NBO beweist Nervenstärke und feiert dritten Saisonsieg
Die letzte Minute war die längste beim 67:63 (27:30)-Sieg des Zweitligisten New Basket Oberhausen gegen den Eimsbütteler TV und das nicht nur gefühlt. Drei Auszeiten, sieben Freiwürfe und am Ende aber großer Jubel bedeuten den dritten Saisonsieg der Mannschaft von Nicole Telke und Ralf Weßlowski.
Die Gastgeberinnen starteten ohne die angeschlagene Delia Moore. Lily Wilke, Jarla Müller und Lucy Krocker sollten neben Maja Manten und Lina Lieckfeld für schnelle Beine auf dem Flügel sorgen. Insbesondere Wilke erwischte einen richtig guten Start, war defensiv kaum abzuschütteln und eröffnete mit einem Wurf aus der Mitteldistanz auch die Partie. Manten stellte auf 5:0, musste jedoch früh mit zwei Fouls auf die Bank. NBO warf immer wieder verschiedene Spielerinnen gegen Leonie Rosemeyer ins Geschehen, die der besten Werferin der Gäste das Leben zu Beginn merklich erschwerten und sich die Punkte zunächst hart erarbeiten musste. Doch NBO hatte in der Phase nun weder das Glück im eigenen Abschluss noch mit den Pfiffen. Auch Lieckfeld musste frühzeitig auf die Bank und als auch Laura Kindelan Lohse vor der Pause noch ihr drittes sammelte, wurde es dünn in der Centerrotation.
Richtig ausnutzen konnten das allerdings auch die Gäste nicht, der Vorsprung wurde nie größer als fünf Punkte. Schön war das auch nicht immer, die Hamburgerinnen verließen sich auf ihre Zone, die NBO mit Moore auf der Bank in der Phase nicht konsequent zu bespielen wusste. Nach dem Seitenwechsel blieb es die meiste Zeit beim knappen Vorsprung für den ETV, weil NBO zu selten echte Stopps generierte. Eimsbüttel zeigte sich allerdings offensiv auch aus keiner Lage besonders treffsicher (20/54 aus dem Feld, 22/32 Freiwürfe) und verlor dazu insgesamt 20-mal den Ball.
NBO blieb dran, auch wenn Moore offensichtlich nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war. Müller übernahm an ihrer Stelle eine Menge Verantwortung und ohne ihre drei Dreier und insgesamt 19 Punkte hätte NBO das Mittel gefehlt, um das zwischenzeitliche 48:55, mit einem schwierigen Wurf drei Minuten vor dem Ende, doch noch mal auf 58:61 zu stellen. Moore verpasste zwar den Treffer plus Foul knapp, stellte dreißig Sekunden später aber mit zwei getroffenen Freiwürfen auf 60:61.
Basketball-Krimi in der Halle Ost: Spannung bis zur letzten Minute
Dann begann die letzte Minute: Wilke hätte mit ihrem Dreier schon die Führung verdient gehabt, doch Lieckfelds wichtiger Block und zwei erfolgreiche Freiwürfe von Manten, nach toller Übersicht von Moore, drehten die Partie dann doch noch. Mit 28 Sekunden auf der Uhr war es diesmal Manten mit dem Block, die zwei Fouls später und mit 15 Sekunden auf der Uhr wieder an die Linie geschickt wurde. Wieder behielt sie die Nerven und stellte auf 64:61.
ETV-Coach Sascha Leutloff musste in der Auszeit also einen Spielzug für drei Punkte aufmalen. Moore foulte Paula Alvarez Llorian clever, die nicht nur in ihrer Reaktion, sondern auch beim Dreier ein paar Sekunden später Nerven zeigte. Ihr Distanzwurf flog weit daneben, dazu foulte sie Moore abseits des Balles. Den fälligen Freiwurf verwandelte die Amerikanerin, sodass selbst nach Ballverlust beim Einwurf und zwei schnellen Punkte durch Jasmin Weyell der Vorsprung immer noch bei zwei Punkten lag. Diesmal nahm NBO die Auszeit, bekam den Ball zu Moore, die sechs Sekunden vor dem Ende den Deckel drauf machte.
NBO steht damit auf Rang acht und hat Eimsbüttel überholt. Der Sieg ging absolut in Ordnung, NBO war letztlich in den entscheidenden Momenten das abgezocktere Team, eine enorme Entwicklung zur letzten Saison. „Ihnen hat natürlich Chantal Neuwald gefehlt“, findet Telke und ist auch mit einigem Defensiv nicht einverstanden. „Wir werden mit solchen Beinen nach Chemnitz fahren“, deutet die Trainerin auf erhöhten Trainingsfokus für die Beinarbeit hin.