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2. Bundesliga Süd

Mit Boss und Maschine

verfasst von mainz@dbbl.de
Zum Abschluss einer extrem schwierigen Saison bereiten die Fans des ASC Mainz ihren Zweitligabasketballerinnen am späten Samstagabend einen Empfang am Theresianum. Zuvor hat die Mannschaft den Klassenverbleib klargemacht. Dafür reicht eine 47:49-Niederlage im Play-down-Rückspiel bei den Rhein-Main Baskets.

Langen. Ein frenetisch anfeuerndes Publikum, ein letzter Angriff, zwei Freiwürfe von Alina Kraus, deren zweiter im Korb landet – und dann ausgelassene Freude. Die Spielerinnen hüpften ausgelassen im Kreis, die rund 80 mitgereisten Fans steuerten das entsprechende Freudengeheul bei. Zwar verloren die Basketballerinnen des ASC Mainz das Play-down-Rückspiel bei den Rhein-Main Baskets mit 47:49. Doch das konnten sie sich nach dem 14-Punkte-Sieg eine Woche zuvor leisten. Wie ein heißes Messer durch die Butter.

Die knappe Niederlage in Langen langte für den Klassenverbleib, den Mainzerinnen bleiben die Duelle mit der DJK Bamberg um den letzten freien Platz in der Liga erspart. Diesen Gang müssen die RMB antreten – „und dafür drücken wir ihnen alle Daumen“, sagte ASC-Sportvorstand Dominique Liggins.

Daran, dass es so kommen würde, habe er während der vorangegangenen 40 Spielminuten zu keinem Zeitpunkt gezweifelt. Nicht, als aus einer 4:2-Führung ein 4:9 geworden war, nicht, als die Gastgeberinnen sich immer wieder mal auf sechs, sieben Punkte absetzten, und auch nicht beim Stand von 39:49 zweieinhalb Minuten vor Schluss.

Dötsch trotzt Foultrouble

„Klar, bei minus zehn sieht es etwas wacklig aus, aber die Mädels haben nie den Eindruck gemacht, dass sie den Vorsprung aus dem Heimspiel aus der Hand geben würde“, sagte Liggins. „Wir haben immer rechtzeitig was entgegengesetzt.“ In diesem späten Fall verwandelte Alina Dötsch zwei ihrer insgesamt sechs Freiwürfe (bei voller Ausbeute), danach zerstreute Jordan Rabe ebenfalls von der Linie letzte womöglich vorhandene Zweifel am erfolgreichen Ausgang.

„Eine eiskalte Alina Dötsch“ lautete auch Liggins‘ Antwort auf die Frage, was letztlich den Ausschlag zugunsten seines Teams gegeben habe. „Nicht nur wegen ihrer Freiwürfe, sondern auch als Reboundmaschine.“ 15 Abpraller pflückte die Centerin, eine Woche zuvor waren es gar 16 gewesen. „Und sie hat trotz Foultrouble durchgehalten.“ Schon im ersten Viertel hatten die Referees zwei ihrer Aktionen abgepfiffen, viereinhalb Minuten kassierte Dötsch ihr viertes Foul.

Defense sichert Klassenverbleib

Offensiv fanden die Mainzerinnen nur schwer in Tritt, die RM-Taktik, tief abzusinken und den Weg zum Korb zu versperren, ging auf. Damit hatte Trainer Fernando Barron seine Frauen zwar eingestellt, nachdem diese vor Wochenfrist überraschend viele Insidepunkte erzielt hatten, von außen aber wollte nichts fallen. „Im ersten Viertel haben wir zehn Fahrkarten geschossen“, berichtete Kotrainer Liggins.

Ausgleichen konnten die Gäste dieses Manko jedoch durch eine ebenfalls gute Defense, der sich nur die für den Kampf um den Klassenverbleib aus der Basketballrente zurückgekehrte Pia Dietrich entziehen konnte. „Ihre freien Dreier“ – 18 ihrer 20 Punkte machte die Topscorerin aus der Distanz – „haben uns wehgetan, waren am Ende aber nicht relevant, weil wir alles andere im Griff hatten.“

Von einem Offensivfeuerwerk, wie es beide Mannschaften phasenweise beim 75:61 im Theresianum zelebriert hatten, konnte diesmal keine Rede sein. Aber, um eine alte Weisheit abzuwandeln: Die Offense gewinnt dir Spiele, die Defense sichert den Klassenverbleib…

Dank an Epoch

Keine entscheidende Rolle spielten auch die „kuriosen Pfiffe auf beiden Seiten“ (Liggins), mit denen die Unparteiischen viel zu sehr ins Spiel eingegriffen hätten. „Die beiden schienen nervöser zu sein als die Spielerinnen. Aber am Ende war auch das egal. Die Mädels haben ihr Versprechen gehalten, in dieses Partie noch einmal alles reinzuwerfen. Mit dieser Mentalität wäre schon in den vergangenen Wochen mehr dringewesen.“

Einen besonderen Dank sprach der Manager seiner kanadischen Spielmacherin aus. „Libby Epoch hat uns mit ihren herausragenden Leistungen in den Play-downs in der Liga gehalten. Das habe ich ihr direkt nach dem Spiel in Langen gesagt: ,Du bist der Boss‘.“

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Unterstützung von SPORT AUS MAINZ.

Fotos: Stephan Hahne – FotoHahne.de

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