Lou‘s Foodtruck MTV Stuttgart: Mit Moral aber ohne echte Chance
Lou‘s Foodtruck MTV Stuttgart unterliegt bei VIMODROM Baskets Jena mit 68:90 (8:26; 21:22; 25:23; 14:19), zeigt dabei aber phasenweise eine mutige Leistung. Nach einem verpassten Start steigerten sich die Gäste insbesondere im zweiten und dritten Viertel, konnten das Spiel jedoch aufgrund schwacher Dreierquote und physischer Nachteile unter dem Korb nicht drehen.
Personal
Die personelle Situation stellte den MTV vor enorme Herausforderungen: Kurzfristig mussten Verena Soltau und Lola Stamenkovic passen, zudem fehlten mit Lilith Maitra (Einstieg ins Training) und Diana Ivancic (WNBL Viertelfinale) wichtige Kräfte auf den großen Positionen. Das zwang das Trainerteam zu einer kompletten Umstellung des Gameplans – hin zu einem radikalen Small-Ball-Ansatz mit viel Tempo und maximalem Spacing. Die Gastgeberinnen in Bestbesetzung.
Headcoach Cyril DaSilva „Wir mussten innerhalb von 24 Stunden alles umstellen, das war schon ein kleiner Reality-Check. Die Mädels haben dann aber eine richtig gute Lösung gefunden – mit viel Mut, viel Tempo und klarer Idee. Wenn wir unsere Würfe treffen, wird das Spiel deutlich enger. So ist es ein Ergebnis, das okay ist, aber die Entwicklung, die wir gesehen haben, ist für mich fast wichtiger.“
Verlauf
Das erste Viertel verlief aus Stuttgarter Sicht viel zu zaghaft. Gegen die physisch überlegenen Gastgeber agierte der MTV zurückhaltend und ließ Jena früh ins Spiel finden und dieses vor allem unter dem Korb dominieren.
Mit Beginn des zweiten Abschnitts änderte sich das Bild: Die Gäste setzten konsequent auf ein 5-Out-System, erhöhten das Tempo und verkürzten bewusst die Angriffe. Der Mut wurde belohnt – Stuttgart gewann an Selbstvertrauen und fand besser in die Partie.
Im dritten Viertel zeigte sich das Konzept in seiner besten Phase: Durch aggressives Umschaltspiel, forcierte Ballgewinne (insgesamt 25 Turnover) und viele Abschlüsse in der frühen Offense brachte Jena sichtbar ins Wanken und zwang die Gastgeber sogar zu einer Zonenverteidigung.
Entscheidend blieb jedoch die schwache Trefferquote von außen (2/21 Dreier). Trotz guter Ballbewegung und freier Würfe gelang es nicht, konstant Druck aufzubauen. Unter den Körben stemmten sich Muna Ngome Kangue und Paula Armbrust aufopferungsvoll gegen die dominanten Rebounderinnen der Liga, während Salma El-Haiwan und Joanna Scheu offensiv mit aggressiven Drives den Ton angaben. Auch Jana Schreiner und Amelie Kehrenberg lieferten auf der ungewohnten Position Vier wertvolle Minuten.
Im Schlussviertel setzte sich schließlich die individuelle Qualität und Tiefe Jenas gegen ein erschöpftes Gästeteam durch.
Der MTV verkauft sich gegen ein Topteam mit großer Physis und mehreren Importspielerinnen trotz klarer Niederlage teuer. Das junge Team entwickelte in ungewohnter Aufstellung Mut und Anpassungsfähigkeit.
Ausblick auf Dillingen
Mit Blick auf das kommende Spiel gegen die Dillingen Diamonds gilt es, die positiven Ansätze mitzunehmen. Entscheidend wird sein, die Wurfquote zu stabilisieren und den mutigen Offensivstil beizubehalten.
An den drei verbleibenden Spieltagen warten folgende Gegner:
Dillingen Diamonds (aktuell Tabellenplatz 10.)
Bamberg (7.) – auswärts
ASC Therisianum Mainz (9.)
Rechnerisch sind noch Tabellenplätze fünf bis neun möglich. Die Playoff-Ränge (1–4) sind außer Reichweite. Überragendes Ziel ist weiterhin, nicht auf den ersten Playdown-Platz (9.)abzurutschen, den Mainz inne hält. Der MTV besitzt aktuell zwei Siege Vorsprung, was ein ordentliches Polster darstellt.