz eine ruhige Hand. Nachdem die BBU 01 Ulm zum 52:52 ausgeglichen hatte, durften nacheinander Taylor Golembiewski, Jordan Barron und Svea Rehders an die Freiwurflinie. Golembiewski brachte die Gastgeberinnen wieder mit zwei Punkten in Führung, nach einem Ballgewinn baute Barron den Vorsprung mit zwei Treffern auf vier Punkte aus.

10,8 Sekunden standen noch auf der Uhr, als Sitori van Buren, die neue US-Amerikanerin des Tabellenletzten, aus der Mitteldistanz verkürzte. Und es war klar, dass die Gäste foulen würden, um die Chance auf einen weiteren Ballbesitz zu wahren. Dafür suchten sie sich eine der unerfahrenen Mainzerinnen aus, Svea Rehders. Doch die blieb cool, verwandelte beide Freiwürfe und stellte damit den 58:54 (44:41, 35:27, 10:13)-Endstand her, weil die Ulmer Frauen in den verbleibenden 7,8 Sekunden keinen erfolgreichen Abschluss mehr zustande bekamen.

„Svea hat Nerven aus Stahl bewiesen“, lobte Aron Duracak. „Dabei ist sie erst 22 und hat in der vorigen Saison in Hochheim noch in der Landesliga gespielt.“

Spielzüge nicht sauber durchgezogen

Der ASC-Trainer freute sich nicht nur über das Ergebnis, das die Wahrscheinlichkeit erheblich erhöhte, die Play-downs zu vermeiden, er war auch mit der Leistung seines Teams zufrieden. Das verwunderte insofern, weil die Begegnung von zahlreichen Turnovers geprägt war. Die Mainzerinnen verzeichneten 20, die Ulmerinnen 24 Ballverluste.

Diese Fehlerlastigkeit hatte Gründe. Die Mainzerinnen waren von Verletzungsausfällen gebeutelt, besonders schwer wog das Fehlen der Guards Charlotte Kriebel und Dilara Özdemir. „Und ohne Lena Kröhl hatten wir nur zwei große Spielerinnen“, erläuterte Duracak. „Das alles macht es schwierig, einen Flow reinzubekommen.“ Dem Team habe es an der Abstimmung gefehlt, die Spielzüge habe es deshalb nicht sauber durchgezogen.

Dem Coach war vorab bewusst, dass es im Angriff haken könnte, deshalb hatte er sein Augenmerk auf die Defensive gelegt. „Wir haben in dieser Woche fast ausschließlich Abwehr geübt“, berichtete er. Das zahlte sich aus, die Verteidigung war der Schlüssel zum Sieg. Der reichte entgegen der Erwartungen nicht, um sich auf den wichtigen achten Rang vorzuschieben, weil die Baskets Bamberg überraschend Tabellenführer HTG Bad Homburg bezwangen.

Auch BBU gut vorbereitet

Den Gastgeberinnen gelang es, die Kreise der Ulmer Neuverpflichtung Sitori van Buren entscheidend einzuschränken. Hatte die US-Amerikanerin am vorigen Spieltag noch 16 Punkte erzielt und 15 Rebounds gesichert, blieb sie diesmal bei 13 Punkten, davon lediglich sechs aus dem Spiel heraus. Ihre Freiwurfquote lag allerdings bei 88 Prozent. Auch bei den Rebounds hielt der ASC die potenzielle Unterschiedsspielerin in engeren Grenzen, van Buren holte sich neun Abpraller.

Freilich zeigten sich die Schwäbinnen nicht minder gut auf den Gegner vorbereitet. Hauptziel der BBU-Defensive war Taylor Golembiewski, die Topscorerin nicht nur des ASC, sondern der gesamten Liga. Zwar blieb sie mit ihren Powerdribblings auffälligste Mainzerin, jedoch mit elf Punkten deutlich hinter ihrer gewohnten Ausbeute zurück.

„Die Ulmerinnen haben Taylor penetrant verteidigt“, sagte Duracak. „Auch das hat unser Spiel ein bisschen kaputtgemacht.“ Zudem stellte die BBU ihre großgewachsenen Akteurinnen nicht ins Zentrum, sondern auf die Flügel und erschwerte es den ASC-Frauen damit, zum Korb zu ziehen.

Kraus nutzt ihre Freiräume

Dass sich der Tabellenletzt so sehr auf Golembiewski konzentrierte, verschaffte deren Teamkolleginnen größere Freiräume. Alina Kraus nutzte sie zu 17 Punkten, beendete damit eine kleine Durststrecke in der Offensive und war vor Jordan Barron (16) erfolgreichste Schützin ihrer Mannschaft.

Bei zwei auf die Abwehr konzentrierten Kontrahenten war absehbar, dass sich kein High-Score-Game entwickeln würde. Nach vier Minuten stand es gerade mal 2:4, und solche Phasen, in denen der Ballbesitz ohne erfolgreiche Abschlüsse ständig wechselte, gab es mehrmals, auch im letzten Viertel, in dem es für 13 der insgesamt 27 Zähler der Freiwürfe bedurfte.

Nicht nur auf die gegnerische Abwehrstärke und die fehlende Abstimmung ließ es sich zurückführen, dass die Mainzer Ausbeute unter dem gewohnten Level blieb. Vielmehr mangelte es auch an Wurfgenauigkeit. Golembiewski, Kraus, Alina Dötsch, Hella Fromm und Rehders vergaben unter dem Korb scheinbar einfache Versuche. „Ich schiebe das auf die Nervosität“, sagte Duracak. „Alle wussten, dass dies ein sehr wichtiges Spiel war.“

„Vielleicht etwas abgezockter“

Ihre beste Phase hatten seine Frauen im zweiten Viertel. Nach einem Drei-Punkte-Rückstand gelang ihnen zum 18:17 die erste Führung, die sie bis zur Pause auf sieben Zähler ausbauten. Die Entscheidung war das noch nicht, im nächsten Abschnitt schlug das Pendel wieder in die andere Richtung aus, ein Dreier der ehemaligen Nationalspielerin Anneke Schlüter unmittelbar nach Beginn der zweiten Halbzeit sorgte bei den Mainzerinnen wieder für Verunsicherung.

Auch die drei Punkte Vorsprung, mit denen sie ins letzte Viertel gingen, gaben sie aus der Hand, die Ulmerinnen glich zum 44:44 erstmals wieder aus und gingen mit 45:46 und 47:48 sogar noch zweimal in Führung.

Dass sich der ASC davon nicht umwerfen ließen, führte der Trainer auf die etwas größere Erfahrung zurück. „Der Gegner hat ein sehr junges Team“, sagte Duracak, „wir waren vielleicht etwas abgezockter.“ Deutlich wurde das in den letzten 40 Sekunden, als Golembiewski, Barron und Rehders an der Freiwurflinie standen.

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Unterstützung von SPORT AUS MAINZ.

Foto: Stephan Hahne – fotohahne.de

Unsere Partner

Ist Schwarz Bballaid Logo Center Rgb 1c Auf Hell Oip Foil2sport Logo Vivenu