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2. Bundesliga Süd

Frühe Duftmarke gesetzt

verfasst von mainz@dbbl.de

Erfolgreich in eine Saison einzusteigen, ist den Basketballerinnen des ASC Mainz schon länger nicht mehr gelungen. Aber jetzt: Am ersten Zweitligaspieltag setzten sie sich bei den Rhein-Main Baskets mit 69:53 durch – nicht zuletzt dank eines herausragenden Neuzugangs.

Langen. Als das erste Viertel in der Langener Georg-Sehring-Halle zu Ende ging hatten die Basketballerinnen des ASC Mainz bereits eine gewaltige Duftmarke in der neuen Zweitligasaison gesetzt. Bei ihrer 27:15 Führung im Spiel gegen die Rhein-Main Baskets gingen allein 16 Punkte auf das Konto einer Frau, die erst im Sommer vom MTV Stuttgart an den Rhein kam: Selma Yesilova.

Wie sie beim 69:53 (50:35, 42:18, 27:15)-Erfolg auftrumpfte, war die Krönung einer berauschenden ersten Halbzeit. Am Ende stach Yesilova mit 29 Zählern als unangefochtene Topscorerin heraus, hinzu kamen unter anderem vier Steals.

In einem Team, das nach dem Abgang von Ausnahmespielerin Taylor Golembiewski ohne die seine bisherige US-Topscorerin auskommen muss und in dem außer ihr lediglich Alina Kraus, Alina Dötsch und Jordan Rabe älter als 22 Jahre sind, übernahm Yesilova auf Anhieb eine Führungsrolle.

Dominanz am Brett

„In einem solchen Derby steckt natürlich extrem viel Prestige, und es war nach vier Wochen Vorbereitung unser erster richtiger Härtetest“, sagte Yesilova nach der Partie. Ihre Rolle im jungen Mainzer Gefüge definierte sie wie folgt: „Es ist enorm wichtig, als eine der erfahreneren Spielerinnen voranzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Aber es geht nicht nur um die Punkte: Wir müssen die Jüngeren mitziehen, sie integrieren und dafür sorgen, dass sie von uns lernen.“

Dass der Motor der Gäste von Beginn an auf Hochtouren lief, lag auch an der veränderten Statik im Kader. Mussten sich Dötsch und Barron in den vergangenen Spielzeiten unterm Korb aufreiben, bringt Neuzugang Paris Kirk genau jene Physis mit, die dem ASC zuvor fehlte. Die kanadische Centerin verlieh dem Spiel die von Trainer Aron Duracak angekündigte Low-Post-Stabilität.

Deutlich beherrschten die Mainzerinnen die Rebounds, alleine 18 eroberte Abpraller in der Offensive verschafften ihnen zweite Chancen am Fließband. Und defensiv verurteilten sie einen Angriff der Hessinnen nach dem andern zum Scheitern – im zweiten Viertel gelangen den Baskets lediglich drei Punkte.

Hänger gegen das Pressing

„Die erste Halbzeit war immens gut“, lobte Trainer Aron Duracak, der seine tiefe Besetzung früh nutzte. „Wir sind mit viel Druck herausgekommen, der Ball lief im Flow und sowohl die Starterinnen als auch die Bank haben abgeliefert.“ Zur Pause war der Vorsprung auf 21 Zähler angewachsen.

Dass der Umstellungsprozess in einer Übergangssaison mit vielen neuen Rollen noch nicht über 40 Minuten schattenfrei verläuft, zeigte sich nach dem Seitenwechsel. RMB stellte defensiv auf ein aggressives Ganzfeldpressing um und nutzten eine Phase schwindender Mainzer Konzentration, um den Rückstand schrittweise zu verkürzen.

„Wenn du so hoch führst, gehen unterbewusst ein paar Prozent Aufmerksamkeit flöten, auch wenn wir uns in der Kabine vorgenommen hatten, wieder bei 0:0 anzufangen“, räumte Duracak ein. Die Verunsicherung im Aufbauspiel führte zu einigen Ballverlusten; insgesamt 19 Turnovers sind keine erstrebenswerte Marke. „Da merkt man einfach noch, dass wir eine sehr junge Mannschaft sind und einige Mädels noch nicht so lange auf diesem Niveau spielen“, sagte der Coach. Anbrennen ließ sein Team jedoch nichts mehr, im Schlussviertel fand die Defensive ihre Ordnung wieder.

Negativserie beendet

Der Erfolg nimmt dem Team nicht nur den Druck nach den schweißtreibenden Wochen der Vorbereitung, sondern beendete auch eine Negativserie: In den vergangenen fünf Jahren hatten die Mainzerinnen ihr Auftaktspiel stets verloren. „In solchen Situationen hinterfragst du schnell, ob alles vergebens war“, sagte Duracak. „Deshalb ist dieser Sieg für die Köpfe extrem wichtig.“

Auf dem Programm stehen jetzt zwei größere Kaliber: die Falcons Bad Homburg und der TSV Wasserburg, zwei Topfavoriten der Liga. Dazwischen geht es im Pokal gegen den USC Heidelberg. „Gegen Bad Homburg wird uns genauso ein Pressing erwarten“, prognostiziert Duracak. „Wir wissen jetzt ganz genau, woran wir unter der Woche im Training arbeiten müssen, um unter Druck noch klarer zu agieren.“

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Unterstützung von Sport aus Mainz.

Foto: Stephan Hahne – Fotohahne.de

 

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