Effizienz vor Frequenz – Talents kassieren in Grünberg eine unnötige Niederlage

Eine bittere Niederlage der Kategorie „unnötig“ kassierten die Talents BonnRhöndorf am Sonntag in der TOYOTA 2. Damen Basketball-Bundesliga im hessischen Grünberg. Der Klassenneuling unterlag bei den Bender Baskets mit 60:65 (28:30) und wurde Opfer seiner miserablen Trefferquoten. Sowohl aus der Distanz (vier Treffer bei 27 Versuchen) als auch von der Freiwurflinie (12/23) riss man leider keine Bäume aus. Für die Talents war es die zweite Niederlage im zweiten Auswärtsspiel.

Eine der spannenden Fragen vor dem Match: wie viele Erstligaspielerinnen würden die Grünberger einsetzen können? Antwort: nominell waren es drei Spielerinnen, die am Abend zuvor gegen Halle im Marburger Basketball-Oberhaus aufgelaufen waren. Auf der anderen Seite gab Amelie Kröner ihr Bundesligadebut für die Talents und Greta Gomann versuchte sich trotz lädiertem Knöchel im Ballvortrag. Zoe Perlick und Alinde Kerluku fehlten wie erwartet im Spielaufbau.

Grünberg brauchte nach drei Niederlagen in Serie unbedingt einen Erfolg vor heimischer Kulisse. Und so gehörten die Anfangsminuten auch den Gastgeberinnen, die nach Lotte Seegräbers Dreier mit 9:4 führten. Die Talents fanden aber relativ schnell in die Spur und kamen vor allem durch Marisa Koopmann zu Korberfolgen. Bis zur Viertelpause waren die rheinischen Gäste in Führung gegangen (14:12) und behaupteten den knappen Vorsprung im weiteren Verlauf. Waffenschmieds Ensemble konnte sich aber nicht absetzen, weil vor allem aus der Distanz bis zur Pause (0 für 11) gar nichts fiel. Die junge Talents-Team warf zwar weitaus öfter auf den Korb als der Gegner, jener aber traf im zweiten Viertel die wichtigen Würfe und ging mit einer 30:28-Führung in die Kabine.

Ohne ein wenig mehr Fortune von der Dreierlinie kann man in der Zweiten Bundesliga kein Spiel gewinnen, das war den Beteiligten klar. Grünberg blieb jedoch am Drücker, den Talents fehlten bis dato gewiss auch die Punkte und Spielanteile, die eine fitte Gomann gegen Neuss noch beigesteuert hatte. So mussten die Baskets gar nicht so viel tun, um den dritten Abschnitt (16:12) nach Hause zu bringen und lagen vor Beginn der letzten zehn Minuten mit 46:40 vorne. Schafften die Gäste noch eine Wende?

Jedenfalls warfen die jungen Damen fleißig weiter auf den Grünberger Korb, doch die Baskets trafen zeitweise über die Hälfte ihrer Würfe, BonnRhöndorf hingegen deutlich weniger als das. Eine alte Basketball-Weisheit besagt: Effizienz vor Frequenz. Trotzdem wurde es nochmal spannend, weil Gomann ihr Team mit zwei Dreiern wieder heranbrachte (57:60, 38.). Als Olivia Okpara in der letzten Minute auf 59:62 verkürzte, schien noch etwas möglich zu sein für die Talents. Grünbergs Katharina Philippi zeigte an der Freiwurflinie dann aber keine Schwächen und brachte das Match für die Baskets sicher nach Hause.

Marisa Koopmann wurde mit 18 Punkten Topscorerin der Partie, Kröner sammelte bei ihrem Debut 9 Rebounds ein. Waffenschmied nahm hinterher kein Blatt vor den Mund: „Wir hatten leider großes Wurfpech, trotz vieler gut heraus gespielter Abschlüsse und schönem Teamplay. Am Ende ist die Freiwurfquote aber wieder schwach und diesmal haben wir hinten raus nicht so viel „Glück“ gehabt, wie gegen Neuss. Mit der Teamleistung bin ich nicht unzufrieden, es waren nur zu viele Phasen der Unkonzentriertheit, die wir uns unter den genannten Bedingungen nicht erlauben dürfen.“

Ein weiteres Auswärtsspiel wartet am kommenden Wochenende in Chemnitz auf die Talents.

Viertel: 12:14 / 18:14 / 16:12 / 19:20

Es spielten: G. Gomann 9 Punkte/2 Dreier, K. Steffen 3/1, L. Arz 2, N. Carstens 2, J. Mooshage, O. Okpara 10, J. Flottmann , M. Koopmann 18, A. Kröner 6, L. Brinkmann 10/1, M. Kleinert.

Fotos: Daniela Hans