Erfolgreiches Fastnachtsspiel gegen Dillingen
Nach einer schläfrigen ersten Halbzeit besinnen sich die Zweitligabasketballerinnen des ASC Mainz gegen die Dillingen Diamonds auf ihre Stärken. Das verhilft ihnen zu einem 75:59-Erfolg.
Mainz. Wer Aron Duracak während eines Basketballspiels an der Seitenlinie erlebt, benötigt ein gerüttelt Maß an Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass er laut wird. „Hinter verschlossenen Türen kann ich das ziemlich gut“, versichert der Trainer des ASC Mainz. Seine Basketballerinnen machten diese Erfahrung in der Halbzeitpause der Zweitligapartie gegen die Dillingen Diamonds.
Die ungenügende Leistung in den ersten 20 Minuten und ein Rückstand von acht Punkten gegen den direkten Konkurrenten um die sicheren Tabellenplätze versetzten den Coach einigermaßen in Rage. „Die Spielerinnen wussten ja selbst, wie dürftig das war“, sagt er. Insofern stieß seine Kabinenpredigt auf offene Ohren – und sie zeitigte die erhoffte Wirkung.
Eine nach dem Seitenwechsel kaum wiederzuerkennende Mainzer Mannschaft ließ die Gäste kaum noch ins Spiel kommen und setzte sich mit 75:59 (59:47, 37:45, 20:20) durch. Nicht nur der Endstand ähnelte dem der Hinrundenbegegnung im letzten Spiel des alten Jahres (70:59), sondern auch im dritten Viertel sorgten die ASC-Frauen für ein kleines Déjà-vu.
Erneut im dritten Viertel top verteidigt
In Dillingen hatten sie in den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte nur vier Punkte zugelassen – diesmal hielten sie die Gegnerinnen bei zwei Zählern. Der Unterschied: Auswärts waren sie selbst nicht über ein Dutzend Punkte hinausgekommen, jetzt legten sie mit einem 22:2-Lauf die Basis für ihren fünften Saisonsieg. „Und lustigerweise haben sie wieder erst hinterher gemerkt, wie stark sie verteidigt hatten.“
Davon war die Mannschaft zu Beginn weit entfernt. In einer ersten Halbzeit, „die genauso schläfrig war wie das Training unter der Woche“, geriet sie mit 0:7 und 7:15 in Rückstand. Und als sie den Eindruck erweckte, verstanden zu haben, als Svea Rehders von der Freiwurflinie zum 17:17 ausglich, als Jordan Barron und Dilara Özdemir die 25:22-Führung besorgten und Taylor Golembiewski sich zum 27:22 durchtankte, ließ der nächsten Einbruch nicht lange auf sich warten
Von plus sieben Punkten ging es bis zur Pause auf minus acht. „Schlechte Defense, mangelnde Abstimmung, viele dumme Fouls“, fasste Duracak die größten Mankos zusammen. „Mental befanden wir uns noch in der Winterpause.“ Seine Frauen waren auf dem schlechtesten Weg seine in der Mannschaftsbesprechung geäußerte Einschätzung zu belegen: „dass wir uns gegen Dillingen nur selbst schlagen können“.
Mit Beginn des dritten Durchgangs jedoch begannen die Mainzerinnen sich auf ihre Stärken zu besinnen. Plötzlich überzeugten sie mit ihrer Präsenz in der Defense, liefen nach Balleroberungen gute Fastbreaks, trafen offene Würfe. Zweieinhalb Minuten benötigten sie, um sich durch zwei Freiwürfe von Alina Dötsch auf 44:45 heranzuarbeiten, Barron drehte das Spiel anschließend per Dreier. Am Ende des Durchgangs lag der ASC mit zwölf Zählern vorne.
„Alina hat das Team angetrieben“, lobte Duracak seine Kapitänin für eine insbesondere in der Verteidigung herausragende Performance mit insgesamt 16 Rebounds. „Sie war unser Sieggarant.“
Tiefer besetzt als früher
Als große Hilfe erwies sich zudem die zweite Reihe. Während den Starting-Five-Spielerinnen Charlotte Kriebel und Alina Kraus das Wurfglück fehlte, steuerten Dilara Özdemir sieben und Svea Rehders sogar dreizehn Punkte bei. Hinzu kamen überzeugende Defensivleistungen, Rehders zum Beispiel gelang es, die Dillinger Topscorerin Myrielle Platte-Behnke in ihrem Aktionsradius stark einzuschränken.
„Das ist ein riesiger Vorteil gegenüber früheren Jahren“, sagte der Trainer, „wir können von der Bank nachlegen. Wenn es bei der Ersten Fünf mal nicht so gut läuft, haben wir Alternativen.“
Rehders zerstreut die Sorgen
Seine Sorgen, die Partie könne noch einmal in die andere Richtung kippen, zerstreute Rehders dennoch erst drei Minuten vor Schluss mit ihrem Treffer zum 72:57. Bis dahin habe er noch die hohe Dillinger Trefferquote aus der ersten Halbzeit im Kopf gehabt und befürchtet, so etwas könne sich wiederholen. „Und gegen ihre 1-3-1-Zone im vierten Viertel hatte wir keine richtigen Ideen, nur ein paar Zufallstreffer. Wenn die nicht fallen, kann es eng werden.“
In den Schlussminuten aber wusste er, dass seine Frauen stets die Zeit von der Uhr hätten nehmen können, auch die diversen Stopps, die ihnen gelangen, beruhigten den Coach.
Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Unterstützung von SPORT AUS MAINZ.
Fotos: Stephan Hahne, FotoHahne.de


