Nicht die nötige Einstellung gefunden
Basketball-Zweitligist ASC Mainz kann seinen Überraschungserfolg gegen die TG Würzburg auswärts nicht wiederholen.
Würzburg. Weit weg von der Leistung, mit der sie das Hinrundenduell gewonnen hatten, blieben die Basketballerinnen des ASC Mainz in der Zweitligapartie bei der TG Würzburg. „Vorne kamen wir nicht in unsere Struktur, und hinten hat es auch nicht gestimmt“, kommentierte Aron Duracak die 57:68 (41:53, 19:32, 7:15)-Niederlage. Von einem nachhaltigen Rückschlag mochte der Trainer allerdings nicht sprechen. „Wir haben mental einen schlechten Tag erwischt“, sagte er.
Seine Frauen hätten sich von Beginn an von der aggressiven Defense der Gastgeberinnen beeindrucke lassen. „Wir wussten, dass Würzburg gut verteidigen kann, aber so hart hatten wir es nicht erwartet“, räumte Duracak ein. „Wir mussten für jeden Punkt hart kämpfen und haben vor allem über Einzelaktionen gescort.“ Seine Vermutung: Diesmal habe der Gegner sie auf keinen Fall unterschätzen wollen – „und uns hat die Einstellung gefehlt, um uns dagegen zu wehren“.
„Sharks“ nicht sehr bissig
Dabei hatten die „Sharks“ sich offensiv selbst nicht als besonders bissig erwiesen und keine Ausbeute erzielt, die es dem ASC unmöglich gemacht hätte, das Spiel zumindest eng zu gestalten. „Die hatten in der ersten Halbzeit nur drei von fünfundzwanzig Dreiern geworfen“, berichtete der Coach, „daraus hätten wir einen Vorteil ziehen müssen.“
Dafür allerdings wäre es erforderlich gewesen, den Gegenspielerinnen nicht einen Rebound nach dem anderen zu überlassen und ihnen dadurch immer wieder zweite Chancen zu ermöglichen. „So geht man dann mit 13 Punkten Rückstand in die Pause.“
Nach dem Seitenwechsel verkauften sich die Mainzerinnen besser, sie brachten mehr Energie aufs Feld und entschieden das dritte und vierte Viertel jeweils mit einem Punkt für sich. „Aber jedes Mal, wenn wir drauf und dran waren, Würzburg nahezukommen, hat Kathleen Hill uns einen Dreier oder einen And-One reingemacht“, bedauerte Duracak. Die US-Amerikanerin der Fränkinnen habe einen Sahnetag erwischt. „Deshalb sind wir immer acht bis zehn Punkte hinterhergelaufen.“
Kein Beinbruch, aber eine Grundsatzfrage
Nicht, dass es ein Beinbruch wäre, bei der TGW zu verlieren. „Die Würzburger können Basketball spielen und gehören in der Tabelle zu Recht zu den Topteams“, resümierte der ASC-Coach. „Insofern ist die Niederlage verkraftbar. Trotzdem müssen wir über unsere Einstellung reden, denn wenn die nicht zu 100 Prozent stimmt, wird es fast unmöglich, überhaupt ein Spiel zu gewinnen.“
Und damit will Duracak nicht erst bei den Spielen ansetzen, sondern schon im Training – getreu dem alten Motto: Wie man unter der Woche arbeitet, so tritt man auch am Wochenende auf. In den Übungseinheiten bedürfe es einer „absoluten Competition“, um sich gewissenhaft auf die Spiele vorzubereiten. „Wenn die Einstellung stimmt, kommt der Rest von alleine.“
Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Unterstützung von SPORT AUS MAINZ.
Foto: Elmar Hiller