Lob für die Defense, Kritik an der Offense
Die Zweitligabasketballerinnen des ASC Mainz ziehen sich beim Tabellenführer HTG Bad Homburg achtbar aus der Affäre. Mit weniger Einzelaktionen und mehr Teamplay wäre ein besseres Ergebnis als die 60:74-Niederlage möglich gewesen, glaubt der Trainer.
Bad Homburg. Das Ergebnis liest sich gar nicht so übel. Mit 14 Punkten beim ungeschlagenen Zweitliga-Tabellenführer zu unterliegen, ist durchaus respektabel; höher eingeschätzte Mannschaften haben dort schon deutlicher verloren. „Auch spielerisch war das zumindest in der Defense wirklich gut“, sagte Aron Duracak nach der 60:74 (39:56, 28:38, 17:21)-Niederlage des ASC Mainz bei der HTG Bad Homburg.
„Ich glaube, die Gegnerinnen haben sich das einfacher vorgestellt“, sagte der Trainer der Mainzer Basketballerinnen. „Schaut man nur auf die Viertelstände, war es kein sehr deutlicher, aber doch souveräner Bad Homburger Sieg. Aber wer dabei war, hat ein Spiel auf Augenhöhe gesehen.“ Im letzten Durchgang gelang es den Gästen, noch mal auf neun Punkte heranzukommen, nach einem unsportlichen Foul hätten sie sogar noch weiter verkürzen können.
„Wir waren dran, aber es ist nicht gekippt“, bedauerte Duracak. „Als es eng zu werden drohte, haut Jule Seegräber uns zwei Dreier rein.“ Mit insgesamt vier (von neun) Distanztreffern war die von den Rhein-Main Baskets zu den Falcons gewechselte Aufbauspielerin, die der ASC-Trainer gerne ans Theresianum gelotst hätte, erfolgreichste Schützin von jenseits der Linie.
Harte Rebounderinnen
Duracaks Lob fürs die eigene Mannschaft konzentrierte sich weitgehend auf die Verteidigung, wenngleich das Reboundverhältnis von einer gewissen Unterlegenheit zeugte. Defensiv ging es mit 26:35 an den Tabellenführer, offensiv sogar mit 8:19 – vor allem das Verdienst der Kanadierin Claire Signatovic, der US-Amerikanerin Meghan Kenefick und der Lettin Elza Bierina, alle drei größer als 1,80 Meter. „Sie gehen hart zu den Bällen, da konnten wir nicht wirklich mithalten.“
Hingegen funktionierte die Zonenverteidigung, auf die der ASC phasenweise umstellte, sehr gut. Das Manko: Trainiert hatte das Team diese Variante nicht besonders intensiv, weshalb die jungen Spielerinnen „etwas hilflos aussahen“, wie der Coach berichtete. „Da konnte ich eigentlich nur die Erfahreneren ranlassen. Hätten alle Mädels die Zone beherrscht, wären wir wahrscheinlich bis zum Schluss dabei geblieben.“
Köpfe oben behalten
Unzufrieden zeigte sich der Trainer mit dem Offensivverhalten. „Bad Homburg hat uns wie erwartet die Luft zum Atmen genommen“, räumte er ein. „Deshalb kamen wir nicht richtig in unsere Plays rein, die wir für ein richtig gutes Spiel brauchen.“ In dieser Hinsicht hätte er sich mehr Widerstandsgeist gewünscht, statt früh zu resignieren und auf Einzelaktionen vor allem von Taylor Golembiewski zu setzen, die 13 ihrer 22 Punkte im Schlussviertel erzielte.
„Die waren nicht schlecht und haben uns ja auch das ordentliche Ergebnis ermöglicht“, sagte Duracak. „Aber wenn wir die Köpfe oben behalten, uns seltener festdribbeln und besser in unsere Systeme finden, können wir ein solches Spiel sogar gewinnen.“
Am nächsten Wochenende pausiert die Liga. Für die ASC-Frauen geht es am übernächsten Samstag (17 Uhr) zu Hause gegen den MTV Stuttgart weiter.
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Foto: Michael Rhein