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2. Bundesliga Süd

Kriebel küsst die Mannschaft wach

verfasst von mainz@dbbl.de

Schwer reingekommen, die Oberhand gewonnen, am Ende gezittert: Die Zweitligabasketballerinnen des ASC Mainz setzen sich gegen die Bamberg Baskets mit 61:59 durch.

Mainz. Als Alina Dötsch anderthalb Minuten vor Schluss zum 60:53 traf, schien die Entscheidung gefallen. Nach einer längeren Durststrecke, in der der Vorsprung des ASC Mainz von 58:48 auf fünf Punkte geschrumpft war, kam der Treffer einer kleinen Erlösung gleich. Doch der Schein trog, die Bamberg Baskets waren noch nicht geschlagen – auch weil die Gastgeberinnen ihre Angriffe weiterhin nicht erfolgreich abschlossen.

„Wir wollten zu schnell wieder ein Polster aufbauen“, analysierte Kotrainer Bilal Mohandis, „und haben unsere Abschlüsse etwas überhastet genommen.“ Die Folge: Erst verkürzten die Gäste per Freiwurf auf 56:60, dann nahm Hailey van Roekel einen Drei-Punkte-Wurf. Achtmal war die Bambergerin zuvor aus der Distanz gescheitert, der neunte Versuch flutschte durch den Korb.

Es stand 60:59, und auf der Uhr blieben noch 20 Sekunden.

18 Sekunden zu überstehen

Klar war, dass die Bambergerinnen es dem ASC nicht gestatten würden, die Zeit herunterzuspielen, sie zwangen Alina Kraus an die Freiwurflinie. Der erste Versuch saß, der zweite verfehlte das Ziel. 18 Sekunden blieben den Baskets noch, um die Verlängerung zu erzwingen oder gar mit einem Dreier den Sieg zu holen.

Dieses Risiko gingen sie nicht ein. Auf den letzten Drücker gab Stephanie Sachnovski den Schuss ab. Während der Ball in der Luft war, ertönte die Schlusssirene, die Kugel landete am Ring, die Mainzer Spielerinnen stürmten aufs Feld und bejubelten ihren 61:59 (48:40, 26:31, 14:12)-Erfolg.

„Den Sieg nehmen wir mit fürs Gefühl“, sagte Mohandis. „Er ist wichtig für unser Selbstvertrauen, ändert aber erst einmal nichts an der Tabellensituation.“ Der ASC bleibt auf dem neunten Rang, zwei Punkte hinter dem MTV Stuttgart und vier plus den direkten Vergleich angesichts des 59:67 in der Hinrunde hinter den Bambergerinnen. Die Wahrscheinlichkeit, in die Play-downs zu müssen, ist nach wie vor hoch.

Acht Punkte Vorsprung

Mit einem konzentrierten Einstieg in die zweite Halbzeit hatte das Team von Aron Duracak (der nach Spielschluss flugs nach Hause musste) und Mohandis das Geschehen in seine Richtung gelenkt. „Wir sind deutlich frischer aus der Kabine gekommen als der Gegner“, sagte der Kotrainer, „wir haben gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“

Während die Baskets zunächst nicht trafen, schloss der ASC die ersten drei Angriffe erfolgreich ab und knüpfte damit an das Ende des zweiten Viertels an. 23:31 hatte die Mannschaft kurz vor dem Gang in die Kabine zurückgelegen, Kraus sorgte mit einem ihrer drei Dreier dafür, dass es eng blieb.

Nach dem Anschluss setzten die Mainzerinnen ihren Lauf fort, Jordan Barron brachte sie erstmals seit dem Beginn des zweiten Viertels wieder in Führung, nach 30 Minuten betrug der Vorsprung acht Punkte. „Im dritten Viertel haben wir das Momentum wieder auf unsere Seite gelockt“, sagte Mohandis. „Wir haben unsere Fehlerquote minimiert, und Bamberg hat mehr Fehler gemacht.“ Zur rückläufigen Trefferquote der Baskets gesellten sich mehrere Schrittfehler.

Bamberger Nerven liegen blank

Angesichts des Spielverlaufs lagen die Nerven auf der Bamberger Bank blank. Als eine seiner Spielerinnen bei einem Fastbreak erfolgreich gestört wurde, die Schiedsrichter aber kein Foul pfiffen, stürmte Trainer Samuel Gloser aufs Feld und feuerte eine Wasserflasche auf den Boden. Geahndet wurde das mit einem Freiwurf für die Gastgeberinnen, den Taylor Golembiewski sicher verwandelte. „Mit dem 22:9 im dritten Viertel haben wir das Fundament zum Sieg gelegt“, stellte Bilal Mohandis fest.

Zu Beginn der Partie allerdings hatten sich seine Frauen schwergetan. Alina Dötsch und Kraus vergaben unter dem Korb, letztere spielte einen Pass ins Aus, Golembiewski verlor den Ball. Der 0:6-Rückstand ließ sich zwar verschmerzen, doch während die Gäste gleich hellwach waren, suchte der ASC nach einem Zugang zum Spiel.

Bessere Quoten von der Linie und aus der Distanz

„Wir sind etwas stotternd reingekommen“, räumte der Kotrainer ein. Nach drei Minuten brachte Charlotte Kriebel mit zwei verwandelten Freiwürfen die ersten Punkte für das Heimteam auf die Anzeigetafel, mit einem Dreier stellte sie den Anschluss her. „Charlotte hat uns wachgeküsst, sie hat den Bann gebrochen.“

Gleichzeitig deutete Kriebel an, wo die Vorteile der Gastgeberinnen liegen würden: Über das gesamte Spiel gesehen hatten sie die deutlich bessere Trefferquote von der Linie und aus der Distanz. „Das war signifikante Schlüssel, gerade in der Crunchtime“, sagte der Coach. Hinzu kam eine starke Abwehrleistung. Gerade im ersten Viertel holten sich die Mainzerinnen Sicherheit durch geblockte Bälle und zahlreiche defensive Rebounds. „In der Verteidigung waren wir aggressiv“, lobte Mohandi. „Das haben wir in bare Münze umgewandelt.“

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Unterstützung von SPORT AUS MAINZ.

Foto: Stephan Hahne – fotohahne.de

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