ETV-Damen liefern Tabellenführer Göttingen einen großen Kampf
Es war eines dieser Spiele, bei denen das Endergebnis nicht den wahren Verlauf widerspiegelt. Die Zweitliga-Basketballerinnen des ETV Hamburg haben am Nikolaustag in einem festlichen Rahmen dem Spitzenreiter BG 74 Veilchen Ladies Göttingen lange Zeit Paroli geboten – um am Schluss eine 63:86-Heimniederlage zu kassieren.
Die große Bühne war bereitet: Eingebettet in die Charity Aktion „Sponsored Korb“ zugunsten der Stiftung Basketball Aid (unterstützt krebskranke Kinder) und der eigenen Jugend empfingen die Eimsbüttelerinnen vor rund 250 Zuschauern an der Hohen Weide die ungeschlagenen Veilchen. Und zu Beginn schien die Partie ihren erwarteten Lauf zu nehmen, als die Favoritinnen schnell 15:6 in Führung (6. Minute) gingen. Doch die Korbjägerinnen aus dem Herzen schlugen zurück – nicht zum letzten Mal an diesem Abend. Ein 10:0-Lauf bedeutete eine eigene 16:15-Führung (9.) und ein Signal: Wir geben uns auch dem ungeschlagenen Tabellenführer nicht kampflos geschlagen!
Und so wogte das Geschehen hin und her, vor allem dank der Topscorerinnen Jasmin Weyell (18 Punkte; 9/10 aus dem Feld!) und Leonie Rosemeyer (17; Foto: max.vincen.photos) hielten die Gastgeberinnen dem Druck des Erstligaabsteigers lange stand. Bis, ja bis die Kräfte beim ETV langsam schwanden und die Göttingerinnen sich nach dem Stand von 51:59 zur letzten Pause im Schlussviertel dann doch entscheidend absetzten. Sie konnten sich bei Scoring wie so oft auf die Zwillinge Lilian und Sophie Phillips (18 und 17 Zähler) sowie auf Alice Bremer (16) verlassen.
ETV-Headcoach Sascha Leutloff war nach der Niederlage, der sechsten der Saison (bei vier Siegen), nicht unzufrieden mit der Leistung seines Teams: “Wir haben es geschafft, das sonst so hohe Tempo der Veilchen durch unsere Defense rauszunehmen. In der Offense waren wir sehr geduldig und haben phasenweise sehr guten Teambasketball gezeigt”, so der frühere Bundesligaprofi. “Am Ende hat sich die Qualität der Göttingerinnen doch durchgesetzt, weil uns ein wenig die Kraft schwand. Aber wir können aus diesem Spiel dennoch viel Positives für die kommenden Aufgaben mitnehmen”, urteilte Leutloff.
Diese haben bis zur Weihnachtspause ganz unterschiedlichen Charakter: Während am kommenden Samstag beim sieglosen Tabellenschlusslicht Hürther BC Punkte fest eingeplant sein dürften, wartet am 20. Dezember mit den ChemCats Chemnitz (7/3 Siege; Platz 4) ein Gegner ganz anderen Kalibers.