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2. Bundesliga Süd

Ab und zu ein bisschen shaky

verfasst von mainz@dbbl.de

Mit einer überzeugenden Leistung setzen sich die Basketballerinnen des ASC Mainz im DBBL-Pokal gegen die KuSG Leimen durch. Beim 72:60 überzeugen sie vor allem mit Tempo, Reboundverhalten und aus der Distanz.

Mainz. Eine erste Standortbestimmung sollte es werden, ist es auch geworden – und nebenbei der Einzug in die dritte Runde des DBBL-Pokals: Mit 72:60 (58:45, 43:24, 25:9) setzten sich die Basketballerinnen des ASC Mainz gegen den Zweitligakonkurrenten KuSG Leimen durch. Nach einer ersten Halbzeit, an der Aron Duracak nahezu nichts auszusetzen hatte und einem zweiten Durchgang, in dem er verstärkt seine jungen Akteurinnen aufs Feld schickte.

„Wenn man das erste Pflichtspiel der Saison gewinnt, kann man nicht meckern“, sagte Kapitänin Alina Dötsch. Nach den vorangegangenen Test gegen den Regionalligisten TV Langen und zwei luxemburgische Erstligisten waren die Leimener Frauen der erste Gegner, der sich zumindest von der Ligazugehörigkeit auf Augenhöhe befindet. „Sie geschlagen zu haben, gibt uns ein gutes Gefühl.“

Nicht allein das Ergebnis mit einer Offensivausbeute, die über dem Schnitt der vorigen Spielzeit lag, stimmte die Kapitänin wie auch den Trainer zufrieden. Auch die Art und Weise, wie die Mainzerinnen die Gäste vor allem vor der Pause beherrschten, beeindruckte. 25:9 nach dem ersten Viertel, mit einem Vorsprung von 19 Punkten in die Halbzeit – und das, obwohl die Mannschaft am Korb viele einfache Punkte hatte liegenlassen.

Dötsch holt 18 Rebounds

„Das ist aber auch schon alles, was ich an den ersten 20 Minuten zu bemängeln habe“, sagte Duracak. „Wir haben in dieser Zeit 16 Offensivrebounds geholt, aber daraus zu wenig Ertrag gezogen.“ Am Ende waren es 27 Rebounds unter dem gegnerischen Brett, die Zahl der Second-Chance-Punkte hingegen stagnierte bei 13. Das deutete auf der einen Seite den Verbesserungsbedarf an, bedeutete auf der anderen Seite jedoch auch, dass die KuSG mit dem Rückstand noch gut bedient war.

Herausragend in Sachen zweite Bälle: Alina Dötsch, die mit 18 Rebounds aus der Begegnung hervorging, 13 (!) vorne, fünf hinten. Und das, obwohl sie genauso wenig wie ihre Mitspielerinnen zu den „richtigen Bigs“ gezählt werden kann. „Rebounds holen ist Kopfsache“, erläuterte sie später. „Ich überlege immer, wohin der Ball prallen könnte. In der zweiten Halbzeit war es etwas schwieriger, weil meine Gegenspielerin an mir dranhing.

Elf Dreier und viel Tempo

Ebenfalls hervorzuheben waren die elf Dreier, die sich auf sechs Spielerinnen verteilten, allen voran Jordan Barron mit vier erfolgreichen Abschlüssen von jenseits der Linie. „Ich wüsste nicht, wann uns das zuletzt gelungen ist“, sagte die Kapitänin – dabei fehlte in Alina Kraus eine ausgewiesene Fachfrau für Distanzschüsse, und Fee Zimmermann blieb mit einem Treffer bei zwölf Versuchen deutlich unter ihren Möglichkeiten.

Dem Trainer bereitete eine weitere Statistik Vergnügen: Trotz des hohen Tempos, das seine Mannschaft durchgehend an den Tag legte, unterliefen ihr vor der Pause lediglich vier Ballverluste. „Das ist wahnsinnig gut“, lobte Duracak. „Fee und Taylor Golembiewski“ – die US-Amerikanerin war mit 27 Punkten Topscorerin vor Barron (22) – „bringen den Ball sehr schnell nach vorne.“

Nach dem Seitenwechsel hätten es die Mainzerinnen besser ab und an ein bisschen langsamer angehen lassen, so mancher Angriff mündete doch in einem allzu hektischen, ungenauen Abschluss. „Wir müssen noch die richtige Balance zwischen Tempo und Kontrolle finden“, räumte Alina Dötsch ein, „aber grundsätzlich ist das schnelle Spiel unsere Stärke, da uns die großen Leute unterm Korb fehlen.“

Frühe Fouls kosten Intensität

Eindeutig verbesserungswürdig war das Defensivverhalten im dritten Viertel, das denn auch mit 15:21 an die Gäste ging. „Nach fünf Minuten hatten wir fünf Teamfouls“, monierte Duracak, „darunter hat anschließend die Verteidigung gelitten. Du schaltest automatisch einen Gang runter, weil du die Gegnerinnen nicht jedes Mal an die Linie schicken willst, und dadurch büßen wir natürlich viel von unserer Intensität ein.“

Den kleinen Einbruch nahm der Coach dem Team jedoch nicht übel, sondern betrachtete ihn zu diesem Zeitpunkt eher als selbstverständlich. Schließlich hatte er phasenweise in Hella Fromm, Lena Kröhl und Dilara Özdemir drei der jungen Akteurinnen gleichzeitig aufs Feld geschickt. „Man hat gemerkt, dass es dann ein bisschen shaky wurde, aber ich muss sie in solche Situationen bringen, damit sie lernen.“

Im Übrigen hatten die Nachwuchskräfte sehr wohl ihren Anteil am Erfolg. Schon deshalb, weil sie den Etablierten die Gelegenheit gaben, auf der Bank zu verschnaufen. „Das ist doch schön, wenn man Dilara mit ihren 17 Jahren fast 19 Minuten laufen lassen kann“, sagte Duracak. „Und wenn Lena 13 Minuten spielt, hilft das Alina Dötsch.“ Die brauchte nur 29 Minuten zu rackern – in der vorigen Saison musste sie allzu oft durchspielen. „Und dann fehlen ihr die Körner, um nach dem nächsten Rebound zu gehen.“

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Unterstützung von SPORT AUS MAINZ.

 

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