ETV gewinnt “erste Halbzeit” in Grünberg
Der Grundstock für den angestrebten Klassenerhalt ist gelegt. Die Zweitliga-Basketballerinnen des Eimsbütteler TV haben das Hinspiel der ersten Play-down-Runde bei den Bender Baskets Grünberg knapp mit 78:77 (37:38) für sich entschieden. Damit gehen die Korbjägerinnen aus dem Herzen Hamburgs am kommenden Sonntag (16 Uhr) mit einem hauchdünnen Vorsprung ins Rückspiel in der heimischen Sporthalle Hohe Weide. Da beide Partien zusammen abgerechnet werden, gewannen die Eimsbüttelerinnen quasi die erste Halbzeit und dürfen nun die zweite sowie eine mögliche Verlängerung mit den eigenen Fans im Rücken bestreiten.
Mit etwas Glück und Stehvermögen hätte das Polster noch etwas dicker sein können. Kurioserweise waren beide Teams vor Wochenfrist schon zum Abschluss der Hinrunde in Mittelhessen aufeinandergetroffen, und auch da hatte der ETV am Ende (80:70) Grund zum Jubeln. Anders als damals schrumpfte jedoch diesmal der Vorsprung in der hektischen Schlussphase, dreieinhalb Minuten vor Ultimo führten die Eimsbüttelerinnen noch mit neun Zählern (77:68).
“Wir sind im Vergleich zu letzter Woche sehr viel wacher ins Spiel gestartet”, sagte Flügelspielerin Vanessa Hofmann. Eine 17:11-Führung nach dem ersten Viertel war die Belohnung für eine ausgeschlafene Darbietung, die vielleicht der Anreise einen Tag zuvor geschuldet war, vielleicht aber auch dem tollen Support von der Bank durch die mitgereisten Langzeitverletzten Chauny Neuwald, Jasmin Weyell und Jule Elsner.
Zwar war der schöne Vorsprung zur Pause wieder futsch (37:38), doch dafür drückten die Gäste im sehr dominanten dritten Abschnitt (30:18) wieder richtig aufs Gaspedal. Wieder einmal überragend im ETV-Trikot: Spielmacherin Paula Alvarez (Foto: rechts; Copyright: Oliver Vogler). Die 1,71 m kleine Spanierin zeigte mit 25 Punkten (5/10 Dreier), fünf Assists, fünf Steals und zwölf Rebounds eine famose Leistung und avancierte zur Topscorerin ihres Teams. Übertroffen wurde sie lediglich auf der Gegenseite von Grünbergs Centerin Charlotte Kohl, die mit 26 Punkten und 25 (!) Brettern unterm Korb kaum zu kontrollieren war.
Nach dem erneuten Sieg in der Sporthalle der Theo-Koch-Schule reiste das Team von Headcoach Sascha Leutloff voller Optimismus zurück in die Heimat – wohl wissend, dass noch ein hartes Stück Arbeit am kommenden Sonntag wartet. “Das ist eine sehr gute Ausgangslage für das Rückspiel”, so Hofmann, die zwei verwandelte Freiwürfe, einen Rebound und eine gewohnt bissige Defense zum Teamerfolg beitrug. “Jetzt müssen wir die Trainingswoche nutzen, um noch ein paar Anpassungen vorzunehmen und dann am Sonntag mit unseren Fans die Hohe Weide zur Hölle Weide machen.” Dem ist nichts hinzuzufügen.