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20260321 Asc Mainz Heidelberg Stephan Hahne 5
2. Bundesliga Süd

Auch Härte will gelernt sein

verfasst von mainz@dbbl.de

Schon im ersten Viertel verliert der ASC Mainz das Zweitligaspiel gegen den USC Heidelberg. Beim 57:85 verteilt Trainer Aron Duracak die Spielzeit breiter als üblich. Er hofft auf einen Lerneffekt in Sachen Aggressivität und Cleverness.

Mainz. Die Überlegenheit der Gäste war unbestritten. Gabriela Jandová, die legendäre Zweitligacenterin des ASC, fasste sie in einem Satz zusammen: „Die Nummer null von Heidelberg hat mehr Muskeln als unsere gesamte Mannschaft.“ Und der USC hatte ja nicht nur besagte Kelly Moten zu bieten, nach Einschätzung des Mainzer Trainers Aron Duracak „die beste Spielerin der Liga, noch vor unserer Taylor Golembiewski“, sondern unter anderem drei weitere Amerikanerinnen

Ihnen gegenüber stand ein Team, in dem „Hella Fromm mit 20 Jahren die Viertälteste ist“, wie der Coach sagte. „Heute haben Mädchen gegen Profis gespielt.“ Insofern überraschte die 57:85 (44:73, 29:56, 9:27)-Niederlage der auf die Play-downs zusteuernden Gastgeberinnen gegen den um den Aufstieg kämpfenden Tabellenzweiten nicht.

Mit der Niederlage abgefunden

Dennoch gab es auch eine andere Sichtweise. „Man muss sich ja nicht freiwillig ergeben“, grummelte ein Mainzer Fan – eine leise Kritik daran, dass Duracak seinen besten Akteurinnen längere Pausen gegönnt und die Spielzeit breiter verteilt hatte.

Gewonnen hätte der ohne Alina Kraus angetretene ASC die Begegnung wohl auch dann nicht, wären Golembiewski, Jordan Barron, Alina Dötsch und Charlotte Kriebel länger im Einsatz gewesen. „Aber sie hätten um ein besseres Ergebnis kämpfen können, statt zu signalisieren, dass man sich mit der Niederlage abfindet.“

Duracak hatte seine Entscheidung freilich bewusst getroffen, weil er einen Erfolg gegen die ambitionierten Kurpfälzerinnen für unrealistisch erachtete und deshalb seine Nachwuchskräfte Erfahrung sammeln lassen wollte. Und lehrreich war der Nachmittag durchaus, zum Beispiel wegen der Linie der Referees, viel Härte durchgehen zu lassen. Davon machte nur eine Mannschaft Gebrauch – der ASC war es nicht.

„Mir ist es lieber, die Schiedsrichter pfeifen so großzügig, als dass sie das Spiel ständig wegen Kleinigkeiten unterbrechen“, sagte Duracak. „Gegen uns wurden im gesamten Spiel nur 14 Fouls gepfiffen, damit kamen wir nicht mal an die Teamfoulgrenze heran.“ Sprich: In Sachen Aggressivität hätten seine Spielerinnen eine Schippe drauflegen können – „nur so kannst du gegen einen solchen Gegner mithalten“.

Diesen Lernprozess müssten die 16-Jährigen durchlaufen und schnellstmöglich abschließen. „Sie müssen lernen, dass in der Zweiten Liga kein Jugendbasketball gespielt wird, wo man fair spielen soll. Hier muss man körperlich mehr dagegensetzen, taktisch denken und wissen, wann und wo man foult.“

Zu leicht zum Korb ziehen lassen

Verloren war die Partie im Prinzip nach dem ersten Viertel, ein 9:27 aufzuholen, war schlicht unmöglich, zumal der USC in seinem Vorgehen kaum nachließ. „Die jungen Heidelberger Spielerinnen waren offenbar alle angeschlagen, deshalb standen die erfahrenen so lange auf dem Feld“, sagte Duracak. „Aber das bringt eine Klara Schürer oder Greta Steiner weiter, wenn sie Kelly Moten verteidigen müssen.“

Die 28 Punkte von USC-Centerin Melanie Hoyt gehörten zu einem Aspekt, der dem Mainzer Trainer überhaupt nicht gefiel. „Wir haben die Gegnerinnen viel zu oft zum Korb ziehen lassen“, monierte er. „Schade, dass wir die ganze Woche eine entsprechende Defense geübt hatten, aber nichts davon zu sehen war.“

Positiv hingegen wertete er, dass der Rückstand im letzten Viertel nicht weiter anwuchs. Angesichts der 27 Punkte Differenz zur Pause habe die Mannschaft sich zum Ziel gesetzt, die zweite Halbzeit zu gewinnen. „Das hat nicht ganz geklappt, wir haben sie mit einem Punkt verloren. Dennoch war es ein Fortschritt, vor allem, wenn man bedenkt, mit welcher Aufstellung wir auf dem Feld standen.

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Unterstützung von SPORT AUS MAINZ.

Foto: Stephan Hahne – Fotohahne.de

 

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