Tigers gewinnen nach deutlicher Leistungssteigerung gegen LionPride
Der 82:66-Erfolg (Halbzeit 35:38) der Tigers über Eintracht Braunschweig LionPride war nach der in der ersten Halbzeit gezeigten Teamleistung dann doch überraschend deutlich.

Auf der Habenseite war nach den ersten beiden Vierteln aus Sicht der Gastgeberinnen nur der knappe Rückstand zu vermerken. Mit Wurfquoten von 32 Prozent aus dem Feld (11/34) und 50 Prozent von der Freiwurflinie (9/18) lässt sich nun mal kein Blumentopf gewinnen.
Auf welchen Knopf das Trainergespann zur Halbzeitpause in der Kabine gedrückt hat, ist nicht bekannt. „Wir haben eigentlich gar nicht viel verändert“, sagte Assistant Coach Dragan Ciric. Björn Weber ergänzte: „Wir haben taktisch ein bisschen was geändert. Die Offensive haben wir umgestellt, das hat uns mehr Struktur und Selbstvertrauen gegeben, auch für die Verteidigung konnten wir dies umsetzen.“ Mit Wiederbeginn stand eine komplett andere Neusser Mannschaft auf dem Spielfeld, wobei die positiven Veränderungen, streng genommen, schon in den beiden letzten Minuten vor der Halbzeitpause begonnen haben. Just als den Tigers die Partie nach Braunschweigs 11:0-Run auf 36:26 (18.) zu entgleiten schien, platzte der Neusser Knoten. Halbzeitübergreifend gingen die folgenden zehn Minuten bis zum 58:41 (28.) mit 32:5 an die Neusserinnen.
Dies kommentierte der sichtlich konsternierte Braunschweiger Coach Christian Steinwerth: „Das dritte Viertel hat uns gekillt. So als ob jemand bei unseren Spielerinnen den Stecker gezogen hätte. Unsere Energien waren wie weggeblasen. Ich weiss nicht, was in der Halbzeit eigentlich passiert ist, wir haben ganz positiv miteinander geredet. Für mich war diese zweite Halbzeit völlig unerklärlich.“
Der verletzungsbedingte Abgang von Lauryn Vogt, die bei einem Sprungwurf unglücklich auf dem Fuß einer Gegenspielerin landete, hemmte den Elan der Tigers nur kurzzeitig, so dass die wieder stärker aufspielenden Löwinnen noch einmal auf 50:58 (30.) herankamen. Ein 15:0-Lauf der Gastgeberinnen zu Beginn des Schlussabschnitts auf 73:50 (34.) entschied dann letztendlich die Partie.
Gegen die ersatzgeschwächt angetretenen Gäste gingen mehr als die Hälfte der von den Tigers erzielten Punkte auf das Konto von Claire Sutherland-Case, die mit 24 Zählern und zehn Rebounds ein Double-Double auflegte, und Marija Ilic mit 20 Punkten. Linda Brückner packte noch weitere 13 Punkte drauf. Das Fazit von Weber: „Der Schlüssel zum Sieg war die Defensive. Und das geht, ich wiederhole mich da, nur übers Team. Die Umstellungen zur Halbzeit haben uns mehr Struktur und Selbstvertrauen gegeben. Am Ende haben wir auch die Rebounds für uns gewonnen und die Turnovers reduziert.“
Den deutlichen Sieg verbuchte er aber als Erfolg der gesamten Mannschaft.
Neuss: Traore (2), Ilic (20), Sutherland (24), Huppertz (8), Krings (7), Cissé (1), Brückner (13), Sulaksu, Vogt (2), Janssen (5)
Braunschweig: Pöschel (8), Weber (8), Faustmann (6), Rauschenfels (7), Bikker (12), Swindells (18), Kordis (3), Preston (2), Fee (2)
Viertel: 17:19, 18:19, 25:12, 22:16
Zuschauer: 110
Auszug aus Artikel auf NGZ-Online vom 20.10.2024