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Auswärtssieg Ulm
2. Bundesliga Süd

Humba in Ulm

verfasst von mainz@dbbl.de

Wenn die Auswärtsaufgabe zum Heimspiel wird: Die Zweitligabasketballerinnen des ASC Mainz setzen sich beim Aufsteiger vor begeisterten und begeisternden Fans mit 73:41 durch.

Ulm. Dominique Liggins intonierte die Humba, Fanblock und Mannschaft brüllten zurück, und dann bildete sich auf dem Main Court im Orange Campus ein Moshpit umherhüpfender ASC-Basketballerinnen. Mit 73:41 (54:30, 34:21, 19:16) war ihnen gegen die BBU Ulm soeben der dritte Saisonsieg gelungen, im Unterschied zum vorherigen gegen die TG Würzburg einer, der als Pflicht gegolten hatte, was die Freude freilich nicht minderte.

Und fast das Schönste daran: Im Prinzip hatten sie ein Heimspiel gewonnen – dazu hatten die Fans und die ASC-Männer die Partie von der Tribüne aus gemacht. „So hat sich das angefühlt“, schwärmte Charlotte Kriebel hinterher. „Das war eine total coole Atmosphäre. Dass unsere Herren und wir am selben Tag in Ulm spielen, war ein schöner Zufall. Toll, was der Verein daraus gemacht hat.“

Mit der Unterstützung durch zwei Sponsoren hatte der Klub einen Bus gechartert, in dem neben den Teams etliche Anhänger Platz fanden, die das Ulmer Schmuckkästchen in ein akustisches Tollhaus verwandelten. Und es entstand eine Wechselwirkung: Die Anfeuerung puschte das Team, dessen Aktionen ließen die Unterstützer entsprechend reagieren

Nicht aufgehört zu verteidigen

Keine Frage, alles andere als ein deutlicher Auswärtssieg gegen den bislang erfolglosen Zweitliganeuling wäre eine Enttäuschung gewesen. Insofern konnten Spielerinnen und Verantwortliche das Resultat einordnen.

„Aber du musst ein solches Spiel auch erst mal so durchziehen“, sagte Aron Duracak, erfreut über den Fakt, dass seine Frauen nur 41 Punkte zugelassen hatten. Sie haben auch dann nicht aufgehört zu verteidigen, als die Sache entschieden war.“

Die Defense war denn auch ein wesentlicher Faktor dafür, dass sich die Gäste nach viereinhalb Minuten auf 13:2 abgesetzt hatten. Klar gehörte dazu auch die Sicherheit, mit der Taylor Golembiewski, Jordan Barron und Kriebel (mit dem ersten Dreier zu besagtem Zwischenstand) aus dem Feld heraus und von der Freiwurflinie trafen. Den Grundstein aber legten sie rund um den eigenen Korb.

Gute Kommunikation

Insbesondere Jordan Barron hatte bei den Ulmer Angriffen ein ums andere Mal ihre Hände dazwischen. „Als kleinere Mannschaft hilft es uns sehr, dass wir mit ihr und Alina Dötsch zwei sehr variable Verteidigerinnen haben“, sagte Duracak. „Aber langsam kriegen wir auch die jüngeren Spielerinnen dahin, dass sie ihre Gegnerinnen immer souveräner vor sich halten, dass sie wissen, wann sie switchen oder wann sie Helpside spielen müssen.“

Die Arbeit in der Verteidigung hob auch Kriebel hervor. „Als Team haben wir sehr gut kommuniziert, haben gut gearbeitet und sind einige schöne Fastbreaks gelaufen.“

Sich in der Defense das Selbstvertrauen für die Offense zu holen, funktionierte an diesem Abend ziemlich gut. „Die Mädels leben vom Momentum“, sagte der Trainer, „wenn sie einen Stopp nach dem anderen hinkriegen, beflügelt sie das im Spiel nach vorne, und es fallen mehr Körbe.

Golembiewski beendet Offensivflaute

So groß die Freude über den ersten Auswärtssieg der Saison auch war, blieb der Blick doch ungetrübt für den einen oder anderen Mangel. „Ein paar Dinge waren durchwachsen“, räumte Charly Kriebel ein. „Nach dem guten Auftakt sind wir leider etwas eingeknickt.“ In der Tat gerieten sie mit einem Angriff, bei dem fünf Abschlüsse das Ziel verfehlten, in eine kurze Offensivflaute und sogar mit 13:15 in Rückstand. „Aber wir haben reagiert und unseren Vorsprung wieder aufgebaut.“

Taylor Golembiewski beendete die Durststrecke mit einem erlösenden Dreier, Barron baute die zurückeroberte Führung, von Dilara Özdemir schön in Szene gesetzt, auf 19:15 aus. „Jordan hat insgesamt ein Riesenspiel gemacht“, sagte Sportvorstand Liggins. „Das freut mich sehr für sie.“

Alle Spielerinnen eingesetzt

Im zweiten Viertel zogen die Mainzerinnen davon, im dritten bauten sie ihren Vorsprung so weit aus, dass die Partie im Prinzip entschieden war, als die Ulmerinnen einen in jeder Hinsicht schmerzhaften Ausfall verkraften mussten. Point Guard Leni Wilhelm, neben Ex-Nationalspielerin Anneke Schlüter beste Spielerin ihres Teams, knickte bei einem Fastbreak unmittelbar vor Ende des Durchgangs ohne gegnerische Einwirkung um, wurde längere Zeit auf dem Feld behandelt und schied mit bandagiertem Unterschenkel aus.

„Das tut mir sehr leid für sie“, sagte Kriebel, „ich hoffe, es ist keine ernsthafte Verletzung.“

Aron Duracak nutzte die frühzeitige Entscheidung, um durchzuwechseln. „Ich bin froh, dass wir alle Spielerinnen einsetzen konnten“, sagte er, „gerade an einem so langen Tag.“

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Unterstützung von SPORT AUS MAINZ !

Foto: ASC Theresianum Mainz

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