Feucht gewordenes Tischfeuerwerk
Fataler Flashback: Ein vielversprechende Aufholjagd der ASC-Basketballerinnen bei der KuSG Leimen mündet in eine Art Selbstaufgabe und ein 56:81-Debakel.
Leimen. Als Vorbereitung auf die Mitte April beginnenden Play-downs wollten sie dieses Spiel nutzen. An sich kein dummer Gedanke, um möglichst gut präpariert in die entscheidende Saisonphase zu gehen. Allein: Sollte das, was den Zweitligabasketballerinnen des ASC Mainz am drittletzten Hauptrundenspieltag bei der KuSG Leimen widerfuhr, der Maßstab für das sein, was noch kommen wird, dürfte es schwierig werden, die Klasse zu halten.
Mit 56:81 (46:57, 26:39, 14:20) kamen Aron Duracaks Frauen unter die Räder. Beim Tabellenvorletzten, der bislang erst drei Siege auf dem Konto hatte, vier weniger als die neuntplatzierten Gäste. „Das ist sehr enttäuschend“, kommentierte der Trainer dieses Resultat, „gerade wenn man weiß, dass wir gegen Topteams der Liga wie Heidelberg, Bad Homburg und Würzburg nicht so hoch verloren hatten.“
Viele Gründe, keine Ausrede
Für die Pleite beim potenziellen Abstiegsrundengegner, den der ASC sowohl in der Hinrunde als auch im Pokal bezwungen hatte, gebe es Gründe. „Aber die darf man nicht als Ausrede nutzen.“ Zum Beispiel, das Charlotte Kriebel wegen ihres lädierten Knies nur mit Schmerzen spielen konnte, deshalb in einigen Aktionen einen Tick zu spät kam, in Foultrouble geriet und fünf Minuten vor Schluss nicht mehr mitmachen durfte.
Oder dass Svea Rehders nach überstandener Sprunggelenkverletzung noch nicht wieder in der Form ist, mit der sie in den Wochen zuvor überzeugt hatte. Und selbstverständlich Alina Kraus‘ Fehlen wegen der Folgen einer Gehirnerschütterung. „Das sind drei wichtige Spielerinnen für uns, die wir nicht mal eben so ersetzen können.“
In besonderem Maße gelte das für Kraus, neben Alina Dötsch eine Kapitänin des Teams. Dötsch sei diejenige, die auf dem Feld vorangehe, die offensiv wie defensiv keinem Zweikampf aus dem Wege geht und die auch in Leimen wieder beste Rebounderin war. „Und Alina Kraus macht die taktischen Ansagen, damit gibt sie der Mannschaft wichtige Impulse.“
„81 Punkte sind zu viel“
Obendrein fehlten auch die Youngsters Klara Schürer und Greta Steiner. Mit Dilara Özdemirs Langzeitverletzung muss der Trainer sich schon lange arrangieren.
Keineswegs mochte Duracak die Leistungen von Spielerinnen wie der jungen Lena Kröhl oder Jennifer Reitz schmälern, die erst seit wenigen Wochen beim Team ist und zuvor nach längerer Pause aus Hofheim zur Zweiten Mannschaft gestoßen war. „Sie machen ihre Sachen gut, aber sie haben natürlich noch nicht das Level, um eine Führungsrolle einzunehmen und Zweitligaspiele zu entscheiden.“
All dies dürfe jedoch nicht dazu führen, in Leimen 81 Punkte zu kassieren. „Das geht nicht, das ist zu viel“, sagte der Coach, zumal seine Frauen im dritten Viertel drauf und dran schienen, die Begegnung zu drehen. Die 13 Punkte Pausenrückstand hatten sie fast halbiert, die Verteidigung funktionierte besser, „taktisch sah das gar nicht schlecht aus“.
Barron aus dem Spiel genommen
Von Dauer war dieser Aufschwung allerdings nicht. Ein paar gute Defensivaktionen der Gastgeberinnen samt anschließender Korberfolge reichten, um ihn verpuffen zu lassen wie ein feucht gewordenes Tischfeuerwerk. „Bei uns gingen nicht nur die Köpfe runter“, sagte Duracak, „sondern das war eine Art Selbstaufgabe. Ein Flashback in frühere Zeiten, wie wir ihn in dieser Saison noch nicht erlebt hatten.“
Erschwerend kam hinzu, dass Taylor Golembiewski als einzige Mainzerin zweistellig punktete. Um Spiele zu gewinnen, ist der ASC mindestens auch auf Jordan Barrons Treffer angewiesen, die aber zum einen nicht viele Würfe nahm (vier Zweier und vier Dreier) und zum anderen davon nur einen versenkte.
„Jordan hatte leider einen sehr schwachen Wurftag“, sagte der Trainer. „Grundsätzlich wurde sie aber auch gut verteidigt. Leimen hat die Taktik verfolgt, Taylor punkten zu lassen, aber alle anderen daran zu hindern. Und im Laufe des Spiels hat Jordan leider immer weniger Bälle am Zonenrand bekommen.“
Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Unterstützung von SPORT AUS MAINZ.
Foto: MK – Fotograph Leimen